Rundgang nach Feierabend

Eine Anregung nicht nur für Berufstätige: Haben Sie schon einmal daran gedacht, einen Sommertag ausklingen zu lassen, indem Sie gemütlich durch die Wilhelma schlendern? Ab 16 Uhr, wenn die meisten Besucher ihren Tagesausflug gerade beenden, können Sie  den zoologisch-botanischen Garten in einer besonders entspannten Atmosphäre genießen – und das obendrein zum ermäßigten Abendtarif! (Bitte beachten Sie dabei unsere von der Jahreszeit abhängigen Öffnungszeiten der Kassen und Tierhäuser!)

Wegpunkt 1: Die historischen Gewächshäuser

In den historischen Gewächshäusern können Sie vielfältige Wunderwerke der Pflanzenwelt entdecken. Nach unterschiedlichen klimatischen Ansprüchen geordnet finden Sie unter anderem Kakteen, Bromelien, Orchideen und zahlreiche andere tropische und subtropische Pflanzen. Viele der tropischen Gewächse blühen unabhängig von der jeweiligen Jahreszeit draußen – so lässt sich auch mitten im deutschen Winter vom Urlaub im Süden träumen. In einem weiteren Haus, genannt Wechselschauhaus, locken je nach Jahreszeit unterschiedliche Blütenhöhepunkte: im März/April die Hochblüte der Azaleen, im Sommer die Fuchsienblüte von Mai bis September und in den Wintermonaten von Dezember bis Februar die Kamelien.

Etwa in der Mitte der Gewächshausreihe befindet sich zudem der schöne Wintergarten mit Palmen, Bananen, saisonal wechselnden Blütenpflanzen und dem Koi-Teich. Von hier aus gelangen Sie auch ins angrenzende Kleinsäuger- und Vogelhaus, in denen Sie Faultieren, Chinchillas und Kurzohrrüsselspringern ebenso begegnen wie zahlreichen bunten und exotischen Vogelarten.

 

Gewächshäuser

Wegpunkt 2: Der Maurische Garten

Das Herz der historischen Wilhelma! Hier errichtete einst König Wilhelm I. von Württemberg seine schwäbische Alhambra. Die Hochblüte der Magnolien im größten Magnolienhain Europas nördlich der Alpen fällt meist auf die Zeit um Ostern – Ende März oder Anfang April. Im Sommer zeigen sich die teils schon sehr alten Bäume dicht belaubt vor historischer Kulisse. Im Zentrum des Maurischen Gartens befindet sich der Seerosenteich. Er wird beheizt und bietet mit einer Wassertemperatur zwischen 25 und 30°C im Sommer optimale Bedingungen für tropische Seerosen: Dominierend sind die größten Seerosen der Welt, Victoria amazonica und Victoria cruziana, benannt nach der ehemaligen englischen Königin Victoria. Auf ihren riesigen Blättern können sie ein Gewicht von bis zu 70 Kilogramm tragen, doch meist tummeln sich nur die viel leichteren Reiher und kleine Teichhühner darauf. Am Teichrand blühen indische Lotosblumen und zwischen den Seerosenblättern schwimmen kleine Fische – hier wächst der Koi-Nachwuchs (japanische Zierkarpfen) der Wilhelma heran.

 

Wegpunkt 3: Das Schwingaffenhaus

Seile und Holzstreben simulieren im Außengehege die federnden Baumkronen der Wälder in Thailand, Malaysia und Indonesien: Hier können die Weißhandgibbons nach Herzenslust durchs „Geäst“ schwingen, und auch für ihre bis zu zwölf Meter weiten Riesensprünge ist genug Platz. Im Haus leben die Haubenlanguren aus Java, zarte Schlankaffen mit bezaubernden “Punk“-Frisuren. Sie sind spezialisierte Blätterfresser, deren Ernährung im Zoo nicht einfach ist, denn auch im Winter muss Laub als Nahrung zur Verfügung stehen.

 

Wegpunkt 4: Das alte Menschenaffenhaus

Früher waren in dem Haus drei Arten Menschenaffen zu sehen, derzeit leben hier noch die Orang-Utans - die Bonbos und Gorillas sind ins neue Menschenaffenhaus umgezogen, das nicht mehr auf dieser Route liegt. Auch wenn die Einrichtung des alten Hauses eher nüchtern wirkt,  so werden die elementaren Bedürfnisse der Primaten hier dennoch berücksichtigt: Es gibt Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten, über den ganzen Tag verteilte Fütterungen und ein Leben in sozialen Gruppen. Die Besucher sorgen für zusätzliche Unterhaltung: die Orang-Utans freuen sich daher nach wie vor über Ihren Besuch!

Wegpunkt 5: Das Jungtieraufzuchthaus

Das dem alten Menschenaffenhaus benachbarte Jungtieraufzuchthaus beherbergte vor der Eröffnung der neuen Anlage auch den „Kindergarten“ für Gorillababys. Dieser ist nun in die neue Anlage integriert - mit vielen Vorteilen für die Resozialisierung der Handaufzuchten. Im Jungtieraufzuchthaus leben aber weiterhin verschiedene Arten von Krallenaffen, wie die Kaiserschnurrbarttamarine mit ihrer auffälligen Barttracht, die Weißgesichts- und Zwergseidenäffchen, die schwarzen Spingtamarine, Rote Varis aus Madagaskar und eine Zuchtgruppe der seltenen Drills („Waldpaviane“). Ebenfalls im Haus zu sehen sind Schildtauben, Chinesische Zwergwachteln und Stachelmäuse. Darüber hinaus kann man hier live verfolgen, wie im Schaubrüter Hühnerküken schlüpfen und außerdem die verschiedenen Entwicklungsstadien des Haushuhns sehen.

Wegpunkt 6: Das Amazonienhaus

Als nächstes führt der Weg zu einem mit großem technischem Aufwand errichteten Gebäude, dem Amazonienhaus. Brillenträger aufgepasst: Hier bleibt kein Glas trocken! Bei Dschungelklima mit bis zu 28°C und 80  Prozent relativer Luftfeuchtigkeit kommen Mitteleuropäer ganz schön ins Schwitzen! 2000 Pflanzen schaffen hier die Illusion, sich im Regenwald zu befinden – etwa Mahagoni- und Florettseidenbaum, Palmen, Araceen, Bromelien, Orchideen, Mangroven sowie tropische Nutzpflanzen von Maniok und Kakao bis Bananen. Wie in der Natur gibt auch der „Stuttgarter Regenwald“ seine Geheimnisse nicht auf den ersten Blick preis: Um Affen, Vögel, Reptilien und Amphibien zu entdecken, muss man im Pflanzendickicht der Gehege schon genau hinschauen. Rund zehn Vogelarten fliegen frei im Haus und sind oft nur durch ihre Rufe zu orten.

Eine riesige Scheibe erlaubt den Blick in die Unterwasserwelt des Amazonas: Kaimane, Schildkröten und Fische bevölkern die beiden miteinander verbundenen Bassins, die insgesamt 100 000 Liter Wasser beinhalten.

 

Wegpunkt 7: Das Insektarium

Dieses Gebäude mit seinen krabbelnden Bewohnern entführt Sie ins Reich der Gliederfüßer. Insekten, Spinnen und Tausendfüßer sorgen bei so manchem für leichtes Kribbeln im Nacken. Wer mag, kann hier viel über diese faszinierenden Tiere erfahren: über ihre Vielfalt, ihre Sinnesleistungen und Anpassungen, über ihren Nutzen und Schaden für den Menschen und vieles mehr. Sympathieträger unter den leider oft wenig beliebten Insekten sind die Schmetterlinge. In der eigens für sie eingerichteten Halle können Sie den bunten Gauklern zuschauen und im Puppenkasten vielleicht sogar erleben, wie ein Falter schlüpft.