Rundgang ohne Treppen

Diese Tour ermöglicht einen Wilhelmabesuch ohne Treppen und ist somit besonders geeignet für alle, die nicht so gut zu Fuß sind oder andere Mobilitätseinschränkungen haben: etwa durch Kinderwagen oder Rollstuhl. Zwar ist die Wilhelma, wo immer möglich, an die Bedürfnisse aller Personengruppen angepasst. Trotzdem ist aufgrund der Topografie des Parks, einiger unvermeidbarer Steigungen und mancher Hürden, die wegen des Denkmalschutzes nicht beseitigt werden dürfen, eine Planung des Weges sinnvoll. Dann können Sie den schwierigeren Stellen gezielt ausweichen.

An der Kasse erhalten Sie zudem kostenlos einen Plan, der die rollstuhl- und kinderwagen-tauglichsten Wege veranschaulicht und auf Hindernisse und Steigungen hinweist.

Wegpunkt 1: Die Flamingos

Direkt vom Haupteingang aus laufen Sie zwischen den historischen Gewächshäusern und der Freiflugvoliere auf die Flamingoanlage zu. Sie wurde 1998 neu gestaltet und zum Schutz vor Füchsen mit einem Elektrozaun versehen. Neben den europäischen Rosaflamingos gehören zu den Stammbewohnern des Geheges auch die aus dem gleichen Lebensraum stammenden Weißkopfruderenten. Als häufige auswärtige Gäste können Sie dort zusätzlich Weißstörche, Graureiher, Teich- und Blesshühnchen, Stockenten und andere Vogelarten beobachten.

Wegpunkt 2: Die Seelöwen

Das Seelöwenbecken wird derzeit saniert. Die Tiere finden Sie stattdessen im aktuell leerstehenden Eisbärgehege (auf unserem Rundgang unter Punkt 4).

Egal, wann Sie die Anlage erreichen, hier ist immer etwas los. Schwimmen, Spielen, Sonnen, Streiten – die bewegungsfreudigen Seelöwen bieten den Besuchern immer etwas zum Schauen und Staunen.

Im Stammquartier gab es jeden Tag (außer während der Beckenreinigung donnerstags) kommentierte Schaufütterungen um 11 und um 15 Uhr, bei denen die Tiere zeigen, was alles in ihnen steckt. Bis sich die Tiere an ihr Ausweichquartier gewöhnt haben, führen die Pfleger stattdessen zu denselben Zeiten ein Training vor. Auch dabei lernen Sie die Tiere ganz individuell kennen.

Wegpunkt 3: Die Subtropenterrassen

Nach einem Blick in den wunderschönen Maurischen Garten geht’s am alten Menschenaffenhaus vorbei zu den Subtropenterrassen: entweder geradeaus, teils unter dem Haus der Niederen Affen hindurch einen kleinen steilen Weg hoch, oder etwas weniger steil zunächst rechts, um dann wieder scharf links abzubiegen. Doch die kleine Anstrengung lohnt sich, denn die Terrassen gehören zu den schönsten Plätzen in der Wilhelma: In der geschützten, sonnenexponierten Lage gedeihen rund 400 südländische Gewächse das ganze Jahr über, während 400 weitere empfindlichere Arten und ein Teil der Sammlung Fleischfressender Pflanzen nur während der Sommermonate hier im Freien stehen.

Neben der bunten und exotischen Pflanzenwelt lebt in den Volieren eine ebenso bunte Vogelwelt: Vor allem die zahlreichen Papageienarten vermitteln im Zusammenspiel mit den tropischen Pflanzen und den maurischen Gebäuden das Gefühl, in südlichen Gefilden zu wandeln. Aber auch die Totenkopfäffchen, die hier leben haben eine große Schar von Fans.

Wegpunkt 4: Die Anlagen für Bären und Klettertiere

Am Ende der ersten Terrassenebene biegen Sie nicht rechts ab, denn hier führt der steilste Weg der Wilhelma in den oberen Parkteil. Gehen Sie nach einem kleinen Schlenker vielmehr geradeaus weiter und bei moderater Steigung zur großen Felslandschaft für Bären und Klettertiere. (Wer vom Weg unterhalb der Terrassen kam, biegt vor der Geiervoliere rechts, dann links ab).

Alpensteinböcke, syrische Braunbären, nordamerikanische Schneeziegen und südamerikanische Brillenbären nutzen die verschiedenen Bereiche der Felsenanlage. Die Gehege sind durch Wasserläufe und natürliche Hindernisse für den Besucher kaum wahrnehmbar getrennt. Das Eisbärengehege ist nach dem Tod der betagten Bärin Corinna vorerst verwaist. Aktuell nutzen die Seelöwen das Tauchbecken als Ausweichquartier, während ihr eigenes Revier saniert wird. Schön kann man die Robben durch die Unterwasserscheiben beim Schwimmen beobachten.

An der Spitze der bergigen Anlage ist 2018 das neue Landschaftsgehege für die Schneeleoparden entstanden. Von vielen Aussichtspunkten gewinnt man ungewohnte Perspektiven auf die Kletterkünstler.

Vorbei an der Südamerikaanlage mit Alpakas, Nandus und Vikunjas sowie entlang von riesigen Mammutbäumen wählen Sie an der Weggabelung entweder die längere Wegstrecke geradeaus zu den Anlagen für afrikanische Huftiere, zum neuen Menschenaffenhaus oder gar bis zum Schaubauernhof. Oder Sie biegen an der Gabelung rechts ab und ein kurzes Stück bergab gleich wieder links. Hier geht's bei den Bongo-Antilopen vorbei zum Café Belvedere und von dort zum Giraffenhaus (Wegpunkt 8).

Wegpunkt 5: Afrikanische Steppentiere

Dieser Bereich ist afrikanischen Steppentieren gewidmet: Grevyzebras, Dorcas-Gazellen, Säbelantilopen, Somaliwildesel und Strauße sind typische, aber heute teilweise sehr selten gewordene Vertreter. Je nach Lust, Wetter und Kondition gehen Sie von hier aus weiter zum Schaubauernhof (Wegpunkt 6) und dem neuen Menschenaffenhaus (Wegpunkt 7); wer abkürzen möchte, biegt vor dem Mammutwäldchen zweimal links ab und gelangt dann zum Café Belvedere (derzeit im Umbau) und von dort zum Giraffenhaus (Wegpunkt 8).

Wegpunkt 6: Der Schaubauernhof

Fast ebenso exotisch wie Bären und Giraffen sind für viele Stadtmenschen unsere Haustiere und deren Vorfahren: ob Schwäbisch-Hällisches Schwein, Skudden oder Zwergziegen ... Aber auf dem Schaubauernhof sind auch alte Haustierrassen zu sehen, die eines Tages aus der Mode kamen und damit heute ebenso vom Aussterben bedroht sind wie manche Wildtiere. Vertreter dieser alten Rassen sind etwa Poitou-Esel, Limpurger Rind und Schwäbisch-Hällisches Schwein. Mehr über das Verhältnis zwischen Mensch und Haustier erfährt man in einer Ausstellung vor Ort – und Tiere streicheln können insbesondere Kinder im Streichelzoo des Schaubauernhofs.

Wegpunkt 7: Die neue Menschenaffenanlage

Der Weg zurück führt Sie direkt zum Haupteingang der Anlage für afrikanische Menschenaffen. Drei Arten von Menschenaffen sind in der im Mai 2013 eröffneten Anlage zu sehen: Bonobos, Gorillas und Orang-Utans. In den Bau floss das neueste Wissen über Menschenaffen und ihre Bedürfnisse ebenso ein wie die Erfahrungen der Wilhelma aus 55 Jahren Menschenaffenhaltung. In der neuen Anlage finden die Tiere auch drinnen nun jede Menge Platz, verfügen erstmals über große Außenanlagen und in allen Gehegen über noch mehr Beschäftigungsangebote, wie zum Beispiel Futterlabyrinthe. Aber auch den Besuchern ist mehr geboten: Sie können die Tiere hier nicht nur sehen, sondern dank der offenen Gitterdächer auch hören und riechen. Außerdem gibt es vielfältige Wege, sich über die Menschenaffen, ihre Eigenheiten, aber auch ihre Situation im Freiland schlau zu machen, wie große Schautafeln, interaktive Bildschirme, Quiz-Stationen und ein Besucher-Kino. Außerdem laden nachgebildete Affenschädel und -hände zum Anfassen und Größenvergleich ein.

Wegpunkt 8: Das Giraffenhaus

Im Giraffenhaus können Sie neben einer Gruppe langhalsiger Netzgiraffen auch kurzhalsige Urwaldgiraffen sehen – die Okapis. Erst gegen 1900 wurden diese geheimnisvollen Tiere in den Regenwäldern des Kongo entdeckt und wissenschaftlich beschrieben: Tafeln im Haus informieren auch über die Geschichte ihrer Entdeckung. Aus dem gleichen Lebensraum stammen die Kongopfauen, eine ornithologische Kostbarkeit. Außerdem leben in dem Haus weitere Bewohner Afrikas wie Kurzohrrüsselspringer und die Von-der-Decken-Tokos mit ihren markanten Schnäbeln. Von den Giraffen aus können Sie die Runde nun ebenfalls Richtung Schaubauernhof fortsetzen oder Sie gehen zum Raubtierhaus (Wegpunkt 10) und folgen von dort aus der Tourbeschreibung bis zum Ende.

 

 

Wegpunkt 9: Das Elefantenhaus

Hier können die Besucher in einem Teil der Anlage den Indischen Panzernashörnern und im anderen Teil den asiatischen Elefantendamen beim Schubbern, Sandeln, Futtern und Baden zusehen. Im Haus ist nachmittags Badezeit für die Elefanten. Dies ist mit ziemlich viel Getöse und Geplansche verbunden – man sollte nicht meinen, dass die Elefantendamen durchaus bereits in gesetztem Alter sind! Ist die Badezeit vorbei, füllen friedliche Kau- und Verdauungsgeräusche das Haus ...

 

Wegpunkt 10: Das Raubkatzenhaus

Von den Nashörnern und Elefanten aus geht es weiter zum Haus der Raubkatzen. Viele Menschen sind von diesen fasziniert – manche allerdings vor allem von ihren Fellen, was (neben der Zerstörung der Lebensräume) die meisten Raubkatzen-Arten an den Rand der Ausrottung gebracht hat. Eine große Außenanlage mit Wassergraben bewohnen hier die Asiatischen Löwen, die mitunter auch zeigen, dass durchaus nicht alle Katzen wasserscheu sind.

Vom Raubkatzenhaus geht es danach bergab zum ehemaligen Menschenaffenhaus. Das heute als Ausweichquartier für vor allem südamerikanische Tiere genutzte Gebäude ist innen mit Rampen für Rollstühle und Kinderwagen ausgestattet. Zu sehen sind die Bewohner des bisherigen Jungtieraufzuchthauses mit Krallenäffchen, Faultieren, Drills und Rotem Vari.

Das nächste Gebäude in der Reihe, das Amazonienhaus, stellt für Rollstuhlfahrer ein gewisse Herausforderung dar: Ein kleiner Wasserlauf rieselt an einer Stelle über den Fußweg und an manchen Stellen ist der Weg recht schmal.

Wegpunkt 11: Bei den Brillenpinguinen

Gegen Ende dieser Route streifen Sie auf dem Weg zu den Brillenpinguinen die Vogelfreifluganlage. Das elegante, fast transparente Netzdach fügt sich unauffällig in die Landschaft ein. Nicht zu übersehen sind die Roten Riesenkängurus. Mit einer Körperlänge von rund 1,60 Metern können sie rekordverdächtige neun Meter weit springen! An der Außenmauer der Wilhelma liegt die Anlage der Brillenpinguine. Diese aktiven Tiere sind im Wasser ganz in ihrem Element, wirken an Land aber etwas unbeholfen. Die auch optisch originell aussehenden Frackträger sind Bewohner gemäßigter Zonen (Südafrika) und können daher das ganze Jahr in ihrer Außenanlage verbringen.