Mary

Neues aus der Gorillakinderstube

Claudia meets Mary & Co.

19.02.2010 -

Claudias Quarantänezeit ist beendet und so durfte sie vor Kurzem erstmals Kontakt mit ihren etwas älteren Artgenossen im Gorillakindergarten aufnehmen. Mit ungestümen Halbgeschwistern hatte sie in Münster mangels mütterlichen Schutzes allerdings nicht die besten Erfahrungen gemacht. Daher waren ihr auch die ersten Annäherungsversuche von Mary oder Monza nicht ganz geheuer. Nach Gorilla-Art hustete sie drohend und drückte sich schutzsuchend an ihre menschliche Ersatzmutter. Doch auf diese war stets Verlass, wenn die anderen testeten, wie weit sie gehen dürfen und ob zum Beispiel An-den-Haaren-ziehen oder Auf-den-Kopf-Hauen erlaubt ist. Es war nicht erlaubt und so fühlte sich Claudia zunehmend sicher. Mittlerweile reagiert sie auf die anderen Gorillakinder ganz entspannt – vor allem auf Upala, den zweitjüngsten in der Kinderstube. Mit ihm teilt sie auch schonmal die Arme der Pflegerin. Die beiden Großen, Mary und Monza, kapieren jedoch ebenfalls genau, wann der Spaß aufhört. Mitunter bringen sie Claudia sogar kleine Geschenke wie Obst vorbei und füttern sie. Bei wem sie sich dabei wohl mehr einschmeicheln wollen - bei Claudia oder bei der Pflegerin - bleibt offen ...

Kleine Geschenke sichern die Freundschaft: Wirbt Mary damit wohl mehr um die Gunst ihrer kleinen Schwester Claudia oder um die der gemeinsamen Ersatzmutter?

Claudia lacht ...

18.02.2010 -

Mit ihren Pflegerinnen hat Claudia, rechts auf dem Bild mit Elke Kastner, immer etwas zu lachen. Und das nicht nur, wenn sie am Bauch gekitzelt wird. Auch sonst hat Klein-Claudia meistens ein sehr sonniges Gemüt, wie ihre Pflegerinnen finden. Zumindest, solange ihr nichts gegen den Strich geht - denn dann wird Claudia schonmal "zur Rakete", wie Elke Kastner es nennt. Oder sie schmollt ein bisschen - aber mithilfe kleiner Ablenkungsmanöver oder eines leckeren Fläschchens ist sie bald wieder gut drauf.  Ja, ab und zu lacht sie sogar im Schlaf. Ein gutes Zeichen: Denn das bedeutet, dass die Kleine entspannt und seelisch gut ausgelastet ist.

Claudia lacht Pflegerin Elke Kastner herzhaft ins Gesicht. Foto: Hermann Vollmer

Claudia lebt auf

05.02.2010 -

Man sieht es Claudia an, dass sie sich wohlfühlt: Sie gluckst und lacht, wenn sie gekitzelt wird, schmust vergnügt mit der Pflegerin, spielt, erkundet die Umgebung - meist krabbelnd, manchmal aber auch schon ein wenig aufrecht, was noch etwas wacklig aussieht - oder hangelt an der Kletterstange. Im eigenen Gehege bleibt ihr die Windel zeitweilig erspart, kleine Pfützchen werden dann von der menschlichen Ersatzmama eben aufgewischt. Auch Claudias Appetit ist gut - seit der Ankunft hat sie bereits 300 bis 400 Gramm zugelegt und sie wiegt jetzt mit über 3700 Gramm so viel wie ein propperes menschliches Neugeborenes. Außerdem bekommt sie gerade ihre Backenzähne, die Schneidezähne sind schon da. Da muss sie doch gleich mal mithilfe des Weidenästchens testen, ob die neuen Zähne auch was taugen! Nach wie vor schläft sie außerdem prima durch, es ist also kein Nachtdienst mehr nötig. Bilanz nach der ersten Woche in Stuttgart: Claudia hat mit ihrem fröhlichen Wesen, dem lustigen Wuschelkopf und hübschen Gesicht alle längst um den Finger gewickelt. Und entzückt nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr im Schaugehege des Jungtieraufzuchthauses nun auch immer mehr Besucher.  

Claudia erprobt ihre neuen Backenzähne an einem Weidenstöckchen. Foto: Marianne Holtkötter

Die ersten Tage in Schwaben

02.02.2010 -

Nach ihrem ersten Wochenende in Stuttgart taut Claudia zunehmend auf und lebt sich ein. Dass sie aus Hygiene- und Quarantänegründen eine Zeitlang Windeln tragen muss, behagte ihr zunächst gar nicht. Mittlerweile lässt sie das Wickeln aber immer geduldiger über sich ergehen. Im Gegensatz zum ebenso nötigen Gewaschenwerden – puh, ist das eklig! Ihrem Unmut verleiht sie dann Ausdruck, indem sie der Pflegerin etwas "hustet" - eine Drohung nach Gorilla-Art - und zu beißen versucht. Dann schmollt sie eine Zeitlang. Dagegen liebt sie es, mit ihren Ersatzmüttern zu spielen und zu schmusen  - und abends nach dem letzten Fläschchen um 20 Uhr auf deren Bauch einschlafen zu dürfen. „Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten genießt sie sehr“, berichtet Elke Kastner. Verständlich, denn die mütterliche Zuwendung hatte ihr gefehlt. Doch Albträume plagen die Kleine offenbar nicht. Denn nach dem Abendessen schläft sie ruhig durch. Nachtwachen sind daher keine mehr nötig. Und auch die Besucher können Claudia mittlerweile sehen: denn zwischen 13 und 16 Uhr spielen die Pflegerinnen mit ihr zumeist im linken Innengehege des Jungtieraufzuchthauses.

Elke Kastner schäkert mit Claudia und bringt sie zum Lachen. Foto: Jörg Adler/Allwetterzoo

Claudia auf großer Fahrt

29.01.2010 -

Seit 29.1. ist sie das neue Nesthäkchen in der Gorillakinderstube der Wilhelma – das halbjährige Mädchen Claudia und Tochter der am 17. Januar im Allwetterzoo gestorbenen Gorillafrau Gana. Von Münster nach Stuttgart umgezogen ist sie mit dem Pkw - die erste Autofahrt ihres Lebens. Doch diese verlief, nachdem die Kleine sich erfolgreich geweigert hatte, sie in der dick gepolsterten, warmen Transportbox zu verbringen, sehr entspannt. Zufrieden saß Claudia auf dem Schoß der Revierleiterin Bärbel Uphoff – und „pinkelte ihr die Hose voll“, wie Chauffeur und Zoodirektor Jörg Adler berichtete. Ansonsten schaute das Gorillamädchen zumeist aus dem Fenster, freute sich offenbar über den Schnee draußen und die zwischendurch gereichten Bananenstückchen und das Fläschchen drinnen. Daran, dass ein Mensch sie füttert, hatte das Gorillakind sich schon in den Tagen vor dem Tod der Mutter gewöhnt.

Um 13 Uhr erreichte der kleine Umzugstrupp wohlbehalten den Stuttgarter Zoo. Und wie der Allwetterzoo mitteilte, sei man in Münster nun zwar traurig über den Abschied von Claudia. Aber man sei auch gewiss, „dass sie in der Wilhelma bestens aufgehoben ist und sich ebenso gut entwickelt wie ihre Schwester und Ganas erste Tochter Mary Zwo, die ja schon seit Juli 2007 in Stuttgart lebt".

Die Tierpflegerin Bärbel Uphoff und ihr Schützling Claudia bei der Fahrt von Münster nach Stuttgart. Foto: Jörg Adler/Allwetterzoo

Upala wächst und lernt

16.03.2009 -

Seit rund vier Monaten ist Upala jetzt in Stuttgart und mittlerweile ein echter „Wonneproppen“. Mit über acht Kilo wiegt er bald doppelt so viel wie bei seiner Ankunft, ist meist gut gelaunt - und wird immer selbstbewusster. So kraxelte er vor Kurzem erstmals selbstständig bis zur Decke hoch, hängte sich dort lässig ein und blickte mit einem zufriedenen „Na, wie gut bin ich“-Ausdruck im Gesicht auf die anderen herab. Gerne nimmt er jetzt auch Kontakt zu den Besuchern auf, springt und turnt direkt vor der Scheibe umher. Auch das Zusammenspiel mit Mary und Monza klappt immer besser. Monza bringt Upala beim „Herumbubeln“ immer wieder zum Lachen und auch Mary weiß inzwischen genau, wie sie mit dem schwächeren Upala umzugehen hat. Dennoch kann sie es sich nicht immer verkneifen, ihn ein wenig zu pisaken. Schließlich ist und bleibt er auch ein Rivale um die Zuwendung der Ersatzmütter – da sind Gorillas kaum anderes als Menschenkinder. Aber auch Upala muss jetzt lernen, dass er zwar im Notfall von der Pflegerin sofort beschützt wird, aber den Platz auf ihrem Schoß trotzdem nicht für sich allein gepachtet hat ...

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