EAZA-Artenschutz-Kampagnen

Der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA führt seit 2000 jedes Jahr eine Kampagne durch, um Artenschutzprojekte zu unterstützen. Wie alle Zoos, die Mitglied der EAZA sind, nimmt auch die Wilhelma mit eigenen Aktionen teil. Die beiden Hauptziele der Kampagnen: erstens auf die bedrohte Tierart aufmerksam zu machen und zweitens die Projekte mit Geldspenden zu unterstützen.

Weitere Artenschutzprojekte der Wilhelma finden Sie unter Artenschutz vor Ort

 

2018/2019: EAZA Silent Forest Campaign - die Asiatische Singvogel-Krise

Die Singvögel Asiens sind durch den exzessiven Fang für den Haustierhandel in In- und Ausland, traditionelle Gesangswettbewerbe, den Gebrauch in der traditionellen Medizin oder schlicht durch die Jagd für Nahrung bedroht.

Das Halten und zur Schaustellen von Singvögeln ist in großen Teilen Asiens fest kulturell verwurzelt, ein Problembewusstsein für die Folgen des ungebremsten Fangs ist nicht vorhanden: Asiens Wälder drohen zu verstummen! Dem will sich die Silent Forest Campaign entgegenstellen. Es ist die erste EAZA-Kampagne, die Vögel im Fokus hat. Es wird angestrebt, Aufklärung über die Zoogrenzen hinaus zu betreiben und Schutzprojekte in den jeweiligen Ländern zu unterstützen.

Die im Zuge der zweijährigen Kampagne gesammelten finanziellen Mittel werden für Auffang- und Zuchtstationen, Feldforschung zu bedrohten Arten und für die Aufklärung der Bevölkerung verwendet werden. Die sechs hierfür ausgewählten Projekte finden Sie hier.

Die Wilhelma zeigt ab Ostern 2018 eine Ausstellung zur "Silent Forest"-Kampagne und greift das Thema Singvögel in speziellen Thementagen und Veranstaltungen der Wilden Wochenenden auf. Das Programm dazu finden Sie hier

 

EAZA-Pol-zu-Pol-Kampagne 2014/2015

Die elfte Auflage der EAZA-Schutzkampagne setzte den Fokus auf die Lebensräume an Nord- und Südpol, die vor allem durch die fortschreitende globale Erwärmung und das damit verbundene Abschmelzen der Polkappen gefährdet sind. Mit dem Rückgang des Eises verschwindet auch der Lebensraum zahlreicher Tierarten. Von der EAZA wurden beispielhaft zwei einzigartige und charismatische Arten als Botschafter auserkoren: Der Eisbär, der den Nordpol repräsentiert und der Königspinguin als Vertreter des Südpols.

Die Wilhelma bot im Rahmen der Kampagne kostenlose öffentliche Führungen zur "Tierwelt im Klimawandel" sowie Vorträge im Rahmen der Wilden Wochenenden an.

 

EAZA-Menschenaffenkampagne  2010/2011

2010 und 2011 haben sich die 300 europäischen Zoos zusammengetan, um eine möglichst große Summe für eine langfristige Unterstützung von Menschenaffen-Schutzprojekten zu sammeln. Bis Ende 2011 kamen so über 420.000 Euro zusammen!

Die Wilhelma hat zwischen Ostern und Dezember 2011 15.000 Euro zur Menschenaffen-Kampagne beigetragen und wurde hierfür mit dem Gold Award ausgezeichnet.

Auch nach Ende der Kampagne unterstützen wir den Menschenaffenschutz weiter: die Berggorillas im Virunga-Nationalpark, die Bonobo-Waisen in der Auffangstation Lola ya Bonobo (beides in der DR Kongo) und die Orang-Utans durch Aufforstungsprojekte in Malaysia und Indonesien.
 

EAZA-Nashornkampagne (seit 2005/2006): Save the Rhinos – Rettet die Nashörner

Alle fünf Nashornarten sind wegen der Nachfrage nach dem Horn in der traditionellen chinesischen Medizin und als Statussymbol reicher Vietnamesen akut vom Aussterben bedroht.
Sowohl die Nashornarten Afrikas, Spitz- und Breitmaulnashorn, als auch die Nashörner Asiens: Panzernashorn, Java- und Sumatranashorn. Im Zuge der Kampagne wurde auf die leider bis heute andauernde Bedrohung aufmerksam gmeacht und Spenden gesammelt. Auch nach Ende der Kampagne sammelte die Wilhelma weiter: Bis Ende des Jahres 2017 kamen 75.000 Euro für den Nashornschutz in Indien und auf Sumatra zusammen!

Sowohl das Projekt „Indian Rhino Vision 2020“ als auch die Sumatran Rhino Sanctuary im Nationalpark Way Kambas haben davon profitiert.

Die Nashörner können Sie ebenfalls unterstützen durch den Kauf eines "Nashornweines"!
Dieser ist in begrenzter Auflage als Karton à 6 Flaschen für 41 Euro frei Haus erhältlich bei Weingut Gerhard Aldinger, Schmerstraße 25, 70734 Fellbach, Tel. 0711 / 5814-17, Fax 0711 / 5814-18.

Das Weingut unterstützt den Nashornschutz jährlich mit 2000 Euro.

Weitere Informationen finden Sie unter www.eaza.net und www.savetherhino.org.

 

EAZA-Tigerkampagne (2002-2004)

Die Wilhelma sammelte auch nach Ende der offiziellen Kampagne weiter für den Tigerschutz und konnte bis Ende 2017 über 45.000 Euro überweisen! 

Vor 100 Jahren gab es noch etwa 100.000 wilde Tiger, heute wird ihre Zahl auf unter 3000 geschätzt. 1997 gründete die Zoologische Gemeinschaft London in Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzorganisationen die Initiative 21st CENTURY TIGER, um Projekte für den Tigerschutz durchzusetzen.

Die Wilhelma unterstützte dabei ein Projekt, das im „Kerinci Seblat Nationalpark“ auf Sumatra angesiedelt ist, einem der größten und bedeutendsten Schutzgebiete Südostasiens und dem wichtigsten Rückzugsgebiet der Sumatra-Tiger überhaupt.

Insgesamt wurden in den EAZA-Zoos mehr als 750.000 Euro Spenden gesammelt!

Weitere Informationen unter www.21stcenturytiger.org und www.eye-of-the-tiger.com.

EAZA-Bushmeat-Kampagne 2000

Die erste Kampagne der EAZA fand im Jahr 2000 zum Thema „Bushmeat“ statt.
Die Wilhelma beteiligte sich an der EAZA-Kampagne zum Kampf gegen den illegalen kommerziellen Handel mit Wildtierfleisch.  Die Ausstellung „Gorillas im Kochtopf“ wurde von der Wilhelma finanziert und im Rahmen der EAZA-Kampagne in vielen deutschsprachigen Zoos gezeigt.

Während der Sonderausstellung wurden in der Wilhelma 56.000 von europaweit etwa 1,9 Millionen Unterschriften gesammelt. An der Kampagne nahmen mehr als 150 Zoos in 23 Ländern teil, rund 80 000 Euro Spenden für Projekte zur Bekämpfung des Wildfleischhandels wurden eingenommen. Nach der Übergabe der Unterschriften an den EU-Petitionsausschuss im Januar 2002 dauerte es nochmals zwei Jahre, bis aus der Petition eine offizielle EU-Resolution wurde. Am 14. Januar 2004 verabschiedete das Europäische Parlament in Straßburg mit überwältigender Mehrheit einen umfassenden Katalog von Forderungen an die Eu-Kommission, die nun mit der Umsetzung dieser Resolution beschäftigt ist. Dank der vielen Unterschriften haben europäische Politiker damit begonnen, ihren Teil der Verantwortung für die Bekämpfung des Buschfleischhandels ernst zu nehmen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bushmeat.de