20. Jahrhundert

1919 Die Wilhelma wird Staatsbesitz und als botanischer Schaugarten weitergeführt. Mit dem Ende der Monarchie in Deutschland werden die Parkanlagen endgültig für die Stuttgarter Bevölkerung geöffnet.

1933 Der erst 29-jährige Gartenbauingenieur Albert Schöchle wird Leiter der Wilhelma und 1936 Direktor der Staatlichen Anlagen und Gärten.

1944 Durch Bombenangriffe werden große Teile der Wilhelma stark zerstört. Übrig bleiben nur der „Maurische Garten“, Reste des Wohngebäudes mit den kostbaren Gewächshäusern, das Küchengebäude und der Eingang zum Festsaal, die alte Gewächshausreihe am Neckar, der Belvedere-Pavillon und die Damaszener-Halle. Das Wohngebäude wird im Laufe der Jahre wiederhergestellt und zur Tropenhalle mit der Nachttierabteilung ausgebaut. Der zerstörte Maurische Festsaal wird nach damaligen Erwägungen abgetragen. An seiner Stelle befindet sich heute das Aquarium und die Krokodilhalle – integriert ist eine Originalfassade des Maurischen Festsaals.

1948 Albert Schöchle wird auch Leiter der Staatlichen Gärten in Ludwigsburg. In den Jahren 1954 – 1975 führt er die Geschäfte des Blühenden Barocks.

ab 1949 Nach einigen Jahren Gemüseanbau für die Stuttgarter Krankenhäuser in der Nachkriegszeit eröffnet die Wilhelma 1949 wieder für Besucher mit einer Azaleen-Ausstellung. Eröffnungstag: 19.3.1949. Am 3. Juni folgt die „Große Aquarienschau“, im September die Sonderausstellung „Wandlung der Pflanze seit Urzeiten“.

1951 Mit der Schau „Afrikanische Steppentiere“ beginnt die Haltung von Giraffen, Zebras und Antilopen. Die ersten Pinguine kommen in die Wilhelma.

1952 Mit der Ausstellung „Indische Dschungeltiere“ werden die ersten Elefanten und Tiger in der Wilhelma gehalten. Nach den Ausstellungen bleiben die Tiere stets in der Wilhelma. Den Bürgern gefällt dies, das Finanzministerium hingegen ordnet an: „Die wilden Tiere haben aus der Wilhelma zu verschwinden.“ Direktor Schöchle sucht mit einem Löwenjungen Finanzminister Frank auf und bittet ihn, das Löwenjunge zu taufen. Der Minister lässt sich auf diesen öffentlichkeitswirksamen Handel ein und spricht damit ein entscheidendes Ministerwort. Man rettet sich mit einer vorläufigen Genehmigung. Die Tiere dürfen bleiben und man setzt weitere Anschaffungen fort.

ab 1952 Die Wilhelma wird zum einzigen zoologisch-botanischen Garten Deutschlands ausgebaut. Die Wilhelma bekommt die ersten drei Elefanten. Eine davon ist Vilja. Sie kommt mit etwa drei Jahren her und lebt hier bis 2010, bevor sie mit über 60 Jahren als älteste asiatische Elefantin Europas stirbt.

1955 Die Wilhelma erhält den Status eines Wirtschaftsbetriebes des Landes Baden-Württemberg und kann somit selbstständiger wirtschaften als zuvor.

1956 Der „Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma e.V.“ wird gegründet.

1958 Die Wilhelma bekommt ihre ersten drei Schimpansen – ehemalige Zirkusaffen. Bis zum Jahr 2006 werden über 90 Menschenaffenbabys in der Wilhelma geboren. Bis heute befindet sich in der Wilhelma die einzige Aufzuchtstation für Menschenaffen in Europa.

1960/61 Der Ministerrat billigt den weiteren Ausbau der Wilhelma, später stimmt auch der Landtag von Baden-Württemberg zu.

1962 Das Maurische Landhaus wird zum kombinierten Haus für tropische Tiere und Pflanzen mit der weltweit ersten Nachttierabteilung in einem Zoo.

1967 An der Stelle des zerstörten Maurischen Festsaals wird das Aquarium-Terrarium mit der Krokodilhalle eröffnet. Die Wilhelma erwirbt das später berühmte weiße Krokodil. Ein Orang-Utan wird als erster Menschenaffe in der Wilhelma geboren.

1968 Das umgestaltete Interims-Aquarium wird als Vögel- und Kleinsäugerhaus eröffnet.

1969 Fertigstellung des restaurierten nördlichen Gewächshauses und des Kuppelhauses am Maurischen Landhaus.

1970 Wilbert Neugebauer, der seit 1955 in der Wilhelma arbeitet, wird Direktor der Wilhelma. Die Freiland-Terrarien werden fertig gestellt.
Die jährliche Besucherzahl steigt von etwa 1,03 Millionen im Jahre 1960 auf mehr als 1,61 Millionen Besucher an.

1973 Eröffnung der Häuser für Menschenaffen und niedere Affen sowie der Freianlage für Klammeraffen.

1975 Die Felsanlagen für Affen und Klettertiere sind fertig gestellt.
Die Wilhelma-Schule wird eingerichtet.

1978 Die Wilhelma feiert ein Doppeljubiläum: 125 Jahre Wilhelma – 25 Jahre zoologisch-botanischer Garten.

1979 Das neue Insektarium wird in Betrieb genommen.

1980 Eröffnung der Afrikanischen Huftieranlage mit 6 Stallgebäuden und 12 Freianlagen.

1981 Die Subtropenterrassen für Papageienvögel werden eröffnet.

1982 In das Jungtieraufzuchthaus können die ersten Bewohner einziehen. Es wurde mit Hilfe des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma erbaut.

1985 Der 50. Menschenaffe – der zugleich auch der 20. Gorilla ist – wird in der Wilhelma geboren.

1987 Das Wilhelma-Theater ist fertig restauriert. Es wird künftig von der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart genutzt.

1989 Der Kurator für das Aquarium, Dieter Jauch, wird Direktor der Wilhelma.

1991 Die Anlage für Bären und Klettertiere wird mit einem großen Fest eröffnet. Der Bau wurde mit Hilfe des Fördervereins ermöglicht.

1992 In der restaurierten Damaszener-Halle wird eine Ausstellung zur Baugeschichte der Wilhelma gezeigt, die seitdem immer von März bis Oktober zu sehen ist.

1993 Die Vogelanlage zwischen Haupteingang und Gaststätte sowie der Schaubauernhof werden im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) 1993 eröffnet.