25.10.16
Hunde helfen Berggorillas retten: Ein Ranger berichtet

Berggorillas gibt es nur noch wenige hundert auf der Welt. In der Vergangenheit dezimierten Wilderer den Bestand der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen sogar in einem Schutzgebiet wie dem Virunga-Nationalpark in Zentralafrika. In den Weiten des Parks ist es äußerst schwierig, den Wilddieben auf die Spur zu kommen. Selbst wenn sie nicht das direkte Ziel der Wilderer sind, geraten Berggorillas immer wieder in ausgelegte Schlingen und sterben an den Folgen. Auch für reiche Privatleute, die glauben, sich daheim ein Gorillababy halten zu können, werden ganze Gorilla-Sippen getötet, um an ein Jungtier zu kommen. Aber nicht selten sollen die unter Artenschutz stehenden Tiere auch nur aus dem Weg geschafft werden, weil deren Schutzgebiete in dem Kampf um Macht, Land, Bodenschätze und Ackerflächen stören.

Seit einigen Jahren erhalten die Ranger bei der Verfolgung der Wilderer Hilfe durch ausgebildete Spürhunde. Die Wilhelma hat den Aufbau der Hundestaffel seit 2012 unterstützt. Jetzt kommen der Leiter der Hundestaffel, Christian Shamavu, und die Ausbilderin Dr. Marlene Zähner in den Zoologisch-Botanischen Garten nach Stuttgart. Sie berichten am kommenden Samstag und Sonntag, 29./30. Oktober, in der Reihe der Wilden Wochenenden aus ihren Erfahrungen bei der auch für die Wildhüter lebensgefährlichen Arbeit im Kongo und von dem Erfolg des Projekts. Am Rande der Diavorträge, die an beiden Tagen um 11, 13 und 15 Uhr in der Wilhelmaschule zu sehen sind, stellen die Spürhunde ihre unglaublich feine Nase bei einer Suchaktion unter Beweis. Die Teilnahme ist bereits mit dem Eintrittspreis der Wilhelma abgedeckt. Kleine Spenden für dieses Congohound-Projekt sind jedoch willkommen.

Seit fünf Jahren unterstützt die Wilhelma die Congohounds und hat mittlerweile 93.000 Euro an Spenden für die Anti-Wilderer-Hundestaffel sowie begleitende Sozialprojekte für Bedürftige in dem Bürgerkriegsland gesammelt. Die Weltzoo-Organisation WAZA hat das Programm offiziell anerkannt. Die flankierenden Maßnahmen finanzieren zum Beispiel den Schulbesuch für Kinder und fördern die Umweltbildung, damit es den Familien besser gelingt, ihren Lebensunterhalt ohne Raubbau an der Natur zu bestreiten.


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