26.10.17
Gorillaschutz: Ranger mit Spürhunden zu Gast

Der Kampf ums Überleben der letzten Berggorillas ist auch für ihre Beschützer gefährlich. Schwer bewaffnet heften sich die Ranger im Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo an die Fersen der Wilderer, die in dem Schutzgebiet viele der Menschenaffen auf dem Gewissen haben. Bei der Suche helfen ihnen die Spürhunde des Congohounds-Projekts, gefördert auch von der Wilhelma in Stuttgart. Deswegen führen die Wächter von Afrikas ältestem Nationalpark ihre Spürnasen an diesem Wochenende, 28./29. Oktober, im Zoologisch-Botanischen Garten vor.

Bei den „Wilden Wochenenden“ berichtet die Projektleiterin Marlene Zähner mit einem Ranger am Samstag und Sonntag jeweils um 11, 14 und 16 Uhr in der Wilhelmaschule aus erster Hand von der aufopferungsvollen Arbeit, die schon manchem Kollegen in der Unruheregion das Leben gekostet hat. Sie haben einen der eindrucksvollen Bluthunde mit, die zum „Mantrailing“ eingesetzt werden. Und ein Springer-Spaniel demonstriert, wie er mit seinem unglaublichen Geruchssinn die Gesetzeshüter beim Auffinden von Waffen und Elfenbein unterstützen kann. Die Teilnahme an dem Aktionstag gegenüber der Geiervoliere ist bereits im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten. Mit selbst bestimmten Spenden können die Besucher das Projekt zum Erhalt der Gorillas fördern.

Die Lage in der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahren so dramatisch für Mensch und Tier, dass sie zur Ausrottung der Berggorillas führen könnte. Denn in dem Bürgerkriegsgebiet sind bei dem blutigen Ringen um Macht, Land, Bodenschätze und Ackerflächen Schutzgebiete nur im Weg. Die Wilhelma unterstützt deshalb seit 2012 den Artenschutz vor Ort, indem sie mit Spenden ihrer Besucher sowohl die Ausstattung der Ranger und die Ausbildung der Spürhundestaffel mitfinanziert als auch soziale Projekte fördert, die der heimischen Bevölkerung durch Bildung Möglichkeiten eröffnet, sich eine andere Lebensgrundlage als durch Wilderei aufzubauen.

Das Congohounds-Programm ist von der Weltzoo-Organisation WAZA offiziell anerkannt. Die Zahl der Gorillas im Virunga-Park hat sich in den vergangenen Jahren von weniger als 500 auf rund 880 etwas erholt. Die Spürhunde sind ein wichtiger Faktor der deutlich verbesserten Situation. Weitere Informationen zum Projekt mit Sitz in der Schweiz gibt es im Internet unter www.congohounds.ch.


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