10.06.16

Australien-Schau: Spaziergang über den fünften Kontinent

Wer dem trüben, wechselhaften Regenwetter entfliehen und den Sommer spüren will, kann nach Australien fliegen – oder in die Wilhelma gehen: Im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart ist es beständig schön. Die aktuelle Australien-Schau macht die Naturschönheiten des fünften Kontinents jetzt bis September in all ihren Formen erlebbar.

„Down Under“ hat weit mehr zu bieten als flirrende Hitze in roter Wüste, deren Fotos die Reisekataloge zieren. Die Zierpflanzengärtner der Wilhelma haben in der historischen Gewächshauszeile einen abwechslungsreichen Spazierweg gestaltet, über den man quasi vom tropischen Queensland bis zur Südküste Australiens flanieren kann. Dabei durchlaufen die Besucher die kontrastreichen Klimazonen vom tropischen und temperierten Regenwald über den trockenen Eukalyptuswald bis zur Australischen Heide und den Sanddünen. Mal fällt die Vegetation üppig aus, mal karg. Beides hat seinen Reiz. Nachgebildete Lebensräume aus Pflanzen, Tieren und Kultur geben der Schau einen eigenen Charme.

Über 100 Pflanzenarten sind zu sehen, die Bandbreite reicht von der Macadamia-Nuss bis zu den Mangroven. Etliche Gewächse tragen kuriose Namen, wie die Kängurupfötchen, der Känguruwein oder der Känguruapfel. Echte Kängurus selbst gibt es in der Wilhelma natürlich auch zu sehen, doch die hüpfen nicht durch die Ausstellung. Die australische Tierwelt vertreten stattdessen Hingucker wie Korallenfingerfrösche und Riesengespenstschrecken: Man muss wirklich genau hingucken, um sie in den Terrarien zu entdecken. Auf den ersten Blick sehen die großen Schrecken selbst wie vertrocknete Blätter aus: eine geniale Tarnung. Bei näherer Betrachtung sieht man ihre feinen Gliedmaßen und die Stacheln, mit denen sie sich gegen Fressfeinde schützen. Wer ein waches Auge hat, entdeckt noch andere nette Details am Wegesrand, etwa einen nachgebauten Termitenhügel und eine abgestreifte Schlangenhaut. Doch keine Sorge: Weder Termiten noch Schlangen sind in der Schau frei unterwegs. Die Elemente bereichern die authentische Optik dieses Australien-Ausschnitts. Zu dem Ambiente tragen Wandmalereien bei, die an die traditionelle Kunst der Ureinwohner anknüpfen. Umrisse menschlicher Hände und abstrahierte Darstellungen von Schlangen und Kängurus erinnern an die große Kultur der Aborigines. (kni)

Pressefotos

Bild 1: Wilhelma-Gärtner Christian Mikoteit in der Australien-Schau. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Riesengespensterschrecken sind in einem Terrarium zu entdecken. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Strohblumen wachsen vor einer Wandmalerei im Aborigine-Stil. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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