22.09.16

Bongos kehren auf neugestaltete Anlage mit afrikanischem Flair zurück

Große Augen haben die Bongos gemacht und zaghaft einen Huf vor den anderen gesetzt. Vorsicht liegt in der Natur der scheuen Waldantilopen, einer der seltensten Tierarten weltweit. Und bei der Rückkehr in die Wilhelma diese Woche war auf ihrer Außenanlage praktisch nichts mehr wie sie es noch vom Frühjahr kannten. Ein Hauch von Afrika liegt nun über dem rund 1000 Quadratmeter großen Gelände, das der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart im Frühjahr modernisiert und neu gestaltet hat. Danach brauchten die Pflanzen noch Zeit einzuwachsen. Nicht nur das Ambiente des Geheges wurde verändert, sondern alles nach den Bedürfnissen der Bongos neu angelegt. Weil sie Fluchttiere sind, haben sie zum Beispiel für ihr Sicherheitsgefühl den einen oder anderen Sichtschutz bekommen.

Dem Projekt Gestalt gegeben hat die Landschaftsarchitektin Katja Siegmann vom Fachbereich Parkpflege der Wilhelma: „Meine Zielsetzung war, dafür Naturmaterialien zu verwenden, die ein ruhiges, harmonisches Gesamtbild ergeben“, erklärt sie. Die Anlage soll gleichermaßen Tieren und Besuchern gerecht zu werden. Das Element des strohgedeckten Unterstands für die Bongos hat Siegmann noch einmal aufgenommen durch eine Rundhütte für die Besucher. Als Sichtschutz haben auf dem terrassierten Terrain dicht stehende Stämme die unansehnlichen Palisaden ersetzt. Eine Sichtblende direkt am Fußweg bietet mit schmalen Schlitzen Durchblick. „Hier können die Besucher die Bongos länger anschauen, ohne dass die sich beobachtet fühlen und zurückziehen“, erläutert Siegmann. Für das Schaffen der afrikanischen Optik hat die Wilhelma den Erfurter Kunsthandwerker Boniface Ametepe gewonnen. Der gebürtige Togoer hat der Anlage mit der traditionellen Holzbearbeitung, dem Schnitzen von Masken und Legen von Mosaiken eine besondere Note gegeben.

Für die Umgestaltung waren die Bongos ein knappes halbes Jahr ausgewandert auf den Tennhof, den nicht-öffentlichen Außenposten der Wilhelma. Jetzt sind Bock Tambo, seine drei Kühe und seine jüngste Tochter Ndala wieder im Gehege am hinteren Ende der Giraffenanlage neben den Okapis zu sehen. Sie sind echte Hingucker mit ihren prächtig gedrehten Hörner, den fast parallelen weißen Nadelstreifen auf dem rotbraunen Fell sowie dem getrimmt wirkenden Bürstenkamm, der über den ganzen Rücken läuft. In der Natur, wo sie ausschließlich in Kenia vorkommen, gibt es vielleicht noch gerade einmal 100 der ostafrikanischen Waldantilopen. Die Zerstückelung ihres Lebensraums und Wilderei haben sie extrem rar gemacht. Für den Erhalt der Tierart ist die Nachzucht daher von existenzieller Bedeutung. In Stuttgart sind, seit die Wilhelma 1980 mit der Haltung begonnen hat, bereits rund 50 Kälber geboren worden. In Zoos leben weltweit inzwischen um die 700 Bongos. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-2: Die Außenanlage der Bongos ist neu gestaltet worden: terrassenartig, mit Sichtschutz aus Holzstämmen und afrikanischer Strohhütte. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Die neue Strohhütte als Unterstand ist auf der umgestalteten Außenlage der Bongos sehr beliebt. Bock Tambo bekommt hier Besuch von einem Sudanhornraben. Beide Tierarten stammen aus Afrika. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Mit etwas Geduld lassen sich die scheuen Bongos auf der neugestalteten Außenanlage auch einmal ganz aus der Nähe beobachten. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5-6: Durch den - afrikanisch gestalteten - Sichtschutz fühlen sich die Bongos weniger beobachtet. So können die Besucher die scheuen Waldantilopen länger anschauen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 7: Die Außenanlage der Bongos ist neu gestaltet worden: terrassenartig, mit Sichtschutz aus Holzstämmen und afrikanischer Strohhütte. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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