26.01.16

Sonderschau „Wenn die Banane mit dem Flughund": Tiere als Bestäuber

Verlocken, Belohnen, Täuschen: Die genialen Fortpflanzungsstrategien von Pflanzen zeigt die Stuttgarter Wilhelma ab Mittwoch, 27. Januar, in der außergewöhnlichen Sonderschau „Wenn die Banane mit dem Flughund …: Tiere als Bestäuber“. Sie nutzt dabei ihre Möglichkeiten als einziger zoologisch-botanischer Garten in Deutschland, um das faszinierende Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren unmittelbar erlebbar zu machen. Weltweit einmalig ist dabei die Chance, zu beobachten, wie Geckos eine der seltensten Blumen auf Erden, die Mauritische Glockenblume, bestäuben. Die wegen ihres seltenen roten Nektars, der Blutstränen ähnelt, berühmte Pflanze wächst nur an der Felswand bei einem Wasserfall auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean.

„Jedes Kind hört von den Bienchen und Blümchen“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, „aber bei der Bestäubung haben sich noch viel exotischere Partnerschaften entwickelt. Auch der nächtliche Besuch des Flughunds bei der Bananenstaude dient deren Fortpflanzung. Jeder isst Bananen und die meisten Menschen haben von Flughunden gehört, aber das Zusammenspiel der Stauden mit den Fledertieren ist kaum jemandem bekannt.“ Die Ausstellung widmet sich einem Kernthema der Evolution: Wie überbrücken die angewurzelten Pflanzen die Distanz zu ihren Artgenossen, um bei der Fortpflanzung ihre Gene neu zu kombinieren und die Überlebenschancen zu erhöhen? Sie machen sich die Tiere zunutze. Die Natur hat unglaubliche Wege gefunden, die Boten anzulocken, mit Farben und Formen, Gerüchen und Geschenken, um ihnen den Blütenstaub für den Transport unterzujubeln. Die Botaniker und Zoologen der Wilhelma machen dies an elf Stationen mit lebendigen Beispielen aus Flora und Fauna anschaulich: Hier brummeln Hummeln von Blume zu Blume, dort saugen schillernde Nektarvögel mit ihrem dolchartigen Schnabel aus schlanken Blütenkelchen Nektar. Selbst Säugetiere, wie Striemengrasmäuse, bestäuben Blüten südafrikanischer Sträucher. Trickreiche Aasblumen überlisten Fliegen mit Verwesungsgeruch und sogar mit der Temperatur von totem Fleisch. Und manchmal hilft auch der Wind …

Texttafeln erläutern die fruchtbaren Kooperationen genauso wie die Vorteile und Gefahren, wenn Pflanze und bestäubendes Tier so perfekt angepasst sind, dass sie für ihr Überleben auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind. Sie erzählen die Geschichte von der Hawaii-Palme und einem auf der Vulkaninsel ausgestorbenen Nachtfalter. Die Besucher erfahren auch, warum bei der Tomatenzucht die Natur der Technik überlegen ist, aber Vanilleschoten bis heute teuer sind.

Die Sonderausstellung ist im Wechselschauhaus neben dem Kamelien- und Fuchsienhaus zu sehen. Sie läuft bis zum 24. April. Ihr Besuch ist im Eintrittspreis der Wilhelma bereits enthalten. (kni)

 

Pressefotos

Bild 1: Eine Striemengrasmaus sitzt auf einem Zuckerbusch (Protea). Foto: Wilhelma

Bild 2: Die Mauritische Glockenblume bringt „Tränen“ aus rotem Nektar hervor. Foto: Wilhelma

Bild 3: Nektarvögel sind mit ihren langen dünnen Schnäbeln spezialisiert, Nektar aus den schlanken Blütenkelchen zu trinken. Foto: Wilhelma

Bild 4: Plakatmotiv der Sonderausstellung mit Flughund an einer Bananenstaude. Foto: Merlin Tuttle

Bild 5: Titelfoto vom Ausstellungsplakat mit Flughund an einer Bananenstaude. Foto: Merlin Tuttle

 

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