29.07.16

Sensible Seerosen fordern Wilhelma-Gärtner jedes Jahr anders heraus

Und wieder ist es geschafft: Der Seerosenteich erblüht passgenau zu den Sommerferien in voller Pracht. Das Kronjuwel im Herzen der historischen Wilhelma, dem Maurischen Garten, funkelt in der leuchtenden Farbpalette tropischer Blüten. Dank der tellerartigen Blätter stapfen Teichhühner trockenen Fußes über das Wasser. Und Bienen umschwirren die hoch aufragenden Lotosblumen.

Beschaulich und erholsam ist hier die Atmosphäre in dieser malerischen Szenerie des ansonsten so lebendigen Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart für die Besucher. Anstrengend ist dagegen der Kraftakt für die Gärtner, das 650 Quadratmeter große Blütenmeer aus den besonders sensiblen Geschöpfen immer wieder neu entstehen zu lassen. Um dessen traumhafte Form zu erhalten, steigen die Gärtner Achim Bauer und Marcus Hoffmann im Sommer dreimal pro Woche in das 30 Grad warme Wasser und putzen die Pflanzen aus. Ein Neopren-Anzug schützt sie vor Stacheln. Doch bis es soweit ist, stellt sie die Anzucht jedes Jahr vor eine andere Herausforderung.

Gerade war das Becken zum 50-Jahr-Jubiläum des Seerosenteichs saniert, da wollten 2013 die Pflanzen aus den 71 Unterwassertrögen nicht so recht sprießen. Nach dem Auszug aus dem warmen Winterquartier machte den tropischen Schönheiten ein besonders kaltes Frühjahr zu schaffen. Doch die fast 40 Arten und Sorten holten im warmen Sommer schnell auf. Nach einer problemlosen Saison 2014 avancierte 2015 zu einem wahren Krimi. „Wir hatten alles wie sonst gemacht, aber die Seerosen wollten nicht gedeihen“, berichtet Chefbotaniker Dr. Björn Schäfer, „wir standen vor einem Rätsel.“ Die Wasserproben waren einwandfrei. „Dann kam uns die Seerose ‚Wilhelma‘ zur Hilfe“, erinnert sich Schäfer. „Uns kam seltsam vor, dass nur diese Sorte ordentlich gewachsen ist. Sie steckte als winterharte Seerose als einzige noch im alten Substrat.“ Doch auch das Substrat, in dem die neu eingepflanzten Seerosen steckten, erwies sich als gut. Blieb allein noch der Dünger.

Laut Hersteller enthielt er dieselben Inhaltstoffe in identischen Mengen wie zuvor. „Weil wir keinen anderen Ansatz mehr hatten, haben wir trotzdem nachgehakt“, sagt Schäfer. Siehe da: Der neue Dünger hatte einen neuen Trägerstoff für die Nährstoffe. „Neuerdings wurde Zuckerrübenmelasse verwendet“, so Schäfer, „Die löst sich wie Zucker im Tee, gibt nur einen schnellen Nährstoffschub, und die Spurenelemente sind auch gleich ausgeschwemmt. Da unser Wasser im Teich regelmäßig gewechselt wird, hatten unsere Seerosen mächtig Hunger geschoben und sind verkümmert.“ Die findigen Wilhelma-Gärtner steckten Hornspäne in Zeitungspapier gewickelt als kontinuierliche Düngerzufuhr in die Pflanztröge und retteten die Seerosenblüte 2015.

Banal, aber fatal war das Problem 2016: Im Frühjahr versagte über Nacht ein Ventil im Wasserzulauf der Kulturbecken. Und obwohl die tropischen Seerosen warmes Wasser lieben, wurde es ihnen doch zu heiß. Bauer und Hoffmann mussten praktisch alle Pflanzen noch einmal nachziehen. Das ist ihnen in der Kürze der Zeit prächtig gelungen – wovon man sich jetzt im Maurischen Garten überzeugen kann. (kni)

Pressefotos

Bild 1: Lotosblume erblüht am Seerosenteich vor dem Maurischen Festsaal. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Der Maurische Festsaal spiegelt sich im Tropischen Seerosenteich. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Ein Teichhuhn steht auf Blättern im Seerosenteich im Maurischen Garten. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Eine Libelle fliegt über den Seerosenteich im Maurischen Garten. Foto: Wilhelma Stuttgart

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