03.03.17

Orchideen: „Königinnen der Blumen“ brauchen zehn grüne Finger

Wie ziselierte Kronjuwelen funkeln die filigranen Blüten der Orchideen hinter den aufs Feinste polierten Scheiben ihrer Glasvitrinen. Edel wie die Schätze eines Museums präsentiert die Wilhelma in Stuttgart ihre botanischen Kleinode. In der Tat gelten sie als die Königinnen der Blumen. Gerade im Winter sind die Gewächshäuser des zoologisch-botanischen Gartens eine Pilgerstatt für Liebhaber seltener Arten, prächtiger Farben und bizarrer Formen. Selbst wenn heutzutage Gartenmärkte und Blumenläden Orchideen anbieten, bleibt jenseits der Phalaenopsis die Betreuung der sensiblen Raritäten die Königsdisziplin unter den Gärtnern.

Die international renommierte Orchideen-Sammlung der Wilhelma, die eine der größten und bedeutendsten in Deutschland ist, hegen und pflegen Bernd Uhlmann und Oliver Zimmer. Nicht nur einen grünen Daumen, sondern gleich zehn grüne Finger benötigen sie, damit die zarten Pflänzlein gedeihen. Weltweit gibt es um die 18.500 Arten, in Europa etwa 60, die oft höchst unterschiedliche Anforderungen an die Pflege stellen. Orchideen gehören wie die Gräser zu den Einkeimblättrigen Pflanzen. Doch anders als die Gräser werden sie nicht windbestäubt, sondern haben sich für die Bestäubung durch Tiere angepasst – bei manchen durch Insekten, bei anderen durch Vögel bis zu Fledermäusen und sogar Fröschen. Diese Aufgabe müssen Uhlmann und Zimmer mit ruhiger Hand und höchster Präzision übernehmen, um die teilweise nur wenige Millimeter großen Blüten mit Hilfe von Stäbchen und Drähtchen zu bestäuben.

Aus der großen Vielfalt, die hinter den Kulissen in vier klimatisch getrennten Anzuchthäusern wächst, ist für die Besucher der Wilhelma jeden Tag eine wechselnde Auswahl von um die 100 blühenden Exemplaren zu sehen. Denn die Blüte dauert je nach Art nur von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. So gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Zu finden sind die Orchideen in der historischen Gewächshauszeile, die am Haupteingang beginnt. Den Schwerpunkt bilden die Vitrinen im Warmhaus. Im ersten Schaukasten sind links Orchideen aus Mittel- und Südamerika sowie rechts aus Asien und Südostasien zu sehen. Es folgt eine vielseitig gemischte Vitrine. Auch im Wintergarten kann man einige der Aufsitzerpflanzen antreffen. Die Cymbidium grandiflorum aus dem Himalaya etwa lässt ihre Blütenkaskade von einem knorrigen Gummibaum herab. (kni)

Pressefotos

Bilder 1: Die Comparettia speciosa lockt in der Heimat Ecuador zur Bestäubung Kolibris an. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2-3: Insekten, die in die glatte Tasche der Paphiopedilum-Hybride „Monarch“ rutschen, haben nur einen Ausweg: Er führt sie direkt am Pollen der Orchidee vorbei. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Von der Paphiopedilum gibt es viele Zuchtformen wie die Hybride „Kehler“ (oben) und die unbenannte gelbe Hybride. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Die Galeandra Clowesii ist im Tiefland Südamerikas beheimatet. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 6: Die Cymbidium grandiflorum im Wintergarten der Wilhelma stammt aus dem Himalaya. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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