05.05.17

Hardun: Der kleine Gladiator mit dem Schleuderschwanz

Jetzt ist auch für ihn die Winterpause vorbei: Auftritt für den Hardun! Jeden Tag brandet Applaus an seinem Gehege in der Wilhelma auf. Doch gelten die Ovationen nie der kleinen Echse. Ihre „Bühne“ ist nur Nebenschauplatz, wenn die Besucher das Seelöwenbecken bei der Fütterung zu Hunderten umringen und dem Hardun den Rücken zukehren. Und so lebt an prominenter Stelle des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart ein unter den Wilhelma-Tieren wenig bekannter Charakter, der dennoch absolut sehenswert ist. Dabei fristet er keineswegs ein Schattendasein, sondern lässt sich an einem der sonnigsten Orte des Parks als wechselwarmes Reptil von den wärmenden Strahlen auf Betriebstemperatur bringen.

Der Hardun ist etwas Besonderes. Unter den Schuppenkriechtieren zählt er zu der Familie der Agamen. Deren 280 Arten sind anpassungsfähig und von Nordafrika über Südwestasien bis nach Australien anzutreffen. Nur in Europa gibt es lediglich eine einzige Agamen-Art: den Hardun. Ihn findet man auf Inseln in der Ägäis wie Kos, Samos oder Rhodos bis nach Saloniki auf dem griechischen Festland sowie in der Türkei. In der Wilhelma bewohnt er daher mit den Griechischen Landschildkröten, Breitrandschildkröten, Perleidechsen und der Schleichen-Art Scheltopusik die mediterrane Landschaft vor der Krokodilhalle. In die Nachbarschaft passt er auch optisch gut. Beschuppt und stachelig erinnert sein wehrhaftes Erscheinungsbild an die Krokodile – selbst wenn er nur eine Körperlänge von bis zu 35 Zentimetern erreicht. Und zu der trägt bereits erheblich sein martialisch aussehender Schwanz bei: Stachelbewehrt und sehr hart hat ihm diese Waffe den Beinamen Schleuderschwanz eingetragen. Dabei ist das scheue Tier nicht kämpferisch, es flüchtet sich bei Gefahr in Felsspalten. Doch dringt ein Feind weiter vor, dreht sich der kleine Gladiator schnell im Kreis und schleudert so seinen Schwanz herum, um den Eindringling zu treffen.

Ab Oktober waren die Reptilien vor Frost geschützt in ihrem Winterquartier. Seit der Frühling milder geworden ist, konnten die Sonnenanbeter auf ihre Außenanlage zurückkehren. Aktuell lohnt ein genauerer Blick. Denn nach der Winterruhe beginnt gleich die Paarungszeit. Dann zeigt das sonst graubraune bis schwarze Hardun-Männchen blaue Einsprengsel. Zu beobachten ist auch das auffällige Kopfnicken. Es dient dem Sozialverhalten mit Artgenossen: dem Drohen und Dominieren gegenüber anderen Männchen, aber auch dem Imponieren und Balzen gegenüber Weibchen. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-4: Ein Hardun auf der mediterranen Außenanlage der Wilhelma in Stuttgart zeigt im Frühjahr blaue Einsprengsel in seiner ansonsten graubraunen Färbung. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Ein Hardun begegnet auf der mediterranen Landschaft im Außengehege der Wilhelma in Stuttgart einer Breitrandschildkröte. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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