05.09.17

Zwei Fohlen der Grévy-Zebras gehen auf Streife

Was für ein Körperbau! Von vorne gesehen sind die beiden neugeborenen Zebras der Wilhelma in Stuttgart nur ein Strich in der Landschaft. Im Profil zeigen die eine Woche alten Fohlen dagegen bereits ihre enorme „Bodenfreiheit“. Schon mit der Geburt haben die Jungtiere praktisch die volle Beinlänge erwachsener Zebras, damit sie mit den Großen mithalten können. Wenige Minuten nach der Geburt konnten die zwei Fohlen stehen und laufen, berichten die Tierpfleger des Zoologisch-Botanischen Gartens. In der Natur ist dies für die Fluchttiere überlebenswichtig, um den Raubtieren zu entkommen, die es auf die Schwächsten abgesehen haben. Seit Wochenanfang dürfen die Kleinen ins Außengehege und sind ab jetzt immer öfter für die Besucher zu sehen, wie sie die Savannen-Anlage kennen lernen und ihre staksigen Beinchen beim Herumgaloppieren austesten und stärken.

In der Wilhelma hatte Stute Gabora am Freitag, 25. August, Tochter Lisbeth zur Welt gebracht, am Sonntag, 27. August, folgte Theo als Sohn von Stute Milly. Blieben sie den ersten Tag noch im Stall, durften die Sprösslinge danach ins Vorgehege, um sich langsam an ihr Umfeld und die anderen Mitglieder der Gruppe zu gewöhnen. Zu der gehören noch die Stuten Leonie und Lady. In der Prägephase bleiben die Fohlen dicht bei ihren Müttern, um sich Stimme, Geruch und auch das individuelle Streifenmuster einzuprägen. Die Streifen helfen nicht nur dabei, dass die Tiere sich untereinander besser erkennen, sie bieten Studien zufolge auch den Vorteil, dass die Tsetse-Fliegen als Krankheitsüberträger sich seltener auf gestreifte Flächen setzen. Nebenbei machen sich auch Forscher diesen „Fingerabdruck“ zunutze, die auf Fotos die Tiere durch den individuellen Strichcode identifizieren und auseinander halten können. Die Art der Grévy-Zebras, wie sie die Wilhelma hält, ist nach dem früheren Staatspräsidenten von Frankreich Jules Grévy benannt. Es sind die größten Zebras und haben das dichteste Streifenmuster. Sie kommen nur in Halbwüsten in Südäthiopien und Nordkenia vor und gelten als stark gefährdet. Ihr Bestand lag Ende der 1970er Jahre bei rund 15.000 Tieren. Heute geht man von nur noch etwa 2.500 aus. Zoos haben inzwischen eine Reservepopulation von gut 500 Grévy-Zebras aufgebaut.

Die Gruppe ihrer Zebra-Stuten hat die Wilhelma 2013 neu zusammengestellt. Vater der beiden Fohlen ist der Hengst Lukas, der 2016 für ein Vierteljahr aus dem Zoo Mulhouse zu Gast war. „Er verfügt über für die Zucht besonders wertvolle Gene“, sagt Wilhelma-Kuratorin Ulrike Rademacher. „Lukas hat mit unseren Stuten sofort gut harmoniert.“ Grévy-Zebras haben in Anpassung an ihren sehr trockenen Lebensraum ein besonderes Sozialverhalten. Im Gegensatz zu anderen Zebra-Arten leben die Grévys nicht in stabilen Haremsverbänden. Sie bilden vielmehr Gruppen, deren Zusammensetzung sich immer wieder einmal ändert. Ein Teil der Hengste verteidigt Reviere. Die stärksten unter ihnen verteidigen dabei Reviere mit Wasserlöchern. Grévys müssen nur sehr selten trinken, säugende Stuten mit ihrem großen Flüssigkeitsbedarf bilden dabei eine Ausnahme. Sie halten sich daher in der Nähe von Wasserlöchern auf. Da die Stuten wenige Wochen nach der Geburt eines Fohlens wieder empfänglich werden, verfügen Hengste, die sich die Wasserlöcher gesichert haben, über die besten Chancen, diese Stuten zu decken. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-10: Die detaillierten Bildtexte entnehmen Sie bitte den Bilddateien. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bei Verwendung der Pressefotos bitte Copyright und Bildnachweis beachten (siehe auch IPTC-Daten)! Die Bilder dürfen im inhaltlichen Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung zur Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften, Reiseprospekten und Online-Portalen verwendet werden - bitte unbedingt dabei auf einen korrekten Bildnachweis achten. In der Regel lautet dieser "Wilhelma Stuttgart". Mitunter stellen aber auch andere Fotografen ihre Bilder zur Verfügung (siehe jeweils bei den Bildlegenden). Die Weitergabe der Fotos durch Nachrichtenagenturen ist im inhaltlichen Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung gestattet. Die kommerzielle und werbliche Nutzung sowie der Weiterverkauf durch andere Dritte, wie zum Beispiel Verlage oder auch Privatpersonen, ist nicht erlaubt.

Frühere Pressemitteilungen

PDF-Download

Kontakt zur Pressestelle

Share/Bookmark