10.03.17

Zitrusschau: Die knorrige Zitronat-Zitrone und ihre beliebten Urenkel

Groß wie eine Honigmelone und knubbelig verwachsen wirkt die quietschgelbe Frucht wie eine überzüchtete Zitrone. Doch das Gegenteil trifft zu: Die Zitronat-Zitrone zählt neben Pampelmuse und Mandarine zum Trio der drei ältesten Sorten der Zitrusfrüchte. Sie wurde als erste von Asien nach Europa importiert und gilt als Namenspatronin aller Zitrusfrüchte. Heute kennt man 31 Arten und Hunderte von Sorten dieser vielseitigen Früchte. Im Wintergarten der Wilhelma ist jetzt eine Schau angelaufen, die eine große Zahl der Rautengewächse und ihrer Früchte zeigt. Bis zum Sonntag, 23. April, sind im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart dabei auch weniger bekannte Sorten zu sehen, wie „Chinotto“, „Ugli“ oder „Deutsche Landsknechthose“.

Heute kennt man Orangen, Zitronen oder Grapefruit vor allem als leckeres Obst mit reichlich Vitamin C und ihre Reinigungskraft beim Putzen. Ursprünglich schätzten die Menschen die schon seit der Antike bekannten Zitruspflanzen für die ätherischen Öle unter ihrer wachsigen Außenhaut. Daraus ließen sich Heilmittel herstellen und Düfte gewinnen, die zudem vor Insekten schützen. Eine Auswahl von Produkten, die sich die erstaunlichen Kräfte der Zitrus-Familie zunutze machen, ist in einer Vitrine ausgestellt. Infotafeln erläutern die Hintergründe. So lernt der Besucher, wie die Veredelung die besten Eigenschaften zweier Arten kombiniert. Es lässt sich zum Beispiel auf den Stamm der Bitterorange, die sehr widerstandsfähig ist, der Edelreis, also der Trieb einer weniger robusten, aber wesentlich schmackhafteren Sorte, wie der Apfelsine, pfropfen. Züchter bemühen sich ständig, Zitruspflanzen zu kreuzen und weiterzuentwickeln. Die Zuchtziele variieren von viel Saft oder optimalem Fruchtfleisch bis zur dicken Schale. Durch das Kandieren der Schale entsteht das Zitronat, das Pate stand für den Namen der Zitronat-Zitrone. Auch zum Aromatisieren von Konfitüre ist sie beliebt. Und ihr ätherisches Öl findet sich in Parfüms wieder.

An solchen Ölen liegt es auch, dass andere Pflanzen, die mit den Zitrusgewächsen gar nicht näher verwandt sind, dennoch ähnlich riechen. Ihre Namen geben den Hinweis, wie bei Zitronengras, Zitronenthymian, Zitronenmelisse, Zitroneneukalyptus oder Zitronenverbene. Was für die menschliche Nase ein Wohlgeruch ist, schützt Zitrusfrüchte und Duftpflanzen gleichermaßen vor Fraßinsekten. Diese Pflanzen sind ebenfalls in der Schau zu sehen – und zu riechen. (kni)

Pressefotos

Bild 1: Eine Auswahl der Fülle unterschiedlichster Zitrusfrüchte, die in der aktuellen Schau im Wintergarten zu sehen ist, zeigt Wilhelma-Gärtnerin Sonja Wegner. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Die Zitronat-Zitrone (rechts), die Wilhelma-Gärtnerin Sonja Wegner zeigt, wurde als erste nach Europa importiert und gilt als Namensgeberin aller Zitrusfrüchte. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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