09.08.18

Schwimmende Schönheiten im Maurischen Garten

Morgens begrüßen die Seerosen die Wilhelma-Besucher mit zarten Blüten in Schneeweiß und Rosenrot. Später wechselt die Farbpalette langsam zu intensivem Blau und Violett, bevor gegen Abend wieder hellere und rötliche Akzente in den Vordergrund treten. Der faszinierende Farbenwechsel der tag- und nachtblühenden Wasserpflanzen ist auf dem tropischen Seerosenbecken im Maurischen Garten jetzt wieder in der vollen sommerlichen Schönheit zu beobachten. Fast 40 Seerosenarten und -sorten sind auf dem großzügigen Bassin des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart zu sehen. Ihre Blüten entfaltet sie zu ganz unterschiedlichen Zeiten, sodass sich hier ein immer neues Farbenbild ergibt.

Die aktuelle Hitzewelle hat den sensiblen Wasserpflanzen sogar noch einmal zu einem kleinen Wachstumsschub verholfen, denn die tropischen Seerosen lieben Wärme. „Je nach Sorte reicht das Spektrum der Wassertemperatur von 16 bis 40 Grad“, erklärt Wilhelmagärtner Achim Bauer. „Die Victoria hat gern um die 30 Grad, daher streben wir diese Temperatur auch für unser Becken an.“ Denn bei diesen Bedingungen wird die Victoria, auch Riesenseerose genannt, in ihrer Ausdehnung wahrlich königlich. Etwa 1,10 Meter beträgt beispielsweise der Blattdurchmesser der Longwood-Hybride, einer Kreuzung der Sorten Victoria amazonica und Victoria cruziana. Die kreisrunden Blätter sind durch ihre Rippenkonstruktion auf der Unterseite besonders tragfähig, mit Luft gefüllte Hohlräume halten sie an der Wasseroberfläche. Geschätzte 35 Kilogramm könnten die größten Blätter derzeit tragen. Dabei war im Frühling noch nicht mit solchen Ausmaßen zu rechnen. „Die Victoria ist anfangs nicht richtig hochgekommen“, sagt Bauer. „Möglicherweise lag es an den täglichen Gewittern kurz nach dem Einpflanzen, die das Wachstum etwas eingedämmt haben.“ Auch die tierischen Bewohner des Teiches machen den Pflanzen zu schaffen. Teichhühner bauen auf den Seerosen gern mehrere Nester, die unterschiedlich genutzt werden – zur Balz, für das Gelege oder zur Aufzucht. Fällt ein Blatt unter einem Nest zusammen, wird sofort ein neuer Nistplatz gebaut. Beim Material sind sie nicht wählerisch und picken auch an den sensiblen Pflanzen.

Stockenten knabbern im Frühjahr gern an frischen Trieben, weshalb zu dieser Zeit meist ein kleiner Zaun die jungen Knospen schützt. Auch die Lotosblumen, die sonst in üppiger Pracht den Rand des Teiches säumen, landen zu Beginn ihres Wachstums oft in Entenschnäbeln. Aufgrund des wechselhaften Wetters war die Entwicklung des Indischen Lotos in diesem Jahr ebenfalls zurückhaltend. Im warmen Winter hatte er zwar Triebe gebildet, diese sind aber schnell wieder verfault. „Dieser Lotos ist der Spießer unter den Pflanzen“, meint Bauer. „Gleichbleibende Bedingungen und beständige Pflege hat er eben am liebsten.“ Die Mühe der Gärtner belohnt der Indische Lotos trotz der anfänglichen Schwierigkeiten nun mit großen, blassrosa Blüten, die die facettenreichen Farbschattierungen der Seerosen harmonisch ergänzen. (dt)

Pressefotos

Bilder 1-2: Je nach Tageszeit prägen ganz unterschiedliche Farbtöne das Seerosenbecken. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Auch Insekten erfreuen sich an den Blüten der Indischen Lotosblume. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Enten nutzen die tragfähigen Blätter der Riesenseerosen gern als Ruheplatz. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Am Vormittag entfalten sich langsam die Tagblüher in Blau und Violett. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 6: Teichhühner bauen gerne mehrere Nester auf dem Seerosenbecken. Für das Nistmaterial picken sie allerdings auch an den Pflanzen. Foto: Wilhelma Stuttgart

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