26.01.18

Geburt: Springtamarine haben eine bewegte Familiengeschichte

Schwarz auf Schwarz: Da muss man schon einmal genauer hinschauen, wenn Springtamarin Brava durch das Südamerikahaus der Wilhelma huscht. Tatsächlich klammert sich ein zwei Wochen altes Jungtier im dunklen Rückenfell der Mutter fest, die mit dem Junior huckepack behände von Ast zu Ast klettert und springt. Selbst Erwachsene dieser kleinen Primaten, die aus dem westlichen Amazonasgebiet in Teilen Brasiliens, Boliviens, Kolumbiens und Perus stammen, haben nur eine Körperlänge von gut 20 Zentimetern und wiegen kaum ein halbes Kilo. Entsprechend winzig sind ihre Neugeborenen, wie das Baby, das am 11. Januar auf die Welt kam. Anders als verwandte Krallenaffen-Arten, wie die Zwergseidenäffchen, mit denen sie im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart ein dschungelartig gestaltetes Gemeinschaftsgehege bewohnen, bekommen sie keine Zwillinge, sondern jeweils nur ein Jungtier.

Die Springtamarine in der Wilhelma haben eine bewegte Familiengeschichte, die zeigt, wie die Tierpfleger und Kuratoren das soziale Gefüge der Affenbande ständig beobachten und auf Veränderungen reagieren müssen. Diese erfolgreiche Nachzucht der als gefährdet geltenden Springtamarine ist nicht zuletzt Ergebnis der internationalen Kooperation der Zoos in Europa. Als das männliche Oberhaupt der Zuchtgruppe, Diabolo, 2016 starb, hinterließ er das Weibchen Carmen sowie Sohn Ultimo und Tochter Brava. Damals lebten die beiden Krallenaffen-Arten noch getrennt: „Der Versuch, die Springtamarine mit den Zwergseidenäffchen zusammenzubringen, schlug fehl, weil die Tamarine die Zwerge gejagt haben“, berichtet Marianne Holtkötter, als Kuratorin für die Affen in der Wilhelma zuständig. „Deswegen hatten wir bei der Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Springtamarine in Dublin angefragt, ob sie für uns einen neuen Zuchtmann finden kann, der Erfahrung im Zusammenleben mit Zwergseidenaffen hat.“ So kam Iriri aus dem Zoopark Beauval in Frankreich im März 2017 nach Stuttgart, der bereits in der Zucht erprobt ist.  

Die Tierpfleger bemerkten schnell, dass Iriri in seinem neuen Umfeld nur am Boden hockte und Ultimo nicht zuließ, dass er in die Äste hochkletterte. „Diese Männerfehde mussten wir unterbinden“, sagt die Kuratorin. „Deshalb haben wir Ultimo aus der Gruppe genommen und in einer WG mit dem Goldkopflöwenaffen Zoe untergebracht. Diese beiden Krallenaffen sind gleich gut klargekommen. Die Weibchen Carmen und Brava verstanden sich mit Iriri gut – Brava sogar sehr gut, wie wir jetzt wissen.“ Auch die Zusammenführung mit den Zwergseidenaffen verlief daraufhin reibungslos. Ultimo konnte auf Empfehlung der EEP-Koordinatorin in diesem Januar an den Zoo Punta Verde in Italien vermittelt werden, wo er seinerseits eine eigene Familie gründen kann. Auch für Zoe ist ein passendes Zuhause in Paris gefunden worden, wohin er bald umzieht. „Damit haben wir eine gute Lösung für alle beteiligten Tiere gefunden“, bilanziert Holtkötter. „Nur zwischen Carmen und Brava gab es anfangs ein paar Anpassungsquerelen, weil die Tochter durch die Geburt des Jungtiers nun ranghöher ist als ihre Mutter. Das könnte sich legen, wenn auch Carmen von Iriri trächtig wird. Das EEP hätte nichts dagegen.“ (kni)

Pressefotos

Bilder: Springtamarin-Weibchen Brava trägt ihr zwei Wochen altes Jungtier auf dem Rücken durch das Urwald-Gehege. Fotos: Wilhelma Stuttgart

 

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