Mary

Neues aus der Gorillakinderstube

Noch mehr Besuche bei den "Großen"

28.07.2010 -

Künftig werden Claudia, Upala und Monza die "Großen" noch öfter und ausgiebiger besuchen. Daher kann es morgens nun allerdings passieren, dass Sie als Besucher des Jungtieraufzuchthauses vor einem leeren Gehege stehen. In dem Fall haben die Tierpfleger die kleinen Gorillas bereits für eine bestimmte Zeit in Gehege direkt neben unserer Gorilla-Familiengruppe gebracht, wie Nachtkäfige, Quarantäneräume oder das ehemalige Schimpansengehege. Manche davon gewähren Besuchern keinen Einblick, lediglich im ehemaligen Schimpansendomizil können die Kleinen beobachtet werden.

Der Grund: Der ausschließliche Umgang der jungen Gorillas mit ihren menschlichen „Ersatzmüttern“ kann den Umgang mit echten Artgenossen aller Alterstufen, einschließlich des Silberrückens, nicht wirklich ersetzen. In der neuen Anlage, die für Bonobos und Gorillas im oberen Parkteil entsteht, wird daher die Aufzuchtstation direkt an die Unterkunft der Gorilla-Familiengruppe angrenzen, so dass die Gorillakinder von Anfang an „intaktes“ Familienleben miterleben und arttypisches Sozialverhalten beobachten können. Dadurch werden sie besser auf ihre spätere Integration in eine Gorilla-Familiengruppe vorbereitet. Und weil es noch eine Zeitlang dauert, bis die neue Anlage fertig ist, hat die Wilhelma entschieden, jetzt schon mit den Handaufzuchten zu „üben“: So lernen Claudia, Monza und Upala etwa den Silberrücken Kibo kennen und sie erfahren, wie so ein Haremschef seine Autorität wahrnimmt, wie man sich ihm gegenüber respektvoll verhält (und manchmal unterordnen muss!), dass er aber auch ein toller Spielpartner und ein Beschützer sein kann.

Falls Sie also einmal morgens im Jungtieraufzuchthaus vor leeren Gehegen stehen: Versuchen Sie es nebenan - oder einfach später am Tag noch einmal.

Der kleine Gorilla Upala. Foto: K. Molthagen

Claudia und die "Großen" - Teil 2

04.05.2010 -

Mittlerweile darf Claudia auch regelmäßig zu den „Großen“, den erwachsenen Gorillas im Nachbarhaus. Schließlich soll sie nicht vergessen, wie erwachsene Tiere aussehen und sich verhalten, sondern im Gegenteil möglichst früh von Artgenossen allen Alters lernen. Blieb es anfangs bei Blickkontakten durch die Scheibe, so kann Claudia mit den Frauen Mimi und Mutasi und deren Kindern Meru, Shira und Mawenzi nun auch bereits Schnupperkontakt aufnehmen und kleine Berührungen austauschen. Wichtige Augenblicke und Momente für die spätere erfolgreiche Integration in eine neue eigene Familie!

Claudia - ganz gespannt in ihrer Hängematte. Foto: Hermann Vollmer

Claudia und die "Großen" - Teil 1

04.05.2010 -

Ganz schön gewachsen, die Kleine! Seit Claudia im Januar in der Wilhelma eintraf, hat sie ordentlich zugelegt und wiegt nun fast sechs Kilo. Ein richtiges Bäuchlein, das „fast schon auf dem Boden schleift“, hat sie laut ihrer Pflegerin Margot Federer bekommen. Auch sonst sei sie fit, vergnügt, neugierig - und sie klettert gern, wie man auf dem Bild nebenan sieht. Täglich ein paar Stunden kommt sie zusammen mit der Pflegerin zu den beiden älteren Gorillajungs Monza und Upala ins Gehege. Vor allem mit Monza kommt Claudia gut klar, auch wenn dieser sie ohne das schützende Eingreifen der Pflegerin wohl am liebsten klauen und quer durchs Gehege ziehen würde. Doch dazu kommt es nicht und so macht sich Claudia einen Spaß daraus, Monza selbst ein wenig zu zwicken oder zu beißen – bis er lacht. 

 

Hangeln und klettern - das liebt Claudia besonders. Foto: Hermann Vollmer

Claudia meets Mary & Co.

19.02.2010 -

Claudias Quarantänezeit ist beendet und so durfte sie vor Kurzem erstmals Kontakt mit ihren etwas älteren Artgenossen im Gorillakindergarten aufnehmen. Mit ungestümen Halbgeschwistern hatte sie in Münster mangels mütterlichen Schutzes allerdings nicht die besten Erfahrungen gemacht. Daher waren ihr auch die ersten Annäherungsversuche von Mary oder Monza nicht ganz geheuer. Nach Gorilla-Art hustete sie drohend und drückte sich schutzsuchend an ihre menschliche Ersatzmutter. Doch auf diese war stets Verlass, wenn die anderen testeten, wie weit sie gehen dürfen und ob zum Beispiel An-den-Haaren-ziehen oder Auf-den-Kopf-Hauen erlaubt ist. Es war nicht erlaubt und so fühlte sich Claudia zunehmend sicher. Mittlerweile reagiert sie auf die anderen Gorillakinder ganz entspannt – vor allem auf Upala, den zweitjüngsten in der Kinderstube. Mit ihm teilt sie auch schonmal die Arme der Pflegerin. Die beiden Großen, Mary und Monza, kapieren jedoch ebenfalls genau, wann der Spaß aufhört. Mitunter bringen sie Claudia sogar kleine Geschenke wie Obst vorbei und füttern sie. Bei wem sie sich dabei wohl mehr einschmeicheln wollen - bei Claudia oder bei der Pflegerin - bleibt offen ...

Kleine Geschenke sichern die Freundschaft: Wirbt Mary damit wohl mehr um die Gunst ihrer kleinen Schwester Claudia oder um die der gemeinsamen Ersatzmutter?

Claudia lacht ...

18.02.2010 -

Mit ihren Pflegerinnen hat Claudia, rechts auf dem Bild mit Elke Kastner, immer etwas zu lachen. Und das nicht nur, wenn sie am Bauch gekitzelt wird. Auch sonst hat Klein-Claudia meistens ein sehr sonniges Gemüt, wie ihre Pflegerinnen finden. Zumindest, solange ihr nichts gegen den Strich geht - denn dann wird Claudia schonmal "zur Rakete", wie Elke Kastner es nennt. Oder sie schmollt ein bisschen - aber mithilfe kleiner Ablenkungsmanöver oder eines leckeren Fläschchens ist sie bald wieder gut drauf.  Ja, ab und zu lacht sie sogar im Schlaf. Ein gutes Zeichen: Denn das bedeutet, dass die Kleine entspannt und seelisch gut ausgelastet ist.

Claudia lacht Pflegerin Elke Kastner herzhaft ins Gesicht. Foto: Hermann Vollmer

Claudia lebt auf

05.02.2010 -

Man sieht es Claudia an, dass sie sich wohlfühlt: Sie gluckst und lacht, wenn sie gekitzelt wird, schmust vergnügt mit der Pflegerin, spielt, erkundet die Umgebung - meist krabbelnd, manchmal aber auch schon ein wenig aufrecht, was noch etwas wacklig aussieht - oder hangelt an der Kletterstange. Im eigenen Gehege bleibt ihr die Windel zeitweilig erspart, kleine Pfützchen werden dann von der menschlichen Ersatzmama eben aufgewischt. Auch Claudias Appetit ist gut - seit der Ankunft hat sie bereits 300 bis 400 Gramm zugelegt und sie wiegt jetzt mit über 3700 Gramm so viel wie ein propperes menschliches Neugeborenes. Außerdem bekommt sie gerade ihre Backenzähne, die Schneidezähne sind schon da. Da muss sie doch gleich mal mithilfe des Weidenästchens testen, ob die neuen Zähne auch was taugen! Nach wie vor schläft sie außerdem prima durch, es ist also kein Nachtdienst mehr nötig. Bilanz nach der ersten Woche in Stuttgart: Claudia hat mit ihrem fröhlichen Wesen, dem lustigen Wuschelkopf und hübschen Gesicht alle längst um den Finger gewickelt. Und entzückt nachmittags zwischen 13 und 16 Uhr im Schaugehege des Jungtieraufzuchthauses nun auch immer mehr Besucher.  

Claudia erprobt ihre neuen Backenzähne an einem Weidenstöckchen. Foto: Marianne Holtkötter

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