Üppiger Blütenzauber mit historischen Wurzeln
Start der Pfingstrosen-Blüte in der Wilhelma
In der Wilhelma nimmt der Frühling seinen Lauf: Nachdem die Blüte der Magnolien im Maurischen Garten mittlerweile beendet ist, entfalten nun die Pfingstrosen, auch Päonien genannt, ihre ganze Pracht. Zahlreiche Exemplare stehen dieses Jahr bereits in der zweiten Aprilhälfte in voller Blüte.
Besonders markant sind die Strauch-Pfingstrosen mit ihren üppig gefüllten und angenehm duftenden Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern erreichen können. Ihr Farbspektrum reicht von zarten Weiß- und Rosatönen bis hin zu kräftigem Purpur. Bei einigen Hybriden kommen sogar gelbe Blüten vor. Die Pflanzen wachsen als verholzende Halbsträucher und können ein Alter von mehr als 60 Jahren erreichen.
Ein Teil der heute in der Wilhelma gezeigten Päonien hat eine besondere kulturhistorische Bedeutung: Die rosa blühenden Sträucher entlang der Böschung des oberen Blumengartens gehen vermutlich direkt auf Pflanzungen aus der Zeit König Wilhelms I. zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals Pfingstrosen an dieser Stelle etablieren ließ. Durch Ableger, also genetisch identische Klone der Mutterpflanzen, konnte dieser historische Bestand bis in die Gegenwart erhalten werden.
Botanisch gehören Pfingstrosen zu einer vergleichsweise kleinen Pflanzengruppe mit rund 33 Arten, die in gemäßigten Klimazonen Eurasiens und Nordamerikas verbreitet sind. Ihre ursprünglichen Lebensräume reichen von offenen Graslandschaften bis in sonnige Gebirgslagen. In Ostasien wurden Pfingstrosen bereits vor über 1.000 Jahren kultiviert. Von dort aus gelangten sie im 18. Jahrhundert nach Europa und wurden rasch zu geschätzten Zierpflanzen in fürstlichen Gärten.
Die Blütezeit der Pfingstrosen hat sich in den vergangenen Jahren, sicherlich in Zusammenhang mit dem Klimawandel, zunehmend nach vorne verlagert. Ursprünglich, wie ihr Name nahelegt, erst um das Pfingstfest herum blühend, öffnen sich viele Exemplare inzwischen bereits Ende April oder Anfang Mai. Späte Frosteinbrüche können dann allerdings auch die empfindlichen Blüten gefährden.
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