19.03.10

Eine neue Kolonie für Königspinguin Arcta

Er war der letzte seiner Art in der Wilhelma und führte nach dem Tod von zwei betagten Artgenossen den Winter über ein Singledasein. Jetzt, rechtzeitig vor der kommenden Brutsaison, ist Königspinguin Arcta in den Zoo von Wuppertal umgezogen. Und er kam, sah und siegte: Denn kaum war er in die Gesellschaft seiner neuen Pinguinkolonie eingeführt –schon fand eine Pinguindame sein werbendes Tröten offenbar unwiderstehlich ...

Im Herbst 2009 waren zwei von drei Königspinguinen der Wilhelma kurz nacheinander gestorben, die beiden mit über 30 Jahren recht betagten Senioren des Trios. Übrig blieb der rund zehn Jahre jüngere „Arcta“. Zunächst dürfte ihn das Alleinsein nicht weiter gestört haben, denn auch in der Antarktis sind Königspinguine den Großteil des Jahres als Solisten auf Nahrungssuche unterwegs. Nur zur Brutzeit schließen sie sich zu großen Kolonien zusammen, um ihre Jungen aufzuziehen. Bevor aber die Brutsaison der flugunfähigen Vögel dieses Jahr beginnt, war der Zeitpunkt nun sowohl gekommen als auch günstig, um Arcta wieder mit Seinesgleichen zusammenzubringen. Das bestmögliche Umfeld dafür fand die Wilhelma in Wuppertal: eine erst 2009 eröffnete Anlage, die als eine der größten und modernsten ihrer Art in Europa gilt. Hier teilen sich 16 Königspinguine ihr Heim inklusive 100 Quadratmetern Landfläche und 220 Kubikmeter großem Pinguinpool mit Eselspinguinen.

Arcta zu behalten und selbst wieder eine Kolonie zu gründen, kam für die Wilhelma nicht in Frage. „Wir fanden die Unterkunft der Königspinguine am Aquarienhaus schon länger nicht mehr zeitgemäß und befriedigend“, so Vogelkurator Dr. Günther Schleussner, der Arcta selbst nach Wuppertal brachte. „Für den Bau eines neuen Domizils aber fehlen Platz und Mittel.“ Da sich die Königs­pinguinhaltung also nicht unter besseren Bedingungen fortsetzen ließ, gab die Wilhelma sie nun trotz 56-jähriger Tradition auf. Begonnen hatte sie 1954 mit fünf Tieren, die damals zuerst auf den heutigen Stelzvogelwiesen, später zusammen mit Humboldt-, Felsen- und Brillenpinguinen in einem Rundbecken im Maurischen Garten wohnten. 1967 dann fanden neun Königspinguine eine nach damaligen Maßstäben sehr gute Bleibe am neu eingeweihten Aquarienhaus. Von 1971 bis 1989 gab es in der kleinen Kolonie sogar regelmäßig Nachwuchs: Von 17 geschlüpften Königspinguinen wuchsen zwölf heran – allerdings alle in Handaufzucht. Der 1989 geborene Arcta war dabei der letzte Königspinguin, der in der Wilhelma auf die Welt kam.

Während seine zwei betagten Wohngenossen für eine Umsiedlung schon zu alt gewesen wären, hat sich ein Umzug für den 21-jährigen Arcta durchaus noch gelohnt. Zumal die Chancen gut sind, dass er sich in Wuppertal vielleicht sogar noch fortpflanzen wird. Die richtige Pinguinfrau für die anstehende Brutsaison scheint er jedenfalls schon gefunden zu haben. Kaum auf der Anlage, hatte er sie im Sturm erobert – und weicht ihr seither kaum noch von der Seite.

 

Pressefotos

Bild 1 / 2: Arcta genießt die letzten Streicheleinheiten von Tierpfleger Marcel Kunath. Obwohl die Wilhelma sicher ist, den Königspinguin gut untergebracht zu haben, fiel der Abschied schwer. (Fotos: Wilhelma)

Bild 3: In Wuppertal teilen sich die Königspinguine das Heim mit Eselspinguinen: eine neue Anlage mit 100 Quadratmetern Land und 220 Kubikmetern Wasser. (Foto: Zoo Wuppertal)

Bild 4: Von einem 15 Meter langen Tunnel aus erhalten die Besucher Einblicke ins Unterwasserleben der Meisterschwimmer. (Foto: Zoo Wuppertal)

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