Das Leben hinter geschlossenen Toren

Was läuft eigentlich gerade in der Wilhelma? Seit Ende Oktober ist der Zoologisch-Botanische Garten für Publikum vorsorglich geschlossen - der Infektionsschutz geht während der Corona-Pandemie vor. Doch der Betrieb läuft weiter, die Tiere und Pflanzen müssen schließlich Tag für Tag gehegt und gepflegt werden.

Was reagieren die verschiedenen Tierarten auf die ungewohnte Situation? Wie hat sich im Park zuletzt getan? Was gibt es für Neuheiten? Zu diesen Fragen hat die Wilhelma einen Monatsrückblick für November in Bildern zusammengestellt. 

Direktor Dr. Thomas Kölpin lädt Sie zu einem virtuellen Spaziergang anhand der Fotos ein: „Es ist schade, dass an diesen goldenen Herbsttagen keine Gäste dabei sein konnten. Denn es waren besondere Stimmungen und zum Teil kuriose Szenen, die in dieser ruhigen Phase zu erleben waren. Manche Tiere beschäftigten sich ungenierter miteinander, andere gingen vorwitziger als sonst auf die wenigen Passanten an ihrem Gehege zu, wenn einmal Wilhelma-Mitarbeiter vorbeikamen.“

In dieser Jahreszeit liegt ein anderes Licht auf der Anlage. Und durch die Schließung herrscht große Ruhe im Park. Doch bei näherem Blick gibt es viele Aktivitäten von Mensch und Tier. Das Herbstlaub ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch für vieles nützlich. Zudem gilt es, die Wilhelma winterfest machen: Zum Beispiel ziehen die Palmen um, genauso brauchen die Schildkröten ein Winterquartier. Und die neue Gepardenanlage steht vor der Fertigstellung. Schauen Sie sich um!

Die ausführlichen Erläuterungen zu den Bildern finden Sie auf dieser Seite unter dem Fotomosaik.

 

Technische Anleitung

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01_-_Gingko-Laub_vor_dem_Wintergarten
02_-_Rosapelikane_vor_der_Damaszenerhalle
03_-_Laubfuhre_für_das_Amazonienhaus
04_-_Farbspiel_im_Wintergarten
05_-_Kois_im_Wintergartenteich
06_-_Engelstrompeten_im_Wintergarten
07_-_Palmenkübel_im_Betriebshof
08_-Verwaiste_Schildkröten-Anlage
09_-_Zebramangusten_mit_Heizlampe
10_-_Okapi_beim_Laubfressen
11_-_Dikdik_im_Laub
12_-_Mähnenwolf_beim_Spaziergang
13_-_Gepardenbrüder_spielen_miteinander
14_-_Gepardenbrüder_schmiegen_sich_aneinander
15_-_Umbau_des_früheren_Eisbärengeheges
16_-_Neues_Gepardengehege_erhält_Rollrasen
17_-_Zaungäste_am_neuen_Gepardengehege
18_-_Alpakas_bestaunen_Pferde
19_-_Alpaka_stützt_sich_auf_Artgenossen
20_-_Südamerika-Anlage_mit_Alpakas__Vikunjas_und_Nandus
21_-__Südamerika-Anlage_mit_Alpakas_und_Ameisenbär
22_-_Gähnender_Mara
23_-_Alpakas_mit_Tierpfleger
24_-_Säbelantilope_auf_Afrikasavanne
25_-_Fennek_kommt_hervor
26_-_Fennek_schaut_über_Baumstamm
27_-_Giraffe_hinter_herbstlichen_Büschen
28_-_Giraffe_mit_kaltem_Atem_im_Gegenlicht
29_-_Dscheladas_wärmen_sich_auf_Mähnenspringer
30_-_Dschelada_krault_Mähnenspringer_am_Kopf
31_-_Dschelada_verweigert_Mähnenspringer_Möhre
32_-_Klippschliefer_auf_Wachposten

 

Erläuterungen zu den einzelnen Fotos

Der November war in der Wilhelma meist kühl, oft sonnig und immer leer. Während der vorsorglichen Schließung wegen der Corona-Pandemie hatten die Ginkgo-Bäume ihre prächtigste Phase. Ob als riesiger Blondschopf mit grellgelbem Herbstlaub oder nach einem „Goldregen“ als leuchtender Blätterteppich unter den stattlichen Bäumen. Doch die sonst gern genutzten Parkbänke und Wege vom Eingang bis zum Wintergarten blieben verwaist.

Bild 2:

Die Pelikane auf dem Langen See vor der Damaszenerhalle blieben mit den Kormoranen unter sich. Nur Graureiher kamen hin und wieder zu Besuch.

Bild 3:

Das Laub ist in der Wilhelma nicht nur beliebter Teil der natürlichen Herbstdeko und unbeliebter Teil der Kehrwoche, sondern es wird auch benötigt. Im Amazonienhaus, in dem es keine Jahreszeiten gibt, benötigt der Boden Laub, um Humus zu bilden. Ein Gärtner schafft säckeweise Laub hinein: ausschließlich Lindenblätter, weil sich diese pH-neutral zersetzen und den Boden nicht übersäuern.

Bild 4:

Der Wintergarten als Stillleben: Von der Novembersonne zum Leuchten gebracht, strahlt das herbstliche Gelb der Ginkgos durch das Glas und ergänzt kontrastreich das satte Grün im Gewächshaus: die vorherrschende Farbe der saftigen Vegetation und des Anstrichs der verspielten gusseisernen Träger.

Bild 5:

Die Kois im Teich haben den Wintergarten fast ganz für sich. Während der Schließung für das Publikum nutzen die Gärtnerinnen und Gärtner die Gelegenheit für den Rückschnitt der Pflanzen. Im Hintergrund lehnt dafür eine lange Leiter an einem hohen Baum.

Bild 6:

Engelstrompeten zeigen Kontur im Abendlicht, das den Wintergarten flutet.

Bild 7:

Im Herbst werden die wärmeliebenden Pflanzen von den Subtropenterrassen geholt. Die Palmen, die ein Kranwagen von den verschiedenen Ebenen gehoben hat, warten im Betriebshof darauf, dass sie in einem der Gewächshäuser Winterquartier beziehen dürfen.

Bild 8:

Die mediterrane Schildkrötenanlage neben der Krokodilhalle ist inzwischen leer. Die Reptilien können nicht draußen überwintern, sondern brauchen einen frostfreien Unterschlupf für ihre Winterstarre.

Bild 9:

Die Zebramangusten direkt neben der mediterranen Landschaft kommen dagegen an der frischen Luft weiterhin gut klar – dank ihrer beheizten „Wärmestube“ zwischen den Steinen.

Bild 10:

Über das Laub freuen sich die Okapis sehr. Die Waldgiraffe nutzt ihre lange Zunge, um sich einen Zweig mit Blättern vom Boden zu angeln. Für diese Futterspezialisten friert die Wilhelma im Sommer sogar Laub ein, um für die Okapis auch im Winter genug davon für die artgerechte Ernährung zu haben.

Bild 11:

Für das Kirk-Dikdik ist das Laub hingegen ein hervorragendes Versteck. Es gehört zu den kleinsten Antilopenarten Afrikas und kann problemlos unter einem Busch hindurchschauen. Erst im Sommer nach Stuttgart gekommen, erlebt es seinen ersten Herbst in der Wilhelma.

Bild 12:

Der Mähnenwolf ist meist dämmerungsaktiv. Im leeren Park hat er jedoch auch mal den einen oder anderen herbstlichen Nachmittagsspaziergang eingelegt.

Bild 13:

Die Geparden-Brüder Zawadi (links) und Haraka zeigen sich selbstgenügsam und spielen miteinander …

Bild 14:

… wenn sie dabei nicht von einem Fotografen überrascht werden und verdutzt in die Kamera gucken.

Bild 15:

Für die Geparden gibt es künftig ein zweites Reich in der Wilhelma. Die Wasserlandschaft der ehemaligen Eisbärenanlage wurde für die schnellen Raubkatzen aufgefüllt, umgestaltet und mit Rollrasen ausgelegt.

Bild 16:

Das zweite Domizil getrennt vom bestehenden Gehege der Geparden ist wichtig, wenn die Zucht erfolgversprechend sein soll. Hält man Katze und Kater der bedrohten Tierart dauerhaft zusammen, „verschwistern“ sie, wie die Zoologen es nennen, und nehmen sich nicht mehr als Zuchtpartner wahr.

Bild 17:

Die Baustelle für die Geparden-Anlage zieht auch Neugierige an. Zwei Tierpfleger vom Schaubauernhof unternehmen auf den besucherfreien Wegen mit einem Dülmener und einem Shetland-Pony einen Rundgang durch die Wilhelma. Gemeinsam werfen sie einen Blick durch den Bauzaun.

Bild 18:

Doch die Ponys sind sogar selbst eine Attraktion. Als sie bei ihrem Rundgang mit den Tierpflegern die Südamerika-Anlage erreichen, kommen die Alpakas ganz verblüfft heran und schauen sich fasziniert die tierischen Besucher an.

Bild 19:

Wer nicht schnell genug herankam, musste findig sein. Um einen erhöhten Ausblick auf die Ponys zu erhaschen, stützte sich das weiße Alpaka auf einem Artgenossen ab.

Bild 20:

Bei gutem Wetter war die große Vielfalt der Südamerika-Anlage zu erleben. Hier fressen die verschiedenen Neuweltkamele nebeneinander: Von den schlanken Vikunjas (links) stammen die für ihre Wolle gezüchteten Alpakas ab. Mit den Nandus haben sich zwei Laufvögel dazu gesellt.

Bild 21:

Zu der Tiergemeinschaft aus Südamerika zählen in der Wilhelma zudem die Ameisenbären. Sie machen sich recht rar. Hier sieht man in der Ferne einen von ihnen hinter den Alpakas vorbeiziehen.

Bild 22:

Ebenfalls auf der großen Anlage sind Maras anzutreffen. Diesen so genannten Pampas-Hasen hatte offenbar die Herbstmüdigkeit gepackt.

Bild 23:

Die Vikunjas sind als Wildtiere scheu. Die domestizierten Alpakas kennen und schätzen die Nähe zum Menschen. Sie freuen sich über Zuwendung durch den Tierpfleger.

Bild 24:

Für die Säbelantilope auf der Afrikasavanne sind die Passanten zurzeit selten. Sie nimmt den Gast daher genau in Augenschein.

Bild 25:

Auf laute Geräusche reagiert der Wüstenfuchs scheu, auf leise Geräusche neugierig. Hier kommt er hervor, um zu sehen, was sich vor seinem Gehege tut.

Bild 26:

Mit aufgerichteten Ohren lugt der Fennek über einen Baumstamm hervor und versucht, die Geräuschquelle zu orten.

Bild 27:

Die hoch aufragende Netzgiraffe kann sich nicht hinter Büschen verstecken. Ihr farbiges Fellmuster passt sich aber schön in das bunte Herbstlaub ein.

Bild 28:

Der späte Herbst ist ziemlich kühl. Im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne ist zu sehen, wie der feuchte Atem der Netzgiraffe an der kalten Luft kondensiert.

Bild 29:

Vier Dscheladas haben es sich auf dem Rücken eines Mähnenspringers bequem gemacht. Dieser Platz mit Sitzheizung ist bei sinkenden Außentemperaturen sehr begehrt.

Bild 30:

Einer der Blutbrustpaviane revanchiert sich bei dem Mitbewohner für den bequemen Sitzplatz und krault den Mähnenspringer zwischen den Hörnern.

Bild 31:

Ständiges WG-Thema: Wer darf sich was aus dem Essensvorrat gönnen? Der Mähnenspringer fordert ein Stück der Karotte ein. Doch der Dschelada will seine Mahlzeit nicht mit dem Mähnenspringer teilen.

Bild 32:

Der Klippschliefer hält sich aus dem Streit ums Essen von Bock und Affe heraus und wacht unbeirrt über die gemeinsame Felsenanlage der afrikanischen Tierarten.

Nähere Informationen

  • Gerne geben wir Ihnen näher Auskunft zu den aktuellen Entwicklungen der Wilhelma und den Hintergründen der gezeigten Fotomotive.

    Ausführliche Berichte und Fotos finden Sie auch in der Rubrik Pressemitteilungen: Link.