15.12.10

Bilanz 2010: 2,14 Millionen Besucher und Bauten für die Zukunft

Ein langer Winter, ein verregnetes Frühjahr, ein mäßiger Sommer: Welchen Einfluss das Wetter auf die Besucherzahlen von Einrichtungen wie der Wilhelma ausübt, hat sich im Jahr 2010 erneut gezeigt. Insgesamt haben 2,14 Millionen Menschen 2010 die Wilhelma besucht, die Besucherzahl sank gegenüber dem Vorjahr (ca. 2,22 Mill. Besucher) um rund 3,45 Prozent. Somit setzte sich der Besucherrückgang nach dem Rekordjahr 2008 fort, fiel jedoch schwächer aus als 2009 gegenüber 2008 (7,86 Prozent). Doch trotz dieser Einbußen hatte das Jahr auch seine guten Seiten für die Wilhelma, denn zwei für ihre Zukunft wichtige Bauprojekte gingen an den Start: der Bau der neuen Menschenaffenanlage und des neuen Wilhelmaschulgebäudes.

Die gute Nachricht: Ohne ihre treuen Stammbesucher hätte die Besucherbilanz der Wilhelma angesichts der oft ungünstigen Wetterverhältnisse im Jahr 2010 deutlich schlechter ausfallen können. Denn die Gesamtzahl von immerhin wieder gut über zwei Millionen Besucher ist dem fast gleich bleibend hohen Anteil der Jahreskartenbesitzer und der weiter wachsenden Zahl der Fördervereinsmitglieder zu verdanken. So sank der Verkauf von normalen Jahreskarten im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um ca. ein Prozent, die Zahl der Fördermitglieder mit Jahreskarten stieg zwischen November 2009 und November 2010 um rund 4,5 Prozent auf mittlerweile über 25.900 Mitglieder. Die schlechte Nachricht und Wermutstropfen dabei: Der für die Einnahmen der Wilhelma besonders wichtige Verkauf von Tageskarten ging gegenüber dem Vorjahr um rund 7 Prozent zurück. (Von 2008 auf 2009 betrug der Rückgang über 13 Prozent.) 

Schwaches 1. Halbjahr

Wie bereits im Jahr 2009 blieben die Besucherströme vor allem im ersten Quartal, das mit viel Schnee und Kälte aufwartete, sehr verhalten. Danach bescherte zwar der April ein kleines Zwischenhoch pünktlich zu Ostern und einer herrlichen Magnolienblüte, doch dafür fiel der sonst recht besucherstarke Wonnemonat Mai diesmal fast komplett „ins Wasser“. Entsprechend bescheiden sah die Zwischenbilanz zur Jahresmitte aus: Die Besucherzahlen waren im Vergleich zum ebenfalls schwachen ersten Halbjahr 2009 nochmals um 11,7 Prozent gesunken. Allerdings hatten auch die meisten anderen deutschen Zoos zu diesem Zeitpunkt sinkende Besucherzahlen zu vermelden: Die des Allwetterzoos Münster waren im ersten Halbjahr um 9,78 Prozent, die des Leipziger Zoos um 20,88 Prozent und die des Wuppertaler Zoos sogar um 35,22 Prozent zurückgegangen. Im generell besucherstärkeren zweiten Halbjahr hat sich dieser Abwärtstrend glücklicherweise abgeschwächt – wie die Wilhelma, so dürften daher auch die anderen Zoos wieder etwas „Boden gut gemacht“ haben. Bergauf ging es im Sommer jedoch erst im August, der dank der Sommerferien mit 382 862 Besuchern wieder der stärkste Monat des Jahres war (August 2009: 355.506 Besucher). Im September und November überflügelten die Besucherzahlen die von 2009 ebenfalls leicht, so dass sich der Besucherrückgang bis zum Ende des Jahres voraussichtlich bei ca. 3,45 Prozent einpendeln wird.

Instandhaltung, Sanierung und Baumaßnahmen 2010  

Ein nicht unerheblicher Teil der Aufwendungen fließt jedes Jahr in die Instandhaltung, also die Erhaltung der Gebäudesubstanz im teils denkmalgeschützten, historischen Park. Hierfür hat die Wilhelma 2010 rund 3,4 Millionen Euro ausgegeben, im Vorjahr waren es ca. 3,3 Millionen Euro. Am 21. April dieses Jahres erfolgte zudem der erste Spatenstich für den Bau der neuen Menschenaffenanlage – und damit der Startschuss für eines der wichtigsten Bauprojekte der Wilhelma seit dem Amazonienhaus vor über zehn Jahren. Der Bau schreitet seither sichtlich voran, so dass nach aktuellem Stand der Dinge der geplanten Eröffnung der Anlage im März 2012 nichts im Wege stehen dürfte. Seit Mitte September entsteht am Rand des Maurischen Gartens auf 275 Quadratmetern zudem ein neues Wilhelma-Schulgebäude aus Beton und Glas. Nach Fertigstellung soll es zwei Klassenräume beinhalten, die sich zu einem Vortragsraum für rund 100 Zuhörer kombinieren lassen und mit moderner Medientechnik ausgestattet sein werden. Zudem enthält das Gebäude einen Vorbereitungsraum, ein Materiallager sowie einen Raum, in dem Tiere für den Unterricht gehalten werden können; ein kleiner Hof samt Schulgarten runden die neue Wilhelmaschule ab. Erwartete Gesamtkosten für das Gebäude ohne Inneneinrichtung und Außenanlagen: rund 870.000 Euro.

Ausblick auf 2011: Umbau der Elefantenanlage geplant

In Planung befindet sich derzeit zudem der Umbau der Elefantenanlage, ein Entwurf liegt vor und soll diesen Winter vollendet werden. Umgebaut wird dann im Herbst und Winter 2011/2012, also bewusst in der besucherarmen Zeit, zumal sich diese Baustelle direkt neben derjenigen der neuen Menschenaffenanlage befinden wird. Die wichtigsten Ziele bei der Umgestaltung der Elefantenanlage: Sie soll erstens keinen Graben mehr besitzen – ein Punkt, der seit dem Tod der alten Elefantenkuh Vilja mehr denn je unter den Nägeln brennt. Zweitens soll die Anlage den Elefantendamen mehr Raum bieten. Und drittens soll sie später ohne weitere große Veränderung von ihren Nachbarn, den Panzernashörnern, genutzt werden können, sobald die Elefanten in eine komplett neue Anlage umgezogen sind. Diese ist seit längerem geplant, ein Baubeginn aber leider erst nach Fertigstellung des Rosensteintunnels möglich. Zudem sind 2011 weitere Investitionen in die Infrastruktur notwendig, etwa in Wege, Gehege (z.B. Klammeraffeninsel), Dächer, Heizanlage, Elektrik, Gewächshäuser etc. Die Wilhelma hat daher rund 3 Millionen Euro für Instandhaltungen im Jahr 2011 veranschlagt.

 

Pressefoto

Bild 1: Luftaufnahme von der Baustelle für afrikanische Menschenaffen. Foto: Arnim Kilgus i.A. der Ed Züblin AG

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