08.02.12

Mediterraner Augen- und Nasenschmaus

Mit der langweiligen und sauren „Einheitszitrone“ aus dem Supermarkt hat die Vielfalt der Zitrusfrüchte in der Wilhelma nur wenig zu tun. Was sich hinter „Buddhas Hand“, der Römischen Limette oder Sorten wie Chinotto und Bizzaria verbirgt, zeigt eine kleine Sonderausstellung der Wilhelma-Gärtner, die dieses Jahr zum dritten Mal im Wintergarten zu sehen ist. Die teils sehr seltenen Zitrusfruchtpflanzen verstecken sich normalerweise hinter den Kulissen und werden nur zur Hauptblütezeit, im Februar und März, herausgeholt.

Ihrem Namen alle Ehre macht die wohl auffälligste Frucht in der kleinen Sonderschau: Buddhas Hand. Die aus Ostasien stammende Zitrusfrucht ähnelt mit etwas Fantasie tatsächlich einer Hand – oder auch an einen gelben, am Baum hängenden Oktopus. In ihrer asiatischen Heimat wird Buddhas Hand schon seit Jahrhunderten kultiviert und ihre kuriosen Früchte werden traditionell Buddha als Gabe dargeboten. Sie schmecken sehr süß und können roh verzehrt werden, eignen sich aber auch hervorragend zur Herstellung von Marmeladen und erfüllen mit ihrem frischen Zitrusduft das ganze Haus. Buddhas Hand gehört zu den fast fruchtfleischlosen „Zitronatzitronen“, aus deren intensiv schmeckender Schale früher das in jeder Backstube bekannte Zitronat gewonnen wurde. Sie waren wohl auch die ersten Zitrusfrüchte, die aus Asien nach Europa kamen und die schon Alexander der Große kannte und schätzte.

Ebenfalls bemerkenswerte Früchte trägt die Bizzaria, eine wahre Kostbarkeit. Sie galt lange Zeit als ausgestorben und wurde erst vor etwa 30 Jahren in der Nähe von Florenz wiederentdeckt. Ihre mit Höckern übersäten gelben, orangefarbenen und grünen Früchte vereinen die Eigenschaften der Bitterorange und der süßen, stark duftenden Zedrat-Zitrone. Bis heute ist nicht geklärt, wie dieses „Früchtchen“ genau entstanden ist.

Besonders in Italien als Zutat für Magenbitter wie Campari oder Limonaden heiß begehrt ist der Saft der Bitterorangen. In der Wilhelma-Ausstellung wird diese Gruppe durch die Chinotto vertreten, aus der auch die gleichnamige, dunkel-rote und bitter-süße Limonade hergestellt wird. Ihren Namen verdankt die Chinotto übrigens ihrer chinesischen Herkunft.

Dass Limetten nicht immer sauer sein müssen, beweist die Römische Limette. Sie zählt daher auch zu den so genannten Süßlimetten und besitzt ein hellgrünes, aromatisches Fruchtfleisch, das sich – wen wundert’s – durch seinen süßen Geschmack auszeichnet. Die Römische Limette wurde schon im 17. Jahrhundert in Italien kultiviert und ihre gelben, kugeligen, an den Enden abgeflachten Früchte reifen das ganze Jahr hindurch an dem kleinen Strauch.

Noch bis Ende März sind diese und viele andere Zitrusbäume und -büsche im Wintergarten zu bestaunen. Und da sie gleichzeitig Früchte tragen und blühen können, versüßt auch der Duft ihrer Blüten hier jeden kalten Wintertag.

 

Pressefotos

Bilder 1-3: Körbeweise süßsaure Früchtchen samt den Zitruspflanzen, von denen sie stammen, sind in der aktuellen Sonderausstellung im Wintergarten zu sehen.

Bild 4: Die ostasiatische Zitrusfrucht „Buddhas Hand“.

Bild 5: Zitruspflanzen können gleichzeitig blühen und Früchte tragen.

Fotos: Wilhelma

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