13.12.12

Das Leistenkrokodil Tong macht große Sprünge

Jeden Montag um 14 Uhr ist „Showtime“ in der Krokodilhalle des Aquariums. Dann steht die Fütterung der Krokodile auf dem Programm. Es gibt Huhn, und zwar für jede der vier Panzerechsen eines. Aber aus dem Wasser springt für das Huhn nur eine: Tong, das weiße Leistenkrokodil.

Sechs Jahre und viel Geduld hat der Tierpfleger Harald Aberle gebraucht, bis sich Tong das Huhn im Sprung schnappte – was selten zu beobachten sein dürfte, zumal nur wenige Zoos Leistenkrokodile halten. Immer höher schraubte sich die Echse von Mal zu Mal, inzwischen ragt sie mitunter bis zu den Hinterbeinen aus dem Wasser. Tongs drei Mitbewohnerinnen in der Krokodilhalle lassen es bequemer angehen: Sie strecken lediglich den Kopf heraus, reißen das zahnstarrende Maul auf und verschlingen das hineingeworfene Huhn quasi am Stück. Das war’s dann für diese Woche. Auch in ihrer Heimat in Südostasien, Indien und Australien sind die Echsen nicht gefräßiger. Im Gegenteil: Bis zu einem Jahr kommen Leistenkrokodile notfalls ohne Nahrung aus. Bei guter Versorgungslage wachsen sie zu den größten lebenden Reptilien der Erde heran: Weibchen werden fast vier, Männchen bis zu sechs Meter lang und eine Tonne schwer. „Salzwasserkrokodil“ wird die Echse auch genannt, da sie in küstennahen Flüssen und Sümpfen ebenso wie im Meer vorkommt. Auf der Reise in neue Jagdgründe wurden einige Exemplare schon 1000 Kilometer vom Land entfernt gesichtet. Aber egal wo ein Leistenkrokodil auftaucht: Kaum ein Beutetier ist vor ihm sicher, große Büffel ebenso wenig wie unvorsichtige Menschen. Trotzdem ist der Mensch für Tongs wilde Verwandte gefährlicher als umgekehrt: Die Art gilt als bedroht – zu begehrt war und ist ihre schön gemusterte Haut.

In der Wilhelma hat die Haltung von Leistenkrokodilen Tradition: Ein großes weißes Exemplar lebte hier von 1967 bis 2000, maß zuletzt viereinhalb Meter, wog 500 Kilogramm und war weit über Stuttgart hinaus als „Der Weiße“ bekannt. In der Wildnis kommt die weiße oder gelbliche Farbe kaum vor – so auffällige Tiere fallen frühzeitig Fressfeinden zum Opfer. In Farmen dagegen überleben sie: Von Millionen dort geborenen Krokodilen ist angeblich jedes 20.000ste weiß. Auch die Wilhelma-Tiere stammen von thailändischen Farmen und heißen entsprechend Deng, „die Rote“, Sue, „die Hübsche“, Nunu, „die Kleine“ und Tong, „die Goldene“. Alle vier wurden 2000 geboren, sind heute zwischen 60 und 130 Kilo schwer und zwischen 2,40 und 3,20 Meter lang, die größte – und damit meist Chefin im Ring – ist Deng. Vom sicheren Steg in der Krokodilhalle aus können die Besucher das Quartett täglich beim Schwimmen, Dümpeln, Sonnenbaden erleben – und natürlich montags bei Harry Aberles Krokodil-Show, nach der die Besucher ihn zudem persönlich befragen können.

Regelmäßige Fütterungen vor Publikum mit und ohne solche Tierpflegersprechstunden gibt es auch im Winter bei weiteren Tieren, etwa bei Seelöwen, Pinguinen, Raubkatzen und Piranhas. Und wer die Wilhelma bei der Fütterung, Unterbringung und Haltung ihrer Tiere unterstützen möchte, kann die meisten auch „paten“. Hier gibt es einen Überblick über alle Fütterungstermine, und hier alle Infos zu möglichen Patenschaften.

Pressefotos

Bilder 1 – 3: Das weiße Leistenkrokodil Tong auf dem Sprung nach dem Huhn in Tierpfleger Harald Aberles Händen.

Alle Fotos: Harald Löffler

 

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