23.03.12

Magnolienblüte draußen, Azaleenblüte drinnen

In der Wilhelma kommt der Frühling nun mit aller Macht: Im historischen Gewächshaus explodieren die Blüten der Azaleen geradezu, im Maurischen Garten sind die ersten Knospen der Magnolien aufgebrochen. Mit dem Höhepunkt der Blüte im Magnolienhain ist daher schon etwa Mitte der letzten Märzwoche, also deutlich vor Ostern zu rechnen – zumal die Wetterfrösche weiterhin gutes Hochdruckwetter vorhersagen. Bleibt es länger so sonnig und warm, kann dies die gesamte Blütezeit der Magnolien zwar auch verkürzen, doch zumindest besteht dann keine Gefahr, dass Nachtfröste den Blütenzauber auf einen Schlag beenden.

Ob Frost oder nicht: Die Azaleen im Wechselschauhaus zumindest sind auf der sicheren Seite: Im Haus wird es rund 20 Grad Celsius warm und die intensive Sonneneinstrahlung der letzten Zeit hat die Entfaltung der Blüten fast explosionsartig beschleunigt. Somit stehen die Vertreterinnen der „Rhodendron simsii“, wie sie im Fachjargon heißen, etwas früher als erwartet in voller Blüte. 2011 stellten zudem externe Azaleen-Experten fest, dass die Sammlung der Wilhelma mit rund 50 Sorten zu den wichtigsten Deutschlands gehört – und Exemplare beinhaltet, die selbst die Experten nie zuvor live gesehen hatten. Sie alle sind jedoch Nachfahren von Pflanzen, die Ende des 17. Jahrhunderts erstmals aus Japan und China nach Europa kamen, und aus denen Gärtner im Laufe der Zeit etwa 2.000 Sorten züchteten, von denen ein Großteil aber wieder verschwand. In Deutschland sind heute höchstens 700 Sorten erfasst. Die Besucher der Wilhelma können die exotischen Schönheiten mit den kräftig roten und rosafarbenen Blüten noch ungefähr bis Mitte April mit eigenen Augen genießen: ob Topfpflanzen, Büsche oder Sträucher. Ein Strauch davon stammt sogar noch aus dem Bestand von König Wilhelm I., ist also über 160 Jahre alt.

Dieses „biblische“ Alter teilt der Strauch mit 15 Bäumen im größten Magnolienhain nördlich der Alpen, die gleichfalls aus Königs Zeiten stammen. Sie und die anderen 55 Magnolien im Hain sowie weitere 20 Exemplare im übrigen Park hat das anhaltend schöne, milde Wetter ebenfalls dazu angeregt, ihre Blüten früh zu öffnen. Voll erblüht sind bereits die Sternenmagnolien, etwa hinter dem Maurischen Landhaus, die anderen Bäume und Sträucher folgen peu à peu. Stammesgeschichtlich gehören die Magnolien zu den ältesten Blütenpflanzen der Erde – wie vor allem die riesigen, urwüchsigen Blüten einiger Tulpenmagnolien schön veranschaulichen. Benannt sind die Pflanzen nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol und vor den Eiszeiten waren sie auch in Europa heimisch. Heute stammen die meisten Magnolienarten aus Ostasien und Amerika. In China schätzte man die Ziergehölze seit jeher so sehr, dass sie als Tempelschmuck dienten. Heute wachsen Magnolien in zahlreichen Gärten rund um den Globus. Aber wo sonst finden ihre Fans die weiß, rosa und purpur blühenden Pflanzen in so schönem Ambiente wie im Maurischen Garten der Wilhelma?

Damit nicht genug der Blütenpracht, sprießen, knospen und blühen überall im Park nach Krokussen und Winterlingen nun auch zahllose Stiefmütterchen, die Narzissen und Tulpen folgen. Der Frühling ist unübersehbar gekommen.

Und noch eine dringende Bitte an alle Besucher: Bitte setzen Sie sich oder Ihre Kinder nicht auf die Äste der Magnolien! Diese könnten brechen - Sie gefährden also sich selbst und auch die teils uralten Bäume.

 

 

Pressefotos

Bilder 1 – 4: Impressionen der letztjährigen Magnolienblüte: Eine ebenso prachtvolle Neuauflage nimmt derzeit im Maurischen Garten bei strahlendem Sonnenschein ihren Anfang. Bilder 5 - 6: Im schön dekorierten historischen Wechselschauhaus präsentieren die Azaleen ihre Blütenfülle.

Fotos: Wilhelma

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