12.12.2013

Seltener Nachwuchs aus der „Waschmaschine“

Manche Sensationen geschehen im Verborgenen. So auch in diesem Jahr bei den Doppelhornvögeln hinter den Kulissen der Wilhelma. Denn bei dem jungen Zuchtpaar der stattlichen Vögel hat sich unverhofft Nachwuchs eingestellt. Ein männlicher Jungvogel erblickte in dem wegen seiner Form und seines Aussehens den Namen „Stuttgarter Waschmaschine“ tragenden Brutkasten im Frühjahr das Licht der Welt. Damit trägt die Wilhelma einen bedeutenden Teil zur Erhaltung der bedrohten, ostasiatischen Doppelhornvögel bei. In keinem anderen europäischen Zoo werden sie derzeit erfolgreich gezüchtet.

Die Brutbiologie der großen, bis zu 130 Zentimeter großen und bis zu drei Kilogramm schweren Vögel, ist besonders faszinierend. Sobald das Weibchen sich in die Bruthöhle zurückzieht und anfängt die meistens zwei Eier auszubrüten, mauert das Männchen die Öffnung der Höhle fast vollständig zu. Nur ein kleiner Schlitz bleibt offen, durch welchen der Doppelhornvogel-Mann sein Weibchen und später auch die Jungvögel versorgt. Diese Methode dient dem Schutz des Weibchens und der Jungvögel vor Fressfeinden, ist aber einzigartig in der Vogelwelt. Das Weibchen befreit sich aus der Höhle noch bevor die Jungvögel flügge sind und hilft dann bei der Versorgung der Brut mit. Ganz selten kann es aber auch vorkommen, dass sie bis zum Flüggewerden des Nachwuchses in der Nisthöhle bleibt und dann, wenn die Jungen etwa drei Monate alte sind, das Nest gemeinsam mit ihnen verlässt.

Der Zuchterfolg in der Wilhelma ist besonders erfreulich, da dies keine Selbstverständlichkeit darstellt. In europäischen Zoos werden derzeit nur sehr selten Doppelhornvögel gezüchtet und der Bestand in den Zoos droht langsam aber sicher auszusterben. Bis das junge Männchen, welches in der Wilhelma geboren wurde, selber diesem Trend entgegenwirken kann, vergehen noch mindestens vier Jahre. Erst dann ist es ausgewachsen und kann mit einem Weibchen verpaart werden, mit welchem es einen Bund fürs Leben schließen wird. Dieser kann mit 50 Jahren oder mehr Lebenserwartung relativ lang sein.

Auch in der freien Wildbahn sind die schwarz, weiß gezeichneten Vögel bedroht. Grund hierfür ist vor allem der Verlust ihres Lebensraums. Diesen finden Sie in den tropischen Regenwäldern von Indien bis Indonesien. Ihr Verbreitungsgebiet ist zwar sehr groß, nirgends kommen sie jedoch häufig vor. Neben dem großen Schnabel, ist vor allem der namensgebende, hornartige Schnabelaufsatz auffällig. Dieser ist sehr leicht und besteht aus wabenartigem Knochengewebe. Wofür er genau dient, ist bis heute unklar. Vermutet wird, dass der Nasenaufsatz als Resonanzkörper für die tiefen Rufe der Vögel dient und diese so verstärkt.

Pressefotos

Bild 1: Der in diesem Jahr geborene Jungvogel der Doppelhornvögel ist zwar schon genauso groß wie seine Eltern, lässt sich aber am Gefieder noch deutlich unterscheiden.

Foto / Bildnachweis: Wilhelma/ Y. Eder

Bilder 2-4: Die Doppelhornvögel sind bei schönem und warmen Wetter in einer Voliere gegenüber den Pinguinen zu sehen. Mittlerweile sind sie wieder in Balzstimmung und füttern sich gegenseitig. Ob da im nächsten Jahr wieder etwas aus der „Stuttgarter Waschmaschine“ schlüpft?

Fotos / Bildnachweis: Wilhelma

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