31.05.2013

Botanischer Kurztripp nach „Down Under“

Ganz Baden-Württemberg ist fest in der Hand von Wolken, Regen und kalten Winden. Ganz Baden-Württemberg? Nein, in der Wilhelma trotzen die unbeugsamen Mitarbeiter der Fachbereiche Parkpflege und Botanik dem trüben Wetter und sorgen für blühende Landschaften. Die Botanik bietet bei ihrem Griff in die Trickkiste dabei auch dieses Jahr  wieder eine Rundreise durch den Australischen Kontinent an – ohne dafür Tausende von Flugmeilen zurücklegen zu müssen. Vom tropischen Queensland bis zur Südküste: Die Pflanzenvielfalt von Down under und zwei Vertreter aus dessen Tierreich können die Besucher bis zum 15. September 2013 in den Gewächshäusern bestaunen.

Australien ist mehr als nur rote Wüste und Eukalyptuswälder: Üppige, tropische und subtropische Regenwälder, Heidelandschaften und Sanddünen in den Küstenregionen bilden Kontraste zum typischen Australienbild. Über 100 Arten aus der vielfältigen, australischen Pflanzenwelt zeigt die Ausstellung in nachgebildeten Lebensräumen im Gewächshaus, das sich an den Wintergarten anschließt. In der Vielfalt des tropischen Regenwaldes sticht eine Pflanze hervor, die man normalerweise nur in verarbeiteter Form kennt: Rattan. Kaum einer weiß, dass diese Schlingpflanze zu den Palmengewächsen zählt. Die bis zu 200 Meter langen Triebe der Rattanpalme haken sich mit ihren Stacheln bei anderen Pflanzen ein und finden so Halt. Am auffälligsten sticht aber die Wüstenerbse mit ihren feuerroten Blüten ins Auge. Die mit unseren Erbsen verwandte Blume wächst neben einem künstlichen Termitenhügel und streckt ihre einzige, lange Wurzel im Boden nach Wasser aus.

Fast wie eine Pflanze sehen auch die Tiere aus, die es das erste Mal in die Australienausstellung geschafft haben. Gute getarnt sitzen die Australischen Gespenstschrecken auf Brombeerzweigen im Terrarium kurz vor dem Gewächshausausgang. Auf den ersten Blick sehen sie selbst wie vertrocknete Brombeerblätter aus. Bei genauerer Betrachtung machen sie zudem ihrem Namen alle Ehre: Zum Schutz vor Fressfeinden sind sie stachelbewehrt und wirken tatsächlich gespenstisch. Ihr Terrarium teilen sich die Schrecken mit einer Seidenspinne, die hier in ihrem riesigen Netz sitzt. Für noch mehr Authentizität der australischen Landschaften sorgen Wandmalereien, die an die traditionelle Kunst der australischen Ureinwohner erinnern. Hier schlängelt sich eine Schlange über die rote Wand, dort hüpft ein Känguru neben den Besuchern einher. Natürlich haben die Wandmalereien in der Wilhelma nicht den Anspruch, die Vielschichtigkeit der traditionellen Kunst der Aborigines darzustellen. Sie gehört zu den ältesten Kunstformen der Welt und steckt voller mystischer Symbolik, die sich nur den australischen Ureinwohnern erschließt.

Mit dieser vielfältigen Kombination aus Pflanzen, Tieren und Kultur bietet die kleine Ausstellung das ideale Kontrastprogramm zum trüben, nasskalten Wetter draußen. Um nach Australien zu reisen muss derzeit also nicht die halbe Welt umrundet werden. Denn „Australien“ liegt gar nicht so weit entfernt – in der Wilhelma am Neckar.

Pressefotos

Bilder 1 - 4:  100 Pflanzenarten, Termitenhügel, Traumbilder der Aborigines und Gespensterschrecken: Die Australien-Ausstellung in den Gewächshäusern zeigt ein Stück „Down under“ auf kleinem Raum.

Alle Fotos: Wilhelma

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