16.01.2015

Orchideenvielfalt gedeiht in der Wilhelma

Filigrane Extravaganz, schillerndes Farbenspiel, unendliche Vielfalt: Kaum eine Pflanzenfamilie zeigt den Einfallsreichtum der Natur wie die Orchideen. Die unzähligen Varianten sind Belege der Anpassungsfähigkeit, mit der sich diese Überlebenskünstler weltweit Lebensräume erschlossen haben. Deshalb hegt und pflegt die Wilhelma in Stuttgart ihre Orchideensammlung – eine der größten und bedeutendsten in Deutschland – nicht nur als ein optisches Schmuckstück, sondern auch aus biologischem Interesse. Gerade im Winter zieht die Schau in den wohltemperierten Gewächshäusern viele Besucher an.

Der Zoologisch-Botanische Garten präsentiert eine wechselnde Auswahl von jeweils etwa 100 Exemplaren, die gerade in voller Blüte stehen. „Wir tauschen sie kontinuierlich aus“, berichtet der Gärtner Bernd Uhlmann, der die „Königinnen der Blumen“ mit seinem Kollegen Oliver Zimmer betreut. „Es gibt Raritäten, die blühen nur einen einzigen Tag. Bei den meisten Arten dauert die Blüte ein bis zwei Wochen, in manchen Fällen reicht sie aber auch vier bis sechs Wochen.“ Durch den ständigen Wechsel gibt es für die Gäste immer etwas Neues zu entdecken.

Die Orchideen gedeihen unter den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen. Daher ziehen Uhlmann und Zimmer die Pflanzen hinter den Kulissen in vier getrennten Anzuchthäusern groß: von kalt bis tropisch warm. Für die Vermehrung sind die Gärtner fleißig wie die Bienen. Denn ohne Hilfe von Insekten müssen sie mit Stäbchen und Drähtchen die Bestäubung eigenhändig vornehmen. „Die Blüten sind teilweise nur wenige Millimeter groß“, sagt Uhlmann. „Das ist ein Geduldsspiel.“ Acht bis zehn Jahre dauert es, bis ein Zögling eine stattliche Blume geworden ist. „Leider haben die Orchideen mit dem zunehmenden Verlust ihres natürlichen Lebensraums zu kämpfen“, so Uhlmann. „Daher ist es auch in der Botanik wichtig, dass die Wilhelma Erhaltungszucht betreibt.“

Zu sehen sind die Prachtexemplare in den Gewächshäusern, die vom Eingang zum Maurischen Garten verlaufen. Bei ihren „Landsleuten“ aus Mexiko, den Agaven, findet sich derzeit die Laelia gouldiana. Ein Stückchen weiter, im Warmhaus, stehen zwei Vitrinen. Die erste ist in geografische Bereiche aufgeteilt und zeigt im linken Bereich Orchideen aus Mittel- und Südamerika sowie rechts aus Asien und Südostasien. Wer an die Decke schaut, kann sich von einer Pflanze zum zweiten Schaukasten leiten lassen, deren Geschmack alle kennen, viele aber nicht ihr Aussehen: Vanille. Auch sie ist eine Orchidee und wie die meisten ein „Aufsitzer“. Sie lebt auf Bäumen und ernährt sich über Luftwurzeln. Ein schönes Beispiel trifft man im Wintergarten an. Am Koi-Teich gibt der Australische Gummibaum derzeit dem Cymbidium grandiflorum Herberge. Dessen Schönheit pries der chinesische Gelehrte Konfuzius schon vor 2500 Jahren. (kni)

Pressefotos

Bilder 1 und 2: Cymbidium grandiflorum. Foto: Wilhelma

Bild 3: Paphiopedilum-Hybride. Foto: Wilhelma

Bild 4: Oncidium-Twinkle-Hybride. Foto: Wilhelma

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