12.05.16

Viel Gemeinsinn bei Affen, Mähnenspringern und Klippschliefern

Feiertag auf der Felsenanlage der Stuttgarter Wilhelma: Mit der Geburt eines Dscheladas am vergangenen Sonntag leben nun erstmals 50 dieser „Blutbrustpaviane“ in der Afrika-Landschaft. Die Wilhelma betreut die größte Gruppe in einem Zoo weltweit.

Zum Vergleich: Das gesamte Europäische Erhaltungszuchtprogramm von 19 Institutionen umfasst etwa 220 Dscheladas. In der Natur leben sie im Hochland von Äthiopien weit oben in Lagen von 1800 bis 4400 Metern über dem Meer. Auf der Roten Liste stehen sie bislang weiter hinten, weil ihr Bestand noch auf 200.000 Tiere geschätzt wird. Jedoch nehmen die Wildbestände seit den 1970er Jahren erkennbar ab – unter anderem weil, die Region am Horn von Afrika immer wieder von Dürre heimgesucht wird.

Die vielleicht lebhafteste Tiergemeinschaft des Zoologisch-Botanischen Gartens ist damit noch etwas quirliger geworden. Das Gehege ist derzeit eine wahre Kinderstube. Nicht nur bei den Dscheladas zeigt sich der „Orgelpfeifen-Nachwuchs“ von April, Februar und Dezember munter. Die Mähnenspringer haben Mitte April vier Lämmer geboren, die bereits über Stock und Stein gehen. Zwischen, auf und unter den emporragenden Felsen kauern zudem die Klippschliefer, die kleinen Verwandten der Elefanten. Ihre Sprößlinge aus 2015 hat der Zoo Leipzig übernommen.

Bei trockenem Wetter ist das Zusammenspiel der drei Tierarten sehr gut mitzuerleben. Die jungen Affen sind in ihrem Übermut kaum zu bändigen. Die Jüngsten werden von ihren Müttern am Schwanz „an der kurzen Leine gehalten“. Die Halbstarken jagen sich mit akrobatischen Einlagen über die Baumstämme, reiten auf dem Rücken der Mähnenspringer und klettern an deren imposanten Hörnern. „Es ist aber ein Geben und Nehmen“, sagt der Tierpfleger Mathias Roese. Die Affen nehmen bei den Schafen die Fellpflege vor und zupfen für ihre großen Mitbewohner auch Heu aus den Gittertüren, an das die Schafe alleine nicht drankämen. „Die Dscheladas haben Respekt vor den Mähnenspringern“, berichtet Roese. „Die Böcke schalten sich durchaus mal ein, wenn es unter den Affen zu großen Ärger gibt, und gehen dazwischen.“ Und die Klippschliefer behalten wachsam den Überblick über die Anlage und warnen mit einem gellenden Ruf ihre Artgenossen und die Affen, wenn irgendetwas anders ist als normal. Klippschliefer sind die perfekte Wachposten: Sie können ihre Pupillen verdunkeln und werden so von der Sonne nie geblendet.

Tipp: Das größte Spektakel herrscht bei der öffentlichen Fütterung. Montags bis freitags werfen die Pfleger den Dscheladas um 11.30 Uhr Äpfel zu. Die Affen fangen sie auf den Hinterbeinen stehend aus der Luft. Danach beantworten die Pfleger Fragen von Besuchern. (kni)

Pressefotos

Bild 1: Auf der Felsenanlage lebt eine Gemeinschaft afrikanischer Tierarten gut zusammen: Dscheladas, Mähnenspringer und Klippschliefer. Foto: Wilhelma

Bild 2: In der Afrika-WG nehmen die Dscheladas die Fellpflege auch an den Mähnenspringern vor. Foto: Wilhelma

Bild 3: Die jungen Dscheladas turnen gerne auf den großen Hörnern der Mähnenspringer herum - die das (meistens) geduldig ertragen. Foto: Wilhelma

Bild 4: Auf der Felsenanlage sind im Dezember, Februar, April und Mai Jungtiere der Dscheladas gebroen worden. Seit Sonntag, 08.05.16, leben dort 50 dieser Blutbrustpaviane. Foto: Wilhelma

Bild 5: Die Mütter unter den Dscheladas halten ihre munteren Jüngsten am Schwanz "an der kurzen Leine". Foto: Wilhelma

Bild 6: Dschelada-Mann Hope ist mit seinem Harem und Nachwuchs auf der Felsenanlage unterwegs. Foto: Wilhelma

Bild 7: Im April sind auf der Felsenanlage vier Lämmer der Mähnenspringer geboren worden. Sie teilen sich das Gemeinschaftsgehege mit Dscheladas und Klippschliefern. Foto: Wilhelma

Bild 8: Im April 2016 sind auf der Felsenanlage vier Lämmer der Mähnenspringer geboren worden, die bereits behende über Stock und Stein springen. Foto: Wilhelma

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