21.12.18

Tiertausch schafft neue Zuchtchancen für seltene Schabrackentapire

Lichtblick für die Schabrackentapire: Künftig hilft die Wilhelma in Stuttgart, den Fortbestand der bedrohten Tierart durch deren Nachzucht zu unterstützen. Der Bestand der außergewöhnlichen Schabrackentapire hat sich in der asiatischen Heimat in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Und im Erhaltungszuchtprogramm der europäischen Zoos (EEP) gibt es nur rund 50 von ihnen. Durch einen Tiertausch zwischen der Wilhelma und dem Zoo Rotterdam, der über den Jahreswechsel abgeschlossen wird, können sich künftig beide Einrichtungen an der Zucht der bedrohten Art beteiligen.

Es ist erst ein gutes Jahr her, dass nach dem Auszug des letzten Flusspferds Mike Tapire in die Wilhelma kamen und neues Leben in das umgebaute Haus brachten. Während Mike in seinem neuen Domizil im tschechischen Zoo Dvůr Králové vor kurzem bereits Vater geworden ist, war im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart mit den beiden Tapir-Jungtieren Ketiga und Penang aus den Zoos Leipzig und Rotterdam zunächst eine Männer-WG entstanden. Das Ziel war, mittelfristig eines der Männchen gegen ein Weibchen zu tauschen, um züchten zu können. Weibchen sind im EEP jedoch extrem rar. Doch nun hatte das Projekt „Tapir sucht Frau“ viel schneller als gedacht Erfolg. „Im Tiergarten Blijdorp ist leider Vasan, der Vater von unserem Penang, gestorben“, berichtet Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Damit die niederländischen Kollegen die Zucht fortsetzen können, haben wir ihnen Ketiga geschickt. Er ist gestern wohlbehalten angekommen. Dafür bekommt Penang bei uns ein Weibchen aus Schottland.“ Den in der Wilhelma frei gewordenen Tapir-Platz nimmt im Januar nämlich Maya ein. Das Mädchen ist am 17. September 2017 im Zoo von Edinburgh zur Welt gekommen. „Dass dieser Wechsel möglich wird, ist eine tolle Nachricht“, sagt Kölpin, der zugleich zoologischer Kurator für die Tapire ist. „Damit erhöhen sich die Chancen, die Reservepopulation in den Zoos zu erhalten, merklich.“

Der Einsatz der Zoos quasi als „Arche Noah“ ist für die Schabrackentapire besonders wichtig. Denn immer mehr verdrängen Palmölplantagen die tropischen Wälder von Thailand, Burma, Malaysia und Indonesien, in denen sie leben. Der ihnen verbleibende Lebensraum zerfällt zudem in immer kleinere Gebiete. Außerdem werden Tapire bisweilen noch gejagt. Die Tapire sind trotz ihres klobigen Körpers, der 350 Kilo schwer werden kann, und des Rüssels nicht mit Schweinen verwandt, sondern stehen Pferden und Nashörnern nahe. Nur in ihrer asiatischen Unterart tragen Tapire die namensgebende Schwarzweißfärbung: vorne und hinten schwarz, in der Mitte weiß, wirkt das Tier, als ob ihm eine Pferdedecke übergeworfen wäre. (kni)

 

Pressefotos

Bild 1: Ketiga hat in der Wilhelma nur ein Gastspiel von einem guten Jahr gegeben. Künftig soll er in Rotterdam für Nachwuchs sorgen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Penang bildet in der Wilhelma mit Weibchen Maya künftig ein Zuchtpaar. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Die Männer-WG aus Ketiga (rechts) und Penang ging zuende. Foto: Wilhelma Stuttgart

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