02.08.19

Kletterabenteuer für kleine Totenkopfäffchen

In rasantem Tempo flitzen vier kleine Totenkopfäffchen in der Wilhelma in Stuttgart über Seile und Baumstämme. Die Jungtiere kamen im Mai auf den Subtropenterrassen zwischen Palmen und Papageien zur Welt. Schritt für Schritt werden sie nun von ihren Müttern in die Selbstständigkeit entlassen und erproben bei Versteckspielen und Verfolgungsjagden ihre Geschicklichkeit und Balance.

In ihren ersten Lebenswochen haben sich die Kleinen zunächst herumtragen lassen. „Sofort nach der Geburt greifen die Neugeborenen instinktiv nach dem Fell ihrer Mütter und klettern gleich auf deren Rücken“, erzählt Tierpflegerin Daniela Muffler. Die jungen Passagiere müssen sich gut festhalten können, wenn die Erwachsenen mit großen Sprüngen von Ast zu Ast hüpfen. Beheimatet sind die Schwarzkappen-Totenkopfäffchen in den Regenwäldern Boliviens und Brasiliens. In großen Gruppen streifen sie auf der Suche nach Nahrung durch die Baumkronen und kommen nur selten auf den Boden. Die  Verantwortung für den Nachwuchs teilen sich bei diesen geselligen Primaten alle Weibchen. „Am Anfang kümmern sich nur die Mütter um die Jungtiere, später unterstützen auch die Schwestern und Tanten“, erklärt die Tierpflegerin. „Die Töchter bleiben ihr Leben lang in ihrer Geburtsgruppe und lernen so schon in jungen Jahren, worauf es bei der Aufzucht ankommt.“ Die Weibchen geben zudem auch innerhalb der Gruppe den Ton an, während die Männer meist etwas Abstand halten und bevorzugt unter sich bleiben. Mit einer großen Bandbreite an Lauten vom Fiepen bis zum Zwitschern halten die kommunikativen Affen untereinander Kontakt.

Richtig interessant werden die Männer für ihre potentiellen Partnerinnen erst in der Paarungszeit. Dann muss Zuchtmann Illampu, der bereits im vergangenen Jahr in der Wilhelma erfolgreich für Nachwuchs sorgte, kräftig an Körperumfang zulegen. „Zum Jahresende sieht man ihm richtig an, dass er um einiges mehr frisst“, erklärt Daniela Muffler. „Er sieht dann aus wie ein kleiner Bodybuilder.“ Denn starke Männer sind bei den weiblichen Totenkopfäffchen besonders gefragt. Dabei muss Illampu als einziger Mann in der Gruppe eigentlich keine Konkurrenz fürchten und den Weibchen nicht imponieren. Die in der Natur zum Teil heftigen Kämpfe, die die Männchen um das Paarungsrecht untereinander ausfechten, bleiben ihm erspart. Erst wenn Illampus Söhne zu aufmüpfig werden und in die Geschlechtsreife kommen, könnte der Haussegen in der Gruppe schief hängen. Bevor es dazu kommt, ziehen die Jungtiere im Rahmen des Europäisches Erhaltungszuchtprogramms in andere Zoos um. Auf dessen Empfehlung wird außerdem alle drei Jahre der Zuchtmann einer Gruppe ausgetauscht. So wird Inzucht vermieden und sichergestellt, dass die Töchter in ihren Familien bleiben können. 

Die Affenbande des Zoologisch-Botanischen Gartens ist mit den Neuzugängen nun auf 17 Tiere angewachsen, die harmonisch zusammenleben. Während die einjährigen Jungtiere schon ganz auf sich gestellt sind, dürfen die jüngsten Äffchen erst seit kurzem ohne Aufsicht umhertoben. Verlässt sie doch einmal der Mut, rufen sie laut nach ihren Müttern. Auf deren Rücken fühlen sich die Kleinen im Zweifel eben doch am sichersten. (dt)

Pressefotos

Bild 1-3: Die kleinen Totenkopfäffchen werden von ihren Müttern und den anderen Weibchen aus der Gruppe auf dem Rücken getragen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4-5: Neugierig unternehmen die Jungtiere die ersten selbstständigen Klettertouren. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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