10.06.19

Finanzstaatssekretärin Gisela Splett besucht den Artenschutztag

Die Wilhelma beherbergt fast 1.200 Tierarten und mehr als 8.500 Pflanzenarten und -sorten und unterstützt in vielen Teilen der Welt Programme zum Erhalt bedrohter Arten. Derzeit sind es 18 solcher Programme. Beim Artenschutztag am Pfingstmontag (10. Juni) haben Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen ihre Projekte in Stuttgart vorgestellt. Finanzstaatssekretärin Gisela Splett nutzte die Gelegenheit, um bei einem Rundgang im Landesbetrieb Wilhelma mit den Artenschützerinnen und Artenschützern ins Gespräch zu kommen.

„Die Artenschutzprojekte in verschiedenen Regionen der Erde brauchen eine verlässliche Finanzierung und engagierte Akteure vor Ort“, betonte Splett. An Infoständen im Zoologisch-Botanischen Garten wurden Projekte wie die Nothilfe für die Sumatranashörner, von denen nur noch weniger als 80 Tiere bekannt sind, vorgestellt. Außerdem der Regenwaldschutz im mittelamerikanischen Belize, der einen ganzen Landstrich vor der Rodung rettet, und das Congo­hounds-Projekt, bei dem Spürhunde im Kampf gegen Wilderer zum Überleben der letzten Berggorillas im Kongo beitragen. „Dieses Engagement passt perfekt zur Wilhelma. Die Tiere und Pflanzen in der Wilhelma sind Botschafter für die weltweite Artenvielfalt, die es zu bewahren gilt. Das Interesse der Besucherinnen und Besucher kommt über das Artenschutzengagement der Wilhelma Lebensräumen in Herkunftsländern der gezeigten Tier- und Pflanzenarten zu Gute. Die Wilhelma leistet so einen Beitrag zum Erhalt der globalen Artenvielfalt“, so Splett.

Die Artenschutzprojekte finanziert die Wilhelma zum einen aus Spenden, die im Jahr 2018 rund 80.000 Euro betragen haben. Zum anderen gibt es ein eigens im Jahr 2018 geschaffenes Artenschutz-Budget von 150.000 Euro jährlich. Ein großer Erfolg ist auch die Einrichtung des Artenschutz-Euro zum Start der diesjährigen Hauptsaison am 1. März. Seit der Einführung haben sich die Beiträge rasch summiert und bereits nach drei Monaten die 200.000-Euro-Marke übersprungen. „Der Zuspruch ist immens und übertrifft die Erwartungen“, stellte die Staatssekretärin fest. Bei rund 85 Prozent der Kartenkäufe wird die Spende geleistet. „Das ist ein Beleg dafür, dass die Besucherinnen und Besucher die seltenen Tier- und Pflanzenarten nicht nur hier erleben, sondern auch weltweit erhalten wollen.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin freut sich über die zusätzlichen Möglichkeiten: „Es begeistert mich, dass es uns in den vergangenen fünf Jahren gelungen ist, über das durch die vielen kreativen Aktionen extrem gewachsenen Spendenaufkommen zum Global Player im Artenschutz zu werden. Dafür brauchen wir nicht nur gute Ideen und engagierte Partner vor Ort, sondern auch die Rückendeckung der Bevölkerung. Für diese großartige Unterstützung bedanke ich mich ganz herzlich.“

Als zoologischer und botanischer Garten setzt sich die Wilhelma auch für den Erhalt bedrohter Pflanzen und damit deren Artenvielfalt ein. Einen wesentlichen Beitrag leistet das internationale Programm zum Tausch von Samen. Bei diesem aufwändigen Verfahren ernten die Gärtnerinnen und Gärtner die Samen seltener Pflanzen im Wilhelma-Bestand, putzen, sortieren und katalogisieren sie. „Wir betreiben einen erheblichen Aufwand, damit verschiedene Einrichtungen seltene Arten in größerer Zahl kultivieren können. Das erhöht die Chancen, dass bedrohte Arten dauerhaft überleben können, falls es in einzelnen Institutionen zu Ausfällen kommt“, sagte Dr. Björn Schäfer, der Leiter des Fachbereichs Botanik. Die Wilhelma erntet pro Jahr die Samen von rund 600 Pflanzenarten und bietet diese rund 150 Botanischen Gärten und wissenschaftlichen Einrichtungen in 35 Ländern an. Pro Jahr gibt sie rund 2.500 Samenpäckchen ab und bezieht knapp 1.000, um den eigenen Bestand zu erweitern oder aufzufrischen.

 

Informationen zum Hintergrund:

Im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung ist der Erhalt der Biodiversität als Ziel verankert. Die Wilhelma leistet hierfür in mehrfacher Hinsicht einen wichtigen Beitrag.

Neben der Unterstützung weltweiter Programme wird auch lokal der Artenschutz berücksichtigt. Auf den von der Wilhelma gepflegten Grünflächen werden beispielsweise keine chemisch-synthetischen Dünger verwendet und Pflanzenschutzmittel nur zurückhaltend eingesetzt. Die Wilhelma-Parkpflege ist in diesem Zusammenhang nicht nur für den zoologisch-botanischen Garten sondern auch für weitere Landesflächen in Stuttgart mit einer Gesamtfläche von rund 340 Hektar und über 13.000 Bäumen verantwortlich. Dazu zählen unter anderem der Schlossgarten und der Rosensteinpark, wo an verschiedenen Stellen Wiesen für Schmetterlinge und Wildbienen optimiert wurden.

Um die Vielfalt der Arten dauerhaft zu erhalten, ist die Kooperation vieler Zoos und Tierparks notwendig. Besonders intensiv erfolgt die Zusammenarbeit über die Teilnahme an Programmen zur koordinierten Zucht bestimmter Tierarten. In diesen findet ein beständiger wissenschaftlicher Austausch über die Haltung und Pflege der verschiedenen Arten statt. Tiere werden zwischen den Einrichtungen getauscht, um so ohne Entnahme von Individuen aus der Natur gesunde, sich selbst erhaltende Populationen in den Zoos zu etablieren und Reservepopulationen bedrohter Tierarten zu haben, die wieder ausgewildert werden können. Für den Großen Kaninchennasenbeutler (Bilby) führt die Wilhelma das Zuchtbuch. Außerdem leitet sie die Spezialistengruppen für die Elefanten sowie die Zebras, Wildesel und Wildpferde.

Seit April 2018 besteht außerdem eine Kooperation der Wilhelma mit dem WWF beim Elefantenschutz im Rahmen des Projekts „Team Elefant Stuttgart“. Mit einem monatlichen Beitrag können Spenderinnen und Spender den Schutz asiatischer Elefanten im Kui-Buri-Nationalpark in Thailand und zugleich den Neubau der Elefantenwelt in der Wilhelma fördern.

Als Botanischer Garten hat sich die Wilhelma zudem dem Erhalt und der Zucht seltener Pflanzenarten verschrieben. Neben etwa 6.000 Quadratmetern Schauhausfläche verfügt der Landesbetrieb hinter den Kulissen über rund 5.000 Quadratmeter Anzuchtfläche. Im Auftrag des Landes Baden-Württemberg betreibt die Wilhelma darüber hinaus eine sogenannte Erhaltungssammlung, in der die stark gefährdete Seerose Nymphaea candida erhalten und vermehrt wird.

Pressefotos

Bild 1: Staatsekretärin Gisela Splett informierte sich über den Schutz der Sumatranashörner. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Caspar Bijleveld berichtete vom Shipstern-Projekt in Belize. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Wilhelma-Gärtner Lorenz Ormos erklärte den internationalen Tausch von Pflanzensamen. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Dr. Marlene Zähner stellte das Congohounds-Projekt zum Schutz der Berggorillas vor. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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