13.08.19

Ganze Gebirgsanlage geöffnet: Familie Schneeleopard ist jetzt vereint

Erstes Familientreffen der Schneeleoparden in der Wilhelma: Seit dem Wochenende sind die Jungtiere Malou und Askar mit beiden Eltern vereint. „Die Zusammenführung der Kleinen mit dem Kater muss anfangs immer ein vorsichtiger Test sein“, sagt Tierpfleger Andreas Wössner. „Der Versuch ist aber so friedlich verlaufen, dass die Familie ab jetzt gemeinsam die gesamte Anlage nutzen darf.“ Ein positiver Effekt für die Gäste im Zoologisch-Botanischen Garten ist, dass sie den Raubkatzen-Nachwuchs nun auch im oberen Teil des Geheges und damit auf Augenhöhe erleben können. Die zu Ostern 2018 in Betrieb genommene Anlage ist mit 730 Quadratmetern viermal so groß wie das alte Gehege und so geplant, dass sie mehrfach unterteilbar ist, was die Nachzucht der extrem seltenen Tiere erleichtert.

Für die Welpen war es wieder ein großer Schritt in ihrem jungen Leben. Die Ende April geborenen Raubkatzen waren zunächst rund zwei Monate mit ihrer Mutter Kailash in der Wurfbox geblieben, bevor sie erstmals nach draußen konnten. Danach blieb das untere Abteil des großen Geheges für ihren Vater Ladakh zunächst tabu, damit sich die Jungtiere in Ruhe an die Umgebung gewöhnen konnten. Hören, sehen und riechen konnten sie ihn aber bereits am Netz zwischen den zwei Bereichen. „Das Kennenlernen stieß mit ausgiebigem Beschnuppern auf gegenseitiges Interesse, deshalb waren wir zuversichtlich, dass die Familie harmoniert“, erklärt Wössner. „Um sie aber nicht zu überfordern, haben wir die Tiere dann zunächst die Gehege tauschen lassen, damit sich die Jungtiere im oberen Bereich der Anlage umschauen konnten. Sonst hätte der Kater dort einen zu großen ,Heimvorteil‘ beim ersten Treffen gehabt.“

Die Zusammenkunft beobachtete der Pfleger dann genau: „Die Kontakte waren ganz entspannt“, so Wössner. „Ladakh hat die Kleinen abgeschleckt. Selbst als ein Jungtier ihn spielerisch umstoßen wollte, ist er locker geblieben. Aber die meiste Zeit gehen sie ihre eigenen Wege. Ein ausgewachsener Kater kann mit Welpen nicht allzu viel anfangen.“ Mutter Kailash zeigte sich ebenso gelassen. Ihrem Partner, von dem sie Monate getrennt war, zeigte sie gleich ihre Zuneigung beim wechselseitigen Putzen. Nur wenn alle vier Tiere dicht beieinander waren, verhielt sie sich als Beschützerin und wies Ladakh mit Fauchen in die Schranken.

Kailash begleitete ihren Nachwuchs jedoch nicht überall hin, sondern beobachtete oft mit gewissem Abstand, was der so anstellte, wenn er in der Gebirgslandschaft über Stock und Stein tollte. Das Kätzchen Malou war dabei etwas vorwitziger als das Katerchen Askar. So kletterte die Unternehmungslustige schon auf einen mehrere Meter hohen Stamm – und wusste dann nicht so recht, wie sie wieder herunterkommen sollte. „Da hat sie wohl mehr als eine Stunde gehockt, bis uns schon Besucher angesprochen haben“, berichtet der Pfleger. „Aber auch das ist ein Lernprozess für die Katzen. Wenn sie sich irgendwann ein Herz fassen, kommen sie unbeschadet wieder herunter.“

In der Natur gibt es nur noch zirka 4000 Schneeleoparden im zentralasiatischen Hochgebirge. Die Wilhelma arbeitet für den Erhalt der bedrohten Art nicht nur durch die Nachzucht in Stuttgart, sondern fördert mit Spenden aus dem Artenschutz-Euro der Besucherinnen und Besucher zudem ein Schutzprojekt in Kirgisien. Dort finanziert sie mit dem Naturschutzbund (Nabu) eine Anti-Wilderer-Patrouille. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-4: Die beiden Schneeleoparden-Jungtiere Malou und Askar sind jetzt mit ihrer Mutter Kailash immer häufiger im Außengehege unterwegs. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Den Baum hinaus kam Malou schnell, der Weg hinab war die größere Herausforderung. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 6: Katze Kailash und Kater Ladakh zeigten sich nach der monatelangen Trennung gleich wieder ihre Zuneigung. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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