15.02.19

Kamelienblüte: Zarter Blumentraum mit königlicher Vergangenheit

Während das Wetter mit stahlblauem Himmel und steigenden Temperaturen nach draußen lockt, verbreiten zierliche Knospen und grazile Blüten in der Wilhelma in Stuttgart bereits Frühjahrsstimmung. Die vielfarbigen Kamelien erblühen nun zu voller Schönheit und tauchen das Wechselschauhaus des Zoologisch-Botanischen Gartens in ein Blumenmeer aus strahlendem Weiß, hellem Rosa und tiefem Rot.

Die Wurzeln der Kamelien liegen in den Gebirgsregionen Chinas und Japans. Von dort aus wurde die Camellia japonica im 18. Jahrhundert erstmals nach Europa importiert, wo sie sich vor allem unter den Adligen großer Beliebtheit erfreute. 1845 erwarb auch der Begründer der Wilhelma, König Wilhelm I. von Württemberg, 200 Exemplare und ließ sie nach Cannstatt bringen. Noch heute gehören 23 dieser historischen Königspflanzen zur Sammlung des Zoologisch-Botanischen Gartens, die inzwischen 19 Arten und 150 Sorten zählt. Darunter befindet sich mit einem Ableger der berühmten Pillnitzer Kamelie auch eine kleine Besonderheit. Denn die Mutterpflanze ist eine der ältesten Kamelien in Europa und ziert bereits seit über 200 Jahren die Parkanlagen des Schlosses Pillnitz in Dresden. Sie gehört noch zu einer der ursprünglichen Wildformen, aus denen sich bis heute über 30.000 Sorten entwickelt haben. Ihre Blütenformen ähneln Anemonen, Päonien oder Rosen und sind so vielfältig wie ihre Farbnuancen, die von reinem Weiß bis zu getupftem Rot reichen. „Viele Varianten entstanden durch spontane Mutationen, die bei Kamelien häufig vorkommen“, erklärt die angehende Zierpflanzengärtnerin Salome Hauck. „Einzelne Zweige einer Pflanze zeigen dann plötzlich andere Blütenfarben oder Blattformen. Mit etwas Glück und Geschick kann man mit diesen Stecklingen neue Sorten züchten.“ Bei so viel üppiger Farbenpracht überrascht es, dass viele der Blüten höchstens einen Hauch an Wohlgeruch verströmen. „Die alten Sorten wurden vor allem wegen ihres schönen Aussehens gezogen“, sagt Hauck. „Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts achtete man auch auf einen stärkeren Duft.“ Alle Vertreter der Gattung Camellia eint allerdings die eher geringe Eignung als Zimmerpflanze. Denn neben kalkarmen Böden und temperiertem Wasser benötigen die sensiblen Pflanzen für eine prächtige Blüte eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit, die in unseren isolierten und geheizten Wohnräumen in der Regel nicht gegeben ist.

Wer die hohen Anforderungen der Kamelienzucht dennoch nicht scheut, bekommt bei den kostenlosen Samstagsführungen der Wilhelma Pflegetipps aus erster Hand. Gärtner Christian Mikoteit führt am 23. Februar um 13.30 Uhr und am 2. März jeweils um 9.30 Uhr und 11.30 Uhr durch das Wechselschauhaus. Nur der normale Eintritt ist zu bezahlen, eine Anmeldung ist jedoch nötig und muss bis zum Vortag um zwölf Uhr in der Wilhelma-Zentrale unter Tel. (0711) 54 02-0 erfolgen. (dt)

Pressefotos

Bild 1: Die angehende Zierpflanzengärtnerin Salome Hauck betreut in der Wilhelma unter anderem die sensiblen Kamelien. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Auch ein Steckling der berühmten Pillnitzer Kamelie ist Bestandteil der Kameliensammlung in der Wilhelma. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Gelb blühende Kamelien wurden erst in den 1970er Jahren gezüchtet. Dazu gehört auch die Sorte „Brushfields Yellow“, die in Australien gezogen wurde. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: Die zweifarbige Sorte „Roi des Belges“ entstand bereits 1864 in Belgien. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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