07.02.20

Kamelienschau: Asiatischer Blütenwald in der Tradition von König Wilhelm I.

Die Hochblüte der Kamelien lockt derzeit die Botanikfreunde in die Wilhelma. Mit seiner großen Sammlung der asiatischen Gewächse verschaffte sich König Wilhelm I. von Württemberg schon 1845 jeweils zum – hierzulande noch winterlich-tristen – Jahresanfang eine wahre Blütenfreude. In seinem ehemaligen Refugium am Stuttgarter Neckarknie sind noch immer 23 der ursprünglichen Kamelien des Monarchen zu sehen. Mittlerweile ist die Sammlung des heutigen Zoologisch-Botanischen Gartens weit umfassender: 19 Arten und rund 150 Sorten pflegen die Gärtnerinnen und Gärtner. Tausendfach buhlen helles Rosa, tiefes Rot und strahlendes Weiß im mannshohen Blütenwald für einige Wochen nun um die Gunst der Gäste.

Was geschmackvoll ist, dafür bietet die Kamelie mehrere Antworten: Denn all ihre Arten gehören zur Familie der Teestrauchgewächse. Doch nur die Camellia sinensis taugt als Aufguss zum schmackhaften Heißgetränk. Die Camellia oleifera sowie die Camellia sasanqua haben ihre Stärke als Lieferantinnen von Öl, das als Speiseöl nutzbar, aber besonders für die Haarpflege beliebt ist. Auch als Furnierholz werden Kamelien in Asien gerne eingesetzt. Sie sind in der Wilhelma ebenso im Nutzpflanzenhaus und auf den Subtropenterrassen zu finden. Doch tragen diese Arten weniger extravagante Blüten als die Camellia japonica. Sie ist mit ihren prächtigen Züchtungen der unbestrittene Augenschmaus der Kamelienschau. Jede hat ihren eigenen Charme: Die „Mary Phoebe Taylor” betört etwa mit exquisitem Rosé. Bei der „Otome” bezaubern ihre feingestaffelten Blätter. Und die „Brushfield Yellow“ sticht als Besonderheit hervor dank zartgelb gekräuselter Blütenblätter inmitten eines Kranzes glatter Randblätter in Weiß.

Ihren Ursprung haben die Kamelien in den Gebirgen Chinas, Japans und Nepals. Daher haben sie es Sommer wie Winter gerne kühl. Aber ausgerechnet im Sommer sollte es dabei schattig sein und im Winter dagegen hell. Zudem benötigen Kamelien kalkarme Böden mit gleichmäßiger Feuchte, für die sie temperiertes und enthärtetes Wasser bevorzugen. Das Bestreben, die Ziersträucher daheim in Wohnräumen zu halten, gelingt deswegen fast nie. Nach Europa ließen Adlige die Camellia japonica ab dem 18. Jahrhundert importieren.

Wer die hohen Anforderungen der Kamelienzucht nicht scheut, kann bei Führungen durch die Schau viele Details über die Lieblinge des Königs erfahren und dabei manchen Pflegetipp mitnehmen. Zierpflanzen-Gärtnermeister Christian Mikoteit bietet dazu vier Gelegenheiten: Seine Themenführungen „Kamelien – Schönheiten aus Ostasien“ starten an den Samstagen, 22. und 29. Februar, jeweils um 9.30 und 11.30 Uhr. Für die Teilnahme fällt außer dem normalen Eintrittspreis keine Gebühr an. Eine Anmeldung ist jedoch bis tags zuvor bis 16 Uhr notwendig unter Tel. 0711 / 54 02-0. Die Zahl der Plätze ist begrenzt. (kni)

Pressefotos

Bild 1: Der angehende Zierpflanzengärtner Jonathan Bartocha betreut unter anderem die Kamelien. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 2: Selten ist bei Kamelien eine gelb gefüllte Blüte, wie bei der gekräuselten „Brushfield Yellow“. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Bei der „Otome” fallen die feingestaffelten Blütenblätter auf. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 4: „Mary Phoebe Taylor” heißt diese roséfarbene Kreuzung. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bild 5: Wie durch einen Blütenwald läuft man in der Kamelienschau der Wilhelma. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

Bei Verwendung der Pressefotos bitte Copyright und Bildnachweis beachten (siehe auch IPTC-Daten)! Die Bilder dürfen im inhaltlichen Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung zur Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften, Reiseprospekten und Online-Portalen verwendet werden - bitte unbedingt dabei auf einen korrekten Bildnachweis achten. In der Regel lautet dieser "Wilhelma Stuttgart". Mitunter stellen aber auch andere Fotografinnen und Fotografen ihre Bilder zur Verfügung (siehe jeweils bei den Bildlegenden). Die Weitergabe der Fotos durch Nachrichtenagenturen ist im inhaltlichen Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung gestattet. Die kommerzielle und werbliche Nutzung sowie der Weiterverkauf durch andere Dritte, wie zum Beispiel Verlage oder auch Privatpersonen, ist nicht erlaubt.

Frühere Pressemitteilungen

PDF-Download

Kontakt zur Pressestelle