10.03.20

Bonobo-Jungtier Okelo mit sieben Monaten gestorben

Trauer im Menschenaffenhaus der Wilhelma: Aus der großen Gruppe von 21 Bonobos ist am Freitag, 6. März, eines der jüngsten Mitglieder gestorben. Okelo wurde sieben Monate alt. Seine Mutter Huenda zog sich zunächst hinter die Kulissen zurück und behielt ihn zur Trauer über das Wochenende bei sich. Ihr älterer Sohn, der fünfjährige Makasi, leistete ihr Gesellschaft. Jetzt konnten die Tierärzte des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart das tote Tier bergen und zur Obduktion bringen. Dem ersten Befund nach ist von einer Lungenentzündung auszugehen.

Um bei der aktuellen Pandemie-Sorge keine Verunsicherungen aufkommen zu lassen, ließ die Wilhelma den Affen auf das Coronavirus testen. Die Analyse zeigt: Okelo war eindeutig nicht an COVID-19 erkrankt. Für die genauere Prüfung der Ursachen seiner Erkrankung sind weitere Laboruntersuchungen notwendig. Deren Ergebnisse sind erst in zwei Wochen zu erwarten.

„Bonobos sind genetisch bedingt grundsätzlich anfälliger für Erkrankungen der Atemwege als andere Menschenaffen“, sagt die Kuratorin Dr. Marianne Holtkötter. „Der Winter als Erkältungszeit für Mensch wie Tier stellt ein Risiko dar – besonders für Neugeborene, deren Immunsystem noch nicht so stark ist. In der Natur kommen ebenfalls nicht alle Jungtiere durch. So traurig es ist, müssen wir anerkennen, dass selbst die intensive Betreuung durch Tierärzte dies auch in einem Zoo nicht immer verhindern kann.“ Die Behandlung wird dadurch erschwert, dass Säuglinge Medikamente nur indirekt über die Muttermilch erhalten können. Denn um sie direkt zu behandeln, müsste man deren Mutter, die ihr Kind freiwillig nicht hergibt, narkotisieren. Solch ein Eingriff stellt ein gesundheitliches Risiko dar und gefährdet die Mutter-Kind-Bindung.

Bonobos sind die nächsten Verwandten des Menschen. Ihr Überleben in ihrem Herkunftsgebiet, den Wäldern Zentralafrikas, ist erheblich gefährdet. Wilderei, Lebensraumverlust und Krankheiten setzen ihnen zu. Mit einer der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen international ist die Wilhelma eine der führenden Institutionen im Einsatz gegen das Aussterben der Bonobos. Rund um den Globus leben etwa 200 Bonobos in Zoos, die dabei zusammenarbeiten, für den Erhalt der Tierart eine Reservepopulation in menschlicher Obhut aufzubauen.

Neben der Haltung und Zucht von Bonobos im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart fördert die Wilhelma mit Spenden aus dem Artenschutz-Euro der Besucherinnen und Besucher Maßnahmen zum Überleben der Art vor Ort. In der Demokratischen Republik Kongo sind dies die Projekte „Bonobo alive“, das Anti-Wilderer-Patrouillen im Salonga-Nationalpark finanziert, und „Lola ya Bonobo“, eine Auffangstation zur Rettung und Auswilderung beschlagnahmter Bonobowaisen. (kni)

 

Pressefotos

Archivbild: Bonobo-Weibchen Huenda mit ihrem Sohn Okelo kurz nach der Geburt. Foto: Kristina Wegener

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