12.06.20

Namenswettbewerb: Seltenes Okapi-Kalb heißt nun künftig Laluk

In größter Abgeschiedenheit geboren tritt eines der seltensten Kälbchen der Wilhelma immer mehr in die Öffentlichkeit. Jetzt kann man das Kind auch beim Namen nennen: Laluk soll der Okapi-Nachwuchs heißen, wie ein Wettbewerb ergeben hat.

Mit 52 Prozent lag der Vorschlag in den Top Drei klar vor Tayo mit 36 und Hodari mit sechs Prozent der Stimmen. Auf die Welt kam die kleine Waldgiraffe schon am 7. April in der wohl ungewöhnlichsten Phase der Geschichte des Zoologisch-Botanischen Gartens in Stuttgart. Durch die Corona-Schließung dürfte es dort über Wochen fast so ruhig gewesen sein wie in der zentralafrikanischen Heimat der Tierart: im Regenwald des Kongos. Okapis sind als letzte Großtierart Afrikas entdeckt worden. So rar und schwer aufzuspüren sind die scheuen Wesen in der Natur, dass Erzählungen über sie bis 1909 oft zum Reich der Fabeln gezählt wurden, weil bis dahin kein Forscher die Tiere gesehen hatte. Entsprechend grob sind die Schätzungen ihres Bestands: Etwa 15.000 Okapis dürfte es in der Natur geben – in europäischen Zoos sind es gerade einmal rund 70. Umso wichtiger ist der Zuchterfolg der Wilhelma bei der stark gefährdeten Art.

Mit inzwischen zwei Monaten ist der junge Bulle gar nicht mehr so klein. „Er entwickelt sich gut und wächst schnell“, sagt die Tierpflegerin Lara Lutz. „Ist man mal eine Woche nicht im Dienst, fällt sofort auf, wieviel er zugelegt hat.“ Wie für so genannte Ablieger typisch blieb das Neugeborene die erste Zeit allein im Stroh des Stalles, die Mutter Nyota kam nur zum Säugen zu ihm. „Nach einem Monat durfte das Kälbchen raus vor die Tür, aber es hat ein, zwei Tage gedauert, bis es sich getraut hat, der Mutter zu folgen“, berichtet Lutz. Inzwischen ist es bei gutem Wetter regelmäßig im Außengehege und damit für die Wilhelma-Gäste zu sehen. Für Nyota ist es der zweite Nachwuchs. „Bei ihrer Erstgeburt 2018 war sie sehr unsicher und hat das Kleine nicht gesäugt. Jetzt macht sie es super, kümmert sich gut um Laluk und putzt ihn regelmäßig – auch wenn er das nicht toll findet“, sagt die Pflegerin. Dabei ist die enorm lange, bis zu 25 Zentimeter austreckbare Zunge der Okapis ein hervorragender Waschlappen.

Sie dient auch zum Greifen nach den Blättern, von denen sich die Verwandten der Giraffen ernähren. Trotz der kargen Kost erreichen Okapis bei einer Schulterhöhe von bis zu 170 Zentimetern eine Länge von rund zwei Metern. Das Gewicht kann sich auf 320 Kilo belaufen, wobei die Kühe größer und schwerer als die Bullen sind. Für das Kalb steht zunächst nur Muttermilch auf dem Ernährungsplan. „Laluk probiert inzwischen auch, was die Mama frisst“, erzählt Lutz. „Er nimmt mal ein Blättchen in den Mund – aber spuckt es dann wieder aus.“ Meist achtet der kleine Bulle sehr auf seine Mutter und weicht ihr nicht von der Seite. Nyota passt gut auf ihn auf. Und sollte er doch einmal allzu weit weglaufen, ruft sie ihn zurück … wenn auch nicht bei seinem neuen Namen. (kni)

Pressefotos

Bilder 1-2: Der kleine Okapi-Bulle Laluk geht jetzt regelmäßig ins Außengehege. Foto: Wilhelma Stuttgart

Bilder 3-4: Mutter Nyota kümmert sich gut um ihr Kalb Laluk. Bei dem kleinen Bullen ist das Säugen ist sehr beliebt, das Geputztwerden dagegen weniger. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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