15.07.20

Kleine Papageien mit kreativen Köpfen: Jungvogel-Trio bei den Keas

Tennisbälle, Plüschtiere und Pappkartons – für die drei heranwachsenden Keas der Wilhelma in Stuttgart kann die Innenausstattung ihrer Voliere gar nicht außergewöhnlich genug sein. Vor kurzem haben die vier Monate alten Jungvögel ihre Bruthöhle verlassen und erkunden nun eifrig, welche Gehege-Dekoration ihren kräftigen Schnäbeln standhält. Für ihre Intelligenz und Neugier sind diese neuseeländischen Papageien bekannt – und in ihrer Heimat sogar berüchtigt.

Vor dem Erkundungsdrang der Keas ist kaum etwas sicher. Ob Scheibenwischer, Reißverschlüsse oder Mülltonnen, alles wird von den Vögeln gründlich untersucht und auseinandergenommen. Auch in der Wilhelma gibt es für das Kea-Pärchen und den dreiköpfigen Nachwuchs reichlich Beschäftigungsmaterial. „Die Kleinen waren am Anfang dabei noch etwas zögerlich“, erzählt Tierpflegerin Daniela Muffler. „Inzwischen schauen sie sich schon interessiert unsere Schnürsenkel an und beobachten, was ihr Vater Nelson zum Spielen bekommt. Wir geben ihm zum Beispiel Kartons zum Zerrupfen oder Tupperdosen zum Öffnen, was die Küken auch gleich ausprobieren können.“ Der geübte Nelson geht dabei schon mit großer Routine vor und freut sich daher besonders über neue Spielideen. „Die Ablenkung ist für ihn vor allem in der Brutzeit wichtig“, berichtet die Tierpflegerin. „Kea-Hähne haben in der Wildbahn häufig mehrere Weibchen, die sie versorgen müssen. Bei uns hat Nelson jedoch nur eine Partnerin. Seine ständige Aufmerksamkeit war ihr wohl anfangs zu viel, sodass sie die Eier nicht ausgebrütet hat.“ Die Beschäftigungsmaßnahmen haben zum Glück gefruchtet: Schon zum dritten Mal hat es nun mit dem Nachwuchs im Zoologisch-Botanischen Garten geklappt.

Nur einmal im Jahr gibt es bei den Keas ein Gelege, das vom Weibchen für etwa vier Wochen bebrütet wird. Während die Küken heranwachsen, geht vor allem das Männchen auf Nahrungssuche und versorgt seine Familie mit Blättern, Früchten, Wurzeln und Insekten. Wenn sich die Jungvögel im Alter von drei Monaten das erste Mal aus dem Nest wagen, haben sie schon fast die Größe ihrer Eltern von etwa 45 Zentimetern erreicht. Ihr dunkel gesäumtes Gefieder weist bereits das typische Olivgrün auf. Erkennen kann man die Zöglinge aber an der gelben Färbung des Unterschnabels, der Augenringe und der Haut um die Nasenlöcher.

Während die Keas im Zoologisch-Botanischen Garten zwischen bunten Artgenossen und prächtigen Palmen auf den Subtropenterrassen zu Hause sind, bewohnen sie in Ihrer Heimat Neuseeland Gebirgsregionen in bis zu 2000 Metern Höhe. Im Gegensatz zu den meisten anderen Papageienarten können Keas auch in Schnee und Kälte überwintern. Bis in die 1970er Jahre wurden die Vögel stark bejagt, weil sie dabei beobachtet wurden, wie sie Schafe verwundeten, um an das Fett unter ihrer Wolle zu kommen. Heute steht die gefährdete Tierart unter Schutz, der Bestand in ihrem Herkunftsgebiet wird auf etwa 4000 Tiere geschätzt. Die Wilhelma engagiert sich mit anderen europäischen Zoos in einem gemeinsamen Zuchtprogramm für den Erhalt der intelligenten Vögel. Mit Erfolg, denn über 70 Jungtiere sind bisher in Stuttgart geschlüpft. (dt)

Pressefotos

Bild 1-2: Um den Schnabel und die Augen sind die jungen Keas noch gelb gefärbt. Fotos: Wilhelma Stuttgart

Bild 3: Gemeinsam mit Vater Nelson (rechts) erkunden die Jungvögel das Gehege. Foto: Wilhelma Stuttgart

 

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