22.05.20

Familienglück in der Frühlingssonne: Nachwuchs bei den Bonobos

Ein wenig später als üblich können die Gäste der Wilhelma in Stuttgart nun die ersten Blicke auf den jüngsten Zuwachs der Bonobo-Sippe werfen, der am Dienstag, 05. Mai, zur Welt kam. Weil der Zoologisch-Botanische Garten zwischenzeitlich aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen hatte, verbrachte das kleine Bonobo-Baby die ersten Tage ganz unbeobachtet von den Besucherinnen und Besuchern in den Armen seiner Mutter Liboso. Das Menschenaffenhaus ist zwar aus Gründen des Infektionsschutzes weiterhin geschlossen, die 22-jährige Liboso und ihr jüngster Sohn sind aber bei Sonnenschein bereits auf der Außenanlage zu beobachten.

Die beiden älteren Zöglinge des Bonobo-Weibchens sind dabei meist ganz in der Nähe. An ihren neuen Bruder müssen sich Lubao und Kolela allerdings noch gewöhnen. „Obwohl sie schon sieben und vier Jahre alt sind, hängen die beiden großen Geschwister noch ziemlich an ihrer Mutter“, erklärt Tierpflegerin Malisa Fassnacht. „Liboso kann sich aber eben nicht um drei Kinder gleichzeitig kümmern. Da sind die zwei schon ein wenig eifersüchtig.“ Als erfahrene Mutter sieht das Bonobo-Weibchen das Ganze jedoch gelassen und lässt zu, dass ihre beiden großen Kinder sich ganz dicht an sie und ihr Neugeborenes drücken. Auch der 15-jährige Vater Kasai sucht im Moment regelmäßig den Kontakt zu Liboso. „Man sieht die zwei häufig zusammen beim Groomen, also bei der Fellpflege“, berichtet Fassnacht. „Eigentlich ist er eher unser Gruppenkasper. Seit Kasai Vater ist, scheint er aber langsam erwachsen zu werden.“

Mit dem Neuzugang ist die Bonobo-Gruppe der Wilhelma nun auf 21 Tiere angewachsen. Nachwuchs gibt es in allen Altersklassen: Von Libosos Dreiergespann über den neun Monate alten Nio bis hin zu Bobali, der bald seinen siebten Geburtstag hat, toben nun insgesamt neun Jungtiere durch das Menschenaffenhaus. Damit lebt im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart eine der größten und erfolgreichsten Zuchtgruppen international. Die Jungtiere spielen dabei eine wichtige Rolle für den Erhalt der nächsten Verwandten des Menschen. Denn die Bonobos sind in ihrer Heimat, den Wäldern des Konogbeckens, erheblich gefährdet. Wilderei, Lebensraumverlust und Krankheiten verringern den Bestand immer mehr. Zoos weltweit arbeiten daher mit einem koordinierten Zuchtprogramm und gegenseitigem Austausch daran, eine Reservepopulation in menschlicher Obhut aufzubauen. Ein wichtiger Baustein zum Überleben dieser Tierart ist zudem die Förderung von Schutzprojekten im Herkunftsgebiet der Bonobos, an der sich Besucherinnen und Besucher der Wilhelma mit der Spende eines Artenschutz-Euros direkt beim Ticketkauf beteiligen können. Denn mit diesen Beiträgen unterstützt der Zoologisch-Botanische Garten in der Demokratischen Republik Kongo die Projekte „Bonobo alive“, das Anti-Wilderer-Patrouillen im Salonga-Nationalpark finanziert, und „Lola ya Bonobo“, eine Auffangstation zur Rettung und Auswilderung beschlagnahmter Bonobowaisen. (dt)

Pressefotos

Bilder 1-2: Bonobo-Weibchen Liboso drückt ihr Neugeborenes dicht an sich. Fotos: Wilhelma Stuttgart

 

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