10.05.22

Internationale Rolle wächst: Wilhelma in Weltnaturschutzunion aufgenommen

Die Wilhelma gewinnt im Engagement gegen das Artensterben international weiter an Bedeutung. Hierfür setzt sich der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart seit einigen Jahren immer stärker ein. Aufgrund ihrer gewachsenen Rolle im weltweiten Einsatz für die Biodiversität ist die Wilhelma jetzt in die auf diesem Gebiet größte und renommierteste Vereinigung aufgenommen worden: die IUCN (International Union for Conser­vation of Nature), bekannt für die „Rote Liste“ der gefährdeten Arten.

Die Aufnahme einer Einzeleinrichtung ist eher selten für die Weltnaturschutzunion, in der ansonsten in erster Linie staatliche Institutionen und große Nicht-Regierungs-Organisationen am Tisch sitzen. Um in diesen Kreis zu gelangen, wird die Unter­stützung von zwei aktuellen Mitgliedern und das Votum der IUCN-Versammlung benötigt.

„Natur- und Artenschutz dürfen nicht an Grenzen Halt machen. Ein globales Netzwerk kann die Umwelt und ihre Flora und Fauna effektiv schützen“, sagt Finanzstaatssekretärin Dr. Gisela Splett. „Die Wilhelma ist bei internationalen Kooperationen als wissenschaftlich geleitete Institution eine wichtige Partnerin mit Expertinnen und Experten aus Zoologie, Botanik und Tiermedizin.“ Als einer der artenreichsten Zoos und als Botanischer Garten könne der Landesbetrieb langjährige Erfahrung mit der Haltung, Zucht und Gesundheit vieler bedrohter Tierarten sowie der Pflege und Vermehrung seltener Pflanzenarten einbringen, so Splett.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin sieht in der Mitgliedschaft einen wichtigen Schritt: „Die Aufnahme in die IUCN ist nicht nur ein Beleg unserer Reputation, sondern auch ein Türöffner, um uns in Zukunft ver­stärkter einbringen zu können. Diese Anerkennung zeigt das gewonnene Gewicht der Wilhelma und verleiht ihr noch mehr Gewicht.“ Ziel sei es, Forschung zu begleiten, Projekte zu beraten und Gelder zu generieren, um Programme für den Artenschutz „ex-situ“ und „in-situ“ voranzutreiben: also durch die Nachzucht von Reservepopulationen seltener Arten in menschlicher Obhut und den Erhalt ihrer Lebensräume in den Herkunftsregionen. Die Wilhelma hat ihr Engagement in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert und seit 2019 zirka 2,5 Millionen Euro in rund zwei Dutzend Artenschutzprojekte weltweit investiert, die bei Sonderaktionen der Stabsstelle für Artenschutz und Umweltbildung sowie durch den Artenschutz-Euro beim Kauf von Wilhelma-Eintrittskarten dafür gespendet wurden.

1400 Mitglieder in 170 Ländern

Mit ihren mehr als 1.400 Mitgliedsorganisationen in 170 Ländern analysiert die 1948 gegründete IUCN kontinuierlich die Entwicklung der Tierbestände und stuft deren Gefährdungsstatus ein. Sie beobachtet und kategorisiert  Schutzgebiete und koordiniert ein „Wissensnetzwerk“ aus zirka 16.000 Fachleuten, die sich in Kommissionen und Regionalkomitees sowie Spezialistengruppen zu bestimmten Arten austauschen. So arbeitet Wilhelma-Direktor Kölpin in der IUCN-Expertengruppe für Asiatische Elefanten mit.

Zudem publiziert sie zahlreiche Positionspapiere und hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung internationaler Standards im Umwelt- und Naturschutz, etwa für Auflagen bei dem Handel mit gefährdeten Arten. Bisherige Mitglieder aus Deutschland sind zum Beispiel das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, das Bundesamt für Naturschutz und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammen­arbeit sowie der WWF Deutschland und die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). Die Wilhelma ist nach Leipzig und Köln erst der dritte Zoo hierzulande, der Aufnahme in die Weltnaturschutz­union gefunden hat. (kni)

Pressefoto

Bild: Die „Rote Liste“ weist auch Asiatische Elefanten als im Bestand „stark gefährdet“ aus. Diese Einstufung auf der bekannten IUCN-Skala zeigen Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin, Finanzstaatssekretärin Dr. Gisela Splett und Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle für Artenschutz und Umweltbildung der Wilhelma (von links). Foto: Wilhelma Stuttgart

 

 

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