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Dickhäuter und nichtafrikanische Huftiere

Die Bezeichnung Dickhäuter ist eine ursprüngliche Einteilung für Elefanten, Flusspferde, Nashörner und Schweine. Die Dickhäuter der Wilhelma leben in zwei Häusern, dem Elefantenhaus und dem Tapirhaus.

Die Elefantenhaltung der Wilhelma begann im Jahr 1952. Heute leben im Elefantenhaus die beiden asiatischen Elefantendamen Zella und Pama. Bis zum Juli 2010 waren es noch vier Elefanten, darunter die damalige Altersrekordhalterin unter den Asiatischen Elefanten Europas, Vilja. Sie starb mit 61 Jahren. Ein Jahr später, im Juli 2011, folgte ihr Molly, die wie Pama und Zella um 1966 geboren wurde und damit ebenfalls zu den ältesten Elefanten in einem Zoo gehörte. Geplant ist, für die Elefanten eine 1,5 Hektar große Anlage am oberen Ende des Wilhelma-Parks zu bauen, in dem dann ein kleine Herde im Familienverband leben kann.

Im gleichen Haus leben die Indischen Panzernashörner - zurzeit bestehend aus dem Zuchtpaar Sani und Bruno - und je nachdem auch der aktuelle gemeinsame Nachwuchs. Die Nashornzucht der Wilhelma ist sehr erfolgreich. Seit 1971 wurden insgesamt 16 Nashornbabys hier geboren (zuletzt 2014). Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Tierart.

Das ehemalige Flusspferdhaus wurde umgewidmet. Lebten dort früher die Flusspferde, hat die Wilhelma deren Haltung nach dem Tod des Zwergflusspferds Hannibal, der als Altersweltrekordler unter seinen Artgenossen 50 Jahre alt wurde, und dem Tod von Flusspferd Rosi, die - ebenfalls betagt - mit 49 Jahren an Altersschwäche gestorben ist, aufgegeben. Den das Gebäude erlaubte es nicht mehr, neue Flusspferde aufzunehmen. Auf Empfehlung des europäischen Zuchtkoordinators hat das hinterbliebene Flusspferd Mike 2017 seine neue Heimat im Zoo Dvur Kralove (Tschechien) gefunden. Dort hat er bereits Nachwuchs.

Nach einer Umgestaltung sind in das Gebäude Schabrackentapire eingezogen. Der junge Bulle Penang aus dem Zoo Rotterdam hat im Januar 2019 mit Maya aus dem Zoo Edinburgh eine Partnerin erhalten. Wenn beide alt genug sind, sollen sie selbst zu dem Erhalt ihrer Art beitragen.

In der unteren Etage lebt hier noch eine Hirscheber-Gruppe, die zur Familie der Schweine gehören. Die Hirscheber von der indonesischen Insel Sulawesi bekommen in der Wilhelma regelmäßig Nachwuchs, was nur wenigen Zoos gelingt.

Als nichtafrikanische Huftiere leben auf der so genannten Ranch, einer Außenanlage oberhalb des Tapirhauses Takine. Obwohl sie zu den Ziegenartigen gehören, haben sie fast die Statur von Rindern. Der ursprüngliche Lebensraum der Takine ist der Himalaja, wo diese Tiere oft in Herden von bis zu 100 Individuen leben. Takine sind hervorragende Kletterer.

In Richtung des Schaubauernhof entsteht derzeit eine neue Anlage für asiatische Huftiere. Dorthin ziehen die Mesopotamischen Damhirsche sowie die Trampeltiere um, die dann Gesellschaft von Yaks erhalten.

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