
Nachhaltigkeit in der Wilhelma
Nachhaltigkeit ist Teil unseres täglichen Handelns. Als Einrichtung des Landes Baden-Württemberg tragen wir besondere Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung. Orientierung geben uns dabei die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, an denen wir unsere Maßnahmen systematisch ausrichten.

Klimaschutz & Energie
Wir arbeiten kontinuierlich daran, unseren Energieverbrauch zu senken und Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig setzen wir auf erneuerbare Energien und alternative Antriebe.
Unsere Maßnahmen im Überblick:
- Unser Fuhrpark wird Schritt für Schritt auf E-Fahrzeuge umgestellt, unsere Mitarbeitenden nutzen außerdem E-Bikes.
- Auch in der Parkpflege kommen zunehmend elektrisch betriebene Geräte zum Einsatz, zum Beispiel für Rasenpflege, Heckenschnitt oder Laubarbeiten.
- Auf den Dächern des neuen Tigerstalls und des Multifunktionsgebäudes im Asiatischen Dorf sind Photovoltaikanlagen installiert. Weitere geeignete Dächer werden in den kommenden Jahren schrittweise mit Solarpanels ausgestattet.
- Wir beziehen 100 % Ökostrom und nutzen Fernwärme, um den Energiebedarf der Tier- und Pflanzenanlagen nachhaltig zu decken.
- Unsere Treibhausgasemissionen werden systematisch nach dem GHG Protocol erfasst. Daraus leiten wir konkrete Klimaziele ab und überprüfen regelmäßig unsere Fortschritte.
Die Wilhelma ist Mitglied der Klimawin BW und berichtet dort jährlich über ihre Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Ressourcen sparen
Wasser ist für unsere Tiere, Pflanzen und Parkanlagen unverzichtbar. Deshalb gehen wir in der Wilhelma sorgsam damit um.
Unsere Maßnahmen im Überblick:
- In sechs Zisternen (gesamt 234 m³) sammeln wir Regenwasser, z. B. von den Dächern der Gewächshäuser. Das Regenwasser nutzen wir gezielt für unsere botanischen Sammlungen, die auf besonders weiches und kalkarmes Wasser angewiesen sind.
- Viele unserer Wasserflächen werden mit Wasser aus eigenen Quellen gespeist. So vermeiden wir den Einsatz von wertvollem Trinkwasser.
- An vielen Stellen im Park setzen wir auf bedarfsgerechte Bewässerung, etwa bei den Magnolien im Maurischen Garten. Damit gelangt Wasser direkt an die Wurzeln der Bäume, ohne dass es verdunstet.
- Umgestaltung von Beeten zu dauerhaft mit trockenheitsbeständigen Stauden, Gräsern und Gehölzen bepflanzten Flächen. So sinkt der Wasserverbrauch erheblich, gleichzeitig reduzieren wir den Pflegeaufwand und gestalten die Beete nachhaltiger für die Zukunft.
- Papier, Verbrauchsmaterialien und Arbeitsmittel nutzen wir sparsam und bewusst. Beim Einkauf achten wir auf Umweltstandards, Langlebigkeit und ressourcenschonende Produkte.
- Alle unsere Druckprodukte, wie zum Beispiel der Parkplan, werden auf 100 % Recyclingpapier mit dem Blauen Engel gedruckt.
- Toiletten- und Handtuchpapier setzen wir ausschließlich als Recyclingpapier mit dem Blauen Engel ein. Es wird aus Altpapier hergestellt, kommt ohne Frischfasern aus und schont so Wälder und Ressourcen.


Kreislaufwirtschaft
Wir wollen Abfall vermeiden und Kreisläufe schließen. In der Wilhelma nutzen wir Materialien bewusst und sorgen dafür, dass Stoffe wiederverwendet oder recycelt werden. So reduzieren wir Abfälle, sparen Ressourcen und schonen das Klima.
Unsere Maßnahmen im Überblick:
- Auf dem Betriebshof werden Abfälle getrennt gesammelt, darunter Papier, Verpackungen, Metalle, Grünabfälle, Sondermüll und Restmüll. Alle Materialien werden fachgerecht entsorgt, viele davon recycelt, um Ressourcen zu schonen und Stoffkreisläufe zu schließen.
- Der Mist unserer Tiere und das Grüngut aus den Anlagen werden teilweise kompostiert und als Dünger, zum Beispiel im Seerosenteich, wiederverwendet.
- Auf den Wiesen im Rosensteinpark wird im Sommer Heu geerntet, das im Laufe des Jahres an unsere Tiere verfüttert wird. Die kurzen Transportwege sparen Emissionen und schonen das Klima.
- Pflanzen aus unserem botanischen Garten, etwa Reis oder Bananenstauden, werden an die Tiere verfüttert. Überschüssige oder reife Pflanzen werden so im Kreislauf genutzt.
- Holz von gefällten Bäumen dient als Beschäftigungs- oder Gestaltungselement in Volieren und Tiergehegen.
- In Einzelfällen werden auch Tiere, die in der Wilhelma geboren wurden, im Rahmen der Futterversorgung eingesetzt. Solche sensiblen Themen wie „breed and feed“ erklären wir transparent, zum Beispiel in einer eigenen Podcastfolge.
Biodiversität & Artenschutz
Die Wilhelma ist nicht nur ein Zoo, sondern auch ein Botanischer Garten. Wir kultivieren in der Wilhelma Erhaltungssammlungen einheimischer Pflanzen, die später wieder ausgewildert werden. Zusätzlich pflegen unsere Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich Parkpflege wichtigen innerstädtischen Lebensraum wie z.B. den Schlossgarten. Wir schaffen in und außerhalb der Wilhelma gezielt Biodiversitätsflächen, um Insekten, Vögel, Reptilien und einheimische Säugetiere wie Fledermäuse zu fördern.
Unsere Maßnahmen im Überblick:
- Schaffung von Biodiversitätsflächen durch die Gestaltung naturnaher Beete, Wildblumenwiesen, Totholzbereiche oder Natursteinmauern
- Insektenhotels und Nisthilfen an verschiedenen Stellen auf dem Gelände
- Erhaltungssammlungen einheimischer Pflanzenarten, z. B. glänzende Seerose und borstige Glockenblume, für spätere Auswilderung
- Schädlingsbekämpfung erfolgt wo möglich biologisch oder mit Nützlingen
Artenschutz weltweit:
- Unterstützung des One Plan Approach und der EAZA-Programme zur Zucht genetisch stabiler Populationen
- Unterstützung von über 40 internationalen Artenschutzprojekten zum Schutz von Lebensräumen, zur Bekämpfung von Wilderei, Erhalt von Ökosystemen uvm.


Soziale Verantwortung
Die Wilhelma soll für möglichst viele Menschen erlebbar sein. Wir achten auf barrierearme Zugänge und eine inklusive Parkgestaltung. Gesundheit, Arbeitssicherheit und Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden stehen an oberster Stelle.
Unsere Maßnahmen im Überblick:
- Wilhelma für alle: Ein barrierearmer Parkplan erleichtert die Orientierung, die Website ist weitgehend barrierefrei und Rollstühle können vor Ort ausgeliehen werden.
- Es gibt regelmäßige Fortbildungen, Erste-Hilfe-Kurse und Präventionsangebote für Mitarbeitende.
- Als Ausbildungsbetrieb investieren wir in die Zukunft: Wir bilden junge Menschen in verschiedenen Berufen aus, vermitteln praxisnahes Wissen und fördern Fähigkeiten, die sie für eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Karriere benötigen.
- Junge Menschen können bei uns ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Dabei sammeln sie praxisnah Erfahrungen in Artenschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung und lernen die Arbeit in einem zoologisch-botanischen Garten kennen.
Bildung & Mitmachen
Nachhaltigkeit wird in der Wilhelma nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht. Mit vielfältigen Bildungs- und Mitmachangeboten vermitteln wir Wissen zu Natur, Klima sowie Artenschutz und zeigen, wie nachhaltiges Handeln im Alltag aussehen kann. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist dabei ein zentrales Leitprinzip.
Unsere Angebote im Überblick:
- Führungen, Workshops, Wilhelma-Talks und Beschilderungen vermitteln vielfältiges Wissen und folgen den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
- Aktionstage und Mitmachprojekte, die nachhaltiges Handeln praktisch erfahrbar machen.
- Projekte wie das Handyprojekt, die zeigen, wie jede und jeder selbst einen Beitrag leisten kann.

10 Tipps für den nachhaltigen Wilhelma-Besuch

Vor dem Besuch
Über unseren Online-Ticket-Shop erwerben Sie Ihre Tickets nicht nur günstiger, sondern profitieren zugleich von einem schnelleren Einlass. Das Online-Ticket und die Wilhelma-App sparen Papier, Druckfarben und Energie.
Öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften verursachen deutlich weniger CO₂ als die Anreise mit dem eigenen Auto. Die Wilhelma ist gut mit Bus und Bahn erreichbar.
Tipp: Von März bis Oktober Bahnticket vorzeigen und beim Einzelticket sparen!
Mit einer wiederbefüllbaren Trinkflasche und Mehrwegbehältern lässt sich Einwegplastik vermeiden und der Abfall deutlich reduzieren.
Während des Besuchs – bewusst handeln
Abfälle gehören in die dafür vorgesehenen Behälter und nicht auf den Boden oder ins Gebüsch. Richtig entsorgter Müll schont Ressourcen und schützt Mensch, Tier und Natur.
Wasser ist eine wertvolle Ressource. Ein achtsamer Umgang – zum Beispiel beim Händewaschen – reduziert unnötigen Wasserverbrauch. Weniger Wasserverbrauch bedeutet geringeren Energieaufwand für Aufbereitung und Transport.
Ein sorgfältiger Umgang mit Bänken, Spielplätzen und Sanitäranlagen sorgt dafür, dass sie lange genutzt werden können und seltener repariert oder ersetzt werden müssen. Das spart Materialien, Energie und Kosten.
Besonders im Winter ist es wichtig, die Türen in Gewächs- und Tierhäusern geschlossen zu halten, damit die Wärme im Gebäude bleibt. So wird Energie gespart und der Heizaufwand reduziert.

Lernen, weitergeben & aktiv werden
In der Wilhelma gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Neues zu lernen: Infotafeln, Führungen, Wilhelma Talks und Veranstaltungen vermitteln Wissen über Tiere, Pflanzen, Artenschutz und Nachhaltigkeit. Diese Angebote laden dazu ein, genauer hinzuschauen und Zusammenhänge zu verstehen. Dieses Wissen kann später mit anderen geteilt werden, um sie zu inspirieren und für die Themen zu sensibilisieren. Wissen schafft Bewusstsein und ist die Grundlage für nachhaltiges Handeln – auch über den Wilhelmabesuch hinaus.
Nachhaltiges Verhalten wirkt ansteckend – besonders auf Kinder und andere Besuchende. Wer achtsam mit Natur, Tieren und unserem Park umgeht, zeigt, wie verantwortungsvolles Handeln im Alltag aussehen kann. Vorbilder fördern langfristige positive Veränderungen in der Gesellschaft.
Wer selbst aktiv werden möchte, kann z. B. das Wilhelma-Handyprojekt unterstützen oder zu Hause eine eigene insektenfreundliche Fläche anlegen. Auch die Teilnahme an Workshops oder Mitmachaktionen verstärkt die Wirkung des eigenen Handelns. Gemeinsames Engagement trägt direkt zum Schutz von Natur und Artenvielfalt bei.
Wir beantworten gerne Ihre Fragen.
Wilhelma-Zentrale
Tel. +49 (0) 711-5402-0
Montag bis Freitag
8.15 - 12.30 Uhr und
13.00 - 15.30 Uhr
oder per Mail:
info@wilhelma.de



