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Artenschutz weltweit

Weltweit sind zahlreiche Tiere und Pflanzen immer stärker bedroht. Ihre natürlichen Lebensräume werden zurückgedrängt, da Wälder für Ackerflächen und Straßenbau weichen müssen. Auch Wilderei und illegale Jagd dezimieren die natürlichen Bestände vieler Arten. Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Besucher*innen weltweit für die folgenden Projekte ein.

Den aktuellen Flyer zu unseren Artenschutzprojekten finden Sie hier zum Download und zur kostenlosen Mitnahme am Wilhelma-Haupteingang.

Europa

Baden-Württemberg: Insektenvielfalt

Wildkräuterwiesen für Schmetterlinge und Wildbienen

Gemeinsam mit dem BUND-Kreisverband Stuttgart haben wir auf ausgewählten Wiesen in der Stadt bunte Oasen für Schmetterlinge geschaffen. 

Das Angebot an Blüten und Nahrungspflanzen für die Raupen gilt es zu steigern,  damit die Schmetterlinge sich hier das ganze Jahr über wohl fühlen und  entwickeln können. Dazu wird beispielsweise der Einsatz von Jauche und Dünger eingestellt, das Mulchen durch Mähen ersetzt, der Mahd-Rhythmus an die Bedürfnisse der Tagfalter angepasst - etwa statt zwölf nur noch zweimal im Jahr geschnitten - und die Vielfalt an Wiesenblumen und Wildkräutern durch zusätzliche Aussaaten erhöht. Das Projekt wurde von der Fachjury der UN-Dekade für biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Das Schmetterlingsprojekt wird mit dem Artenschutz-Euro gefördert.

Afrika

DR Kongo: Virunga-Nationalpark

Schutz von Berggorillas, Elefanten und Flusspferden

Wir unterstützen die Congohounds, das Spürhundeteam der Gorilla-Ranger im Virunga Nationalpark seit 2012 mit bislang (Stand Juli 2022) 250.000 Euro. Neben der Anschaffung von zwei speziell umgebauten Geländewägen für den Transport der Ranger und ihrer Hunde wurden davon auch Tierarzt- und Futterkosten bezahlt.

Schulgeldpatenschaften: Dem Waisenhaus vor Ort wird mittels Fundraisingaktionen dabei geholfen, den dort lebenden Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Ein kurzer Film gibt zudem Einblicke in das Engagement der Wilhelma im Virungapark.

Grey-Zebra in der Savanne
Foto: Bernard Dupont

Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten

Einst in sechs afrikanischen Ländern zuhause, sind die Bestände des Grevy-Zebras seit 1970 um über 80 Prozent eingebrochen. Lediglich etwa 3000 Individuen finden sich heute noch im Norden Kenias und angrenzenden Gebieten Äthiopiens. Konkurrenz mit Nutzviehherden um Wasserstellen und die illegale Jagd bedrohen das Überleben dieser spektakulären Zebraart.

Wir unterstützen Marwell Wildlife seit 2005 in ihren Schutzbemühungen, welche vorallem auf die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung setzen. Bislang (Stand Juli 2022) konnten über 30.500 Euro überwiesen werden.

Eine junge Meeresschildkröte auf dem Weg zum Meer.

Schutz von Meeresschildkröten

Wir fördern die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrem Engagment für die Meeresschildkröten bereits seit 2017. Dank der Einführung des Artenschutz-Euro im Jahr 2019 ist eine jährliche Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro möglich.

Bislang (Stand Juli 2022) konnten knapp 45.000 Euro für den Schutz der bedrohten Meeresbewohner bereitgestellt werden. Das ermöglicht der kenianischen NGO Bahari Hai, die im Ungwana-Bay-Gebiet arbeitet, Niststrände und die Gelege von insgesamt fünf verschiedenen Meeresschildkrötenarten zu sichern.

Ein Herdenschutzhund vor einer Ziegenherde.
Foto: Andrew Harrington

Vermittlung von Herdenschutzhunden zur Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten

Das schnellste Landsäugetier der Welt befindet sich tragischer Weise in einem Wettrennen mit dem Aussterben. Häufig werden Geparden Opfer bei Konflikten mit Viehhirten, die ihre Tiere mit Gewehren gegen die Raubkatzen verteidigen. Herdenschutzhunde reduzieren diese Konflikte und damit Todesfälle unter den Geparden drastisch.

Wir unterstützen mit Hilfe unseres Fördervereins die Arbeit des Cheetah Conservation Fund (CCF) in Namibia mit jährlich 25.000 Euro. Damit wird das Herdenschutzhunde-Programm des CCF deutlich ausgeweitet und die Wartezeit der Hirten auf einen Hund verkürzt sich um die Hälfte.

Eine junge Frau hält einen Bonobo auf dem Arm.
Foto: Lola ya Bonobo

Auffangstation und Wiederauswilderung

Die weltweit einzige Auffangstation für Bonobos Nahe Kinshasa in der DR Kongo rettet Bonobowaisen, die durch den illegalen Bushmeathandel ihre Mütter verloren haben. Die Jungtiere werden über Jahre liebevoll aufgezogen und schließlich in einem Schutzgebiet wieder ausgewildert. Die Organisation betreibt zudem großangelegt Umweltbildung, um die Bevölkerung für den Schutz der Tiere zu gewinnen.

Wir fördern die Arbeit von Lola ya Bonobo seit 2013, zuletzt mit jährlich 10.000 Euro aus dem Artenschutz-Euro. Bislang (Stand Juli 2022) kamen so über 60.000 Euro zusammen. 2022 gelang mit finanzieller Unterstützung der Wilhelma die Wiederauswilderung von 14 Bonobos im Schutzgebiet "Ekolo ya Bonobo".

Ein Okapi im Schutzgebiet der DR Kongo

Wildhüterausrüstung

Wie alle Zoos, die Okapis halten und sich am Okapi-EEP beteiligen, unterstützt auch die Wilhelma das Projekt Okapi Wildlife Reserve im Ituri-Tal im Kongo. Dort leben 5000 der zirka 10.000 bis 20.000 wildlebenden Okapis. Das „Okapi Wildlife Reserve“ setzt sich für die Erhaltung des Lebensraumes der Okapis ein.

Wir überweisen dem Projekt jährlich 5000 US-Dollar. Dieser Betrag wird unter anderem für die Ausrüstung der Wildhüter sowie für PR-Projekte verwendet, welche die Bevölkerung über die Bedeutung dieses Lebensraums informieren.

Ein Bonobojungtier mit seiner Mutter
Foto: Bonobo alive

Anti-Wilderer-Schutz und Umweltbildung

Der von Verhaltensforschern gegründete Verein Bonobo alive hat sein Forschungsgebiet im Salonga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo. Der Verein organisiert in Zusammenarbeit mit den Bewohnern der jeweiligen Dörfer im Nationalpark Anti-Wilderer-Patrouillen und stellt so den Schutz der Bonobos in dem Gebiet sicher. Im Gegenzug werden in den Dörfern die Schulbildung der Kinder und die Infrastruktur unterstützt.

Ein Berggorilla im Regenwald
Foto: Claude Sikubwabo

Im Sarambwe Reservat im Osten der DR Kongo leben Berggorillas und andere seltene Wildtiere. Der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. wird von uns bereits seit 2009 durch Erlöse aus dem Handy-Projekt und seit 2019 zusätzlich auch mit dem Artenschutz-Euro unterstützt. Neben Ausrüstung für die dortigen Wildhüter wurden davon auch der Bau von Patrouillenposten und das Gehalt von Fährtensuchern finanziert.

Ein Geier in der Auffangstation.
Foto: VulPro

Auffangstation und Wiederauswilderung

Die Situation der Geier, die weltweit Opfer von Wilderei, gezielten Giftködern und Hochspannungsleitungen werden, ist desolat. Die Bestände sind drastisch eingebrochen, die Gesundheitspolizei der Lüfte kann ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen.

Die Organisation VulPro betreibt Aufklärung über die Situation der Geier im südlichen Afrika, pflegt verletzte Tiere bis zur Wiederauswilderung und betreibt Nachzucht zur Stärkung der geschrumpften Bestände. Wir unterstützen diese Bemühungen seit der Einführung des Artenschutz-Euros im Jahre 2019 mit jährlich 5000 Euro.

Black Mambas: Eine rein weibliche Rangereinheit in Südafrika.

Wildhüterinnen gegen Nashornjäger

Diese 2013 gegründete, rein weibliche Rangereinheit hat die Wilderei auf Nashörner und andere Wildtiere im Kruger-Nationalpark in Südafrika drastisch zurückgedrängt. Das Projekt überzeugt durch seine Effizienz und die soziale Komponente. Die Frauen halten durch ihre – unbewaffnete – Präsenz Wilderer in Schach. Sie stammen aus Dörfern um den Nationalpark und sorgen durch ihre Tätigkeit dort für ein Umdenken der nächsten Generationen. Denn lebende Nashörner bedeuten Tourismus und damit Arbeitsplätze und Zukunft für die Kinder.

Seit 2022 unterstützen wir die durch die Pandemie in finanzielle Not geratene Einheit mit 18.000 Euro aus dem Notfallfond unseres Fördervereins.

Asien

Indonesien: Sumatran Rhino Rescue

Erhaltungszucht im Lebensraum

Bereits seit 2005, mit dem Start der EAZA-Nashorn-Kampagne, unterstützt die Wilhelma den Nashornschutz mit bis dahin 75.000 €. Zwischen 2019 und 2022 wurden zusätzlich 100.000 € investiert, um als Strategischer Partner der International Rhino Foundation (IRF)Teil der Sumatran Rhino Rescue Alliance zu werden. Dieser gemeinsame Rettungsversuch von IUCN, WFF, National Geographic und der IRF soll die Art des Sumatranashorns, von dem weniger als 80 Tiere übrig sind, vor dem endgültigen Aussterben bewahren. Unsere Unterstützung floss dabei in den Ausbau einer Zucht- und Forschungsstation im Way Kambas Nationalpark auf Sumatra, in der im Frühjahr 2022 ein Nashornkalb geboren wurde.

Eines der seltenen Sumatra-Nashörner mit Jungtier.
Foto: Government of Indonesia
Sumatra-Tiger
Foto: C. Daseep

Anti-Wilderer Patrouillen

Mit dem Start der EAZA-Tiger-Kampagne im Jahr 20202 begann die Wilhelma, für den Sumatra-Tiger zu sammeln und hat bislang (Stand Juli 2022) über 120.000 Euro für den Schutz der Art in ihrem angestammten Lebensraum überweisen können.

Aktuell fördern wir ein Projekt unseres Partners vor Ort, der WildCats Conservation Alliance. Spezielle „Tiger-Schutz-Einheiten“ patrouillieren im Kerinci-Seblat-Nationalpark auf Sumatra, einem der größten Schutzgebiete Südostasiens und dem wichtigsten Rückzugsgebiet der Sumatra-Tiger überhaupt. Seit 2021 finanziert unser Förderverein das Projekt mit jährlich 20.000 Euro.

Wiederaufforstung von tropischem Wald

Das Überleben der Orang-Utans ist vor allem durch die Vernichtung der tropischen Wälder in Indonesien und Malaysia bedroht. Ein großer Faktor ist dabei der Anbau von Palmöl. Über die Folgen für die Orang-Utans informiert dieser kurze Animationsfilm.

Bereits seit 2009 unterstützen wir die Wiederaufforstung verschiedener Waldflächen auf Borneo, um neuen Lebensraum für die roten Menschenaffen zu schaffen. Unser Partner vor Ort ist die britische Orangutan Foundation. Sie hat für die Renaturierung mit einheimischen, für die Orang-Utans besonders wichtigen Baumarten im Lamandau Reservat seit 2019 insgesamt 100.000 Euro erhalten. Hiervon wurden neben Baumsetzlingen auch dringend benötigte Arbeitsmaterialien für die Pflege der neu bepflanzten Flächen gekauft. Die von der Wilhelma so wiederaufgeforstete Fläche verbindet zwei ältere Waldbereiche und bildet damit einen wichtigen Korridor für die dort lebenden Tiere. Das Gebiet wird für die Wiederauswilderung von konfiszierten Orang-Utans eingesetzt, die dort bereits Nachwuchs bekommen.

Seit 2022 wird auch dieses Projekt von unserem Förderverein mit jährlich 30.000 Euro unterstützt.

Portrait eines Visayas-Pustelschweins
Foto: R. Wirth

Zucht und Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten

Das Schwein mit der Mähne und dem lustigen Namen hat in seiner Heimat, den Philippinen, nichts zu lachen. Weil die Visayas-Pustelschweine Felder räubern , werden sie von den Farmern illegal abgeschossen. Die Zahl der Tiere wurde daher stark dezimiert. Zusammen mit der deutschen Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und der philippinischen Talarak Foundation unterstützten wir die Nachzucht vor Ort und helfen dabei, Wege zu finden, den Mensch-Tier-Konflikt zu entschärfen.

Nestpatenschaften für Doppelhornvögel und andere Hornvogelarten

Die Hornbill Research Foundation der thailändischen Hornvogelexpertin Prof. Pilai Poonswad kämpft seit 40 Jahren für den Schutz der stark bedrohten Tiere, deren Schnäbel wie Elfenbein gehandelt werden. Ein Schwerpunktgebiet ihrer Arbeit ist der Budo-Sungai Padi Nationalpark im Süden Thailands. Für den Schutz der Vögel werden Leute aus den umliegenden Dörfern geschult und angestellt, um die Nistbäume beobachten und die Tiere vor Wilderern zu bewahren.

Die Auszubildenden der Wilhelma haben bereits vor über zehn Jahren begonnen, das Projekt mit jährlichen Nestpatenschaften zu unterstützen. Seit der Einführung des Artenschutz-Euros 2019 konnten wir die Finanzierung auf mehr als 30 Nester jedes Jahr ausdehnen.

WWF-Projekt im Kuiburi Nationalpark

Asiatische Elefanten sind in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet stark bedroht. In Thailand unterstützen wir zusammen mit den Mitgliedern des „Team Elefant Stuttgart“ das Schutzprojekt des WWF. Im Kuiburi Nationalpark wird mit verschiedenen Methoden versucht, die auftretenden Mensch-Tier-Konflikte zu entschärfen.

Anti-Wilderer-Patrouillen und Umweltbildung

Mit dem Neubau der 2018 eröffneten Schneeleopardenanlage ist die Wilhelma eine Kooperation mit dem NABU zum Schutz der Tiere in ihren Heimatländern eingegangen. In Kirgisien bekämpft die Anti-Wilderei-Einheit "Gruppa Bars" Wilderer und deren illegalen Handel mit Pelzen und Knochen der Tiere. Der NABU leistet wichtige Aufklärungsarbeit vor Ort bei Viehhirten und in Schulen und beugt über die Finanzierung von schneeleopardensicheren Viehställen Vergeltungsaktionen der Hirten gegen die Katzen vor.

Auch dieses Projekt wird seit 2019 aus dem Artenschutz-Euro finanziert. Bislang konnten dadurch über 57.000 Euro in den Kampf für den Schutz dieser wunderschönen Katzen investiert werden (Stand Juli 2022).

Ein Marabu mit zwei Jungvögeln im Nest.
Foto: Purnima Devi Barman

Bau künstlicher Nestplattformen und Umweltbildung

Der Argala-Marabu, in seiner Heimat Indien auch Hargila genannt, war wegen seines Aussehens und stark riechenden Kots bei den Menschen vor Ort sehr unbeliebt. Das führte zu einer massiven Verfolgung des großen Storchenverwandten und der Zerstörung der großen, alten Bäume, die er zum Nestbau benötigt. Eine einzelne Frau, Biologin Dr. Purnima Barman, brachte die Wende: Sie begann, die Frauen in den umliegenden Gemeinden für das Schicksal des vom Aussterben bedrohten Vogels zu sensibilisieren. Heute sind über 10.000 Frauen im Norden von Assam in der sogenannten „Hargila Army“ organisiert. Ein großartiges Beispiel dafür, was möglich ist, wenn die Bevölkerung vor Ort in Schutzbemühungen mit einbezogen wird.

Wir unterstützen das Projekt seit 2019 mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro und 2022 - wegen katastrophaler Überschwemmungen in Assam - auch aus dem Notfall-Fonds unseres Fördervereines mit bislang insgesamt 34.000 Euro (Stand Juli 2022).

Eine seltene Saloa in freier Wildbahn.

Umweltbildung und Schutz vor Wilderei

Die Saola, die auch Vu-Quang-Antilope genannt wird, ist eines der am stärksten bedrohten Säugetiere unserer Zeit. Ihre Existenz war bis 1993 der Wissenschaft unbekannt. Die Tiere leben in undurchdringlichen Waldgebieten und sind extrem scheu. Heute werden weniger als 100 verbleibende Antilopen in den Wäldern von Vietnam und Laos vermutet, es gibt keinerlei Saola in menschlicher Obhut. Wir unterstützen die Arbeit der Saola Working Group, die versucht, die Art vor der Ausrottung zu bewahren.

Aufnahme eines Asiatischen Elefant von einer Kamerafalle
Foto: Association Anoulak

Wir unterstützen die NGO Anoulak dabei, ein Schutzkonzept für die Elefanten imNakai-Nam Theun National Park zu entwickeln. Die dort lebenden Elefanten stellen die größte Restpopulation des Landes dar und sind von den Folgen eines Staudammbaus betroffen.

Mittelamerika

Belize: CSFI Shipstern Reserve

Lebensraumschutz durch Landkauf

Wir fördern seit 2015 mit bislang (Stand Juli 2022) 325.000 Euro das Schutzgebiet im Nordosten von Belize, welches verschiedenste Habitate wie tropischen Regenwald, Mangroven- und Trockenwald beherbergt und damit Heimat für Jaguar, Puma und Tapir sowie unzähligen Vogelarten ist.

Mitte 2018 haben wir mit einer Spende von 100.000 Euro den Landkauf von Regenwald unterstützt, wodurch ein biologischer Korridor eingerichtet werden konnte. Das Gebiet umfasst knapp 400 Quadratkilometer. Seit 2019 ermöglichen wir dessen notwendigen Schutz über die Finanzierung einer zusätzlichen vierköpfigen Rangereinheit mit 50.000 € jährlich.

Der farbenfrohe Fischer-Tukan ist unter anderem in Belize zu Hause.
Goldene Skiffia
Foto: Guardianes del Rio

Wiederansiedlung ausgerotteter Hochlandkärpflingarten

Prof. Omar Domínguez-Domínguez begann mit der Renaturierung des Quellgebiets des Rio Teuchitlán und der Wiederansiedlung zweier ausgerotteter Fischarten im Jahr 2015. Nachdem diese erfolgreich wieder heimisch wurden, wird nun eine dritte Art, Sciffia francesae, die Goldene Skiffia, auf die Freilassung vorbereitet.

Diese Bemühungen zum Arterhalt und der Wiederherstellung eines wertvollen Lebensraumes unterstützen wir seit 2019 mit jährlich 5000 Euro.

Südamerika

Brasilien: Anteaters & Highways

Verhinderung von Highway-Unfällen

Um den Großen Ameisenbären eine Zukunft zu ermöglichen, unterstützen wir das Wild Animal Conservation Institute ICAS in Brasilien bei ihrem Projekt „Anteaters & Highways“ im Pantanal. Weil der Flusslauf des Río Paraguay immer weiter austrocknet, verlagert sich der Verkehr vom Wasser auf Überlandstraßen. Die Ameisenbären werden auf den Highways häufig verletzt oder überfahren.

Verwundete Tiere werden im Rahmen des Projekts gesund gepflegt und ausgewildert. Diese Ameisenbären bekommen zudem Geschirre mit Sendern. So lässt sich ihre Fortbewegung beobachten. Daraus kann man ableiten, wo die Tiere auf Highways gelangen und Schutzmaßnahmen treffen.

Ein Gürteltier wird aus seiner Transportkiste entlassen.
Foto: GACP

Reduktion Mensch-Tier-Konflikt

Das Artenschutzprojekt „Giant Armadillos & Honey“ des brasilianischen Wild Animal Conservation Institute (ICAS) will den Mensch-Tier-Konflikt entschärfen, der vielen der charmanten, aber stark bedrohten Riesengürteltiere das Leben kostet. Die Armadillos stürzen auf nächtlichen Streifzügen Bienenstöcke um und lassen sich die Insektenbrut schmecken. Vergeltungsschläge der lokalen Imker sind die Folge.

Wir finanzieren die Initiative von ICAS, die Imkern hilft, ihre Bienenstöcke auf höheren Plattformen zu sichern und den zertifizierten „armadillosicheren Honig“ zu vermarkten, mit jährlich 20.000 Euro. Diese Summe übernimmt seit 2021 der Verein der Freunde und Förderer. Bislang konnten so über 60.000 Euro an das Projekt gegeben werden (Stand Juli 2022).

Foto: Gabriel Brutt

Wiederauswilderungen

Der Taubenhalsamazone wurde der Wunsch vieler Menschen nach einem Papageien als Haustier zum Verhängnis. Massenhaft der Wildnis entnommen, sind die Bestände dieser Vogelart zusammengebrochen. Die brasilianische NGO Instituto Espaço Silvestre (IES) hat es sich unter der Leitung von Dr. Vanessa Tavares Kanaan zur Aufgabe gemacht, die Tiere durch Aufklärung der Bevölkerung in ihre Obhut zu bringen. Denn viele Menschen geben ihre Tiere bei IES ab, wenn sie erfahren, dass es für das Überleben der Art wichtig ist. In einem mehrmonatigen Prozess werden die Vögel wieder auf ein Leben in Freiheit vorbereitet und im Araucárias National Park ausgewildert. Die ehemaligen Haustiere und ihr wild geborener Nachwuchs werden wissenschaftlich überwacht.

Wir förderen das Projekt über unseren Partner, die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz, seit 2020 mit bislang 75.000 Euro aus dem Artenschutz-Euro (Stand Juli 2022)

Ankauf von Regenwald

Der steigende Fleischkonsum auch in Europa führt zu immer mehr Verlust von Regenwald. In Südamerika werden täglich Flächen mit hoher Biodiversität gerodet, um Rinderweiden anzulegen. Auch in Ecuador droht den kostbaren Regenwaldgebieten, in denen neben Brillenbären und Tapiren unzählige weitere Arten leben, die Zerstörung.

Wir unterstützen die ecuadorianische NGO Jocotoco daher bei der Erweiterung bestehender Schutzgebiete durch den Ankauf von Regenwaldflächen. Seit 2019 haben wir dafür über 250.000 Euro aufgewendet (Stand Juli 2022).

Blüte der Magnolia dixonii, die nur auf Ecuador vorkommt

Forschung und Kauf von Regenwaldflächen

In den Andenwäldern Ecuadors sind nicht nur seltene Tiere, sondern auch der Wissenschaft noch unbekannte Pflanzenarten zuhause. Wir haben über die NGO  Jocotoco  Expeditionen zur Suche nach Magnolienarten ermöglicht und den Ankauf von Regenwaldflächen finanziert, auf denen Exemplare der hochbedrohten Arten gefunden wurden.

Ein seltener Jambato Harlekin Frosch
Foto: Centro Jambatu

Von dem Frosch, der bereits als ausgestorben galt, wurde 2016 eine winzige Restpopulation entdeckt. Somit gibt es zwar noch Tiere dieser Art, sie gilt aber weiterhin als kritisch vom Aussterben bedroht. Das Projekt im "Centro Jambato" setzt sich mit der erfolgreichen Zucht in menschlicher Obhut, Forschung zu möglicher Wiederauswilderung und Aufklärung der Bevölkerung für das langfristige Überleben des Harlequin Frogs ein.

Wir fördern den Umweltbildungsaspekt des Projekts seit 2021 mit jährlich 5.000 Euro aus den Einnahmen des Artenschutz-Euros.

Australien

Koala-Projekt der Dreamworld Wildlife Foundation

Artenschutz, Forschung und Umweltbildung

Koalas sind von den Folgen des Klimawandels und auch der fortschreitenden Nutzung ihres Lebensraumes durch den Menschen inzwischen ernsthaft bedroht. Wir unterstützen die Arbeit der australischen Dreamworld Wildlife Foundation (DWF), die das Projekt „Koala Land“ ins Leben gerufen hat. Es geht darum, mit Experten aller Sparten – unter anderem Wildtierrettern, Forschern und Tierärzten – die Faktoren zu definieren, die für das Überleben der verbliebenen Koalabestände zwingend notwendig sind.

Ein seltener Bilby, auch Kaninchennasenbeutler genannt.
Foto: Save the Bilby

Der Save the Bilby Fund arbeitet für das Überleben des niedlichen Beuteltieres, das durch eingeschleppte Katzen und Füchse in den roten Kontinent hochbedroht ist. Wir unterstützen die Arbeit des Funds seit 2022 mit jährlich 10.000 Euro.

Jetzt Artenschützer*in werden

  • Der Artenschutz-Euro ist ein freiwilliger Beitrag, den Besucher*innen beim Kauf eines Erwachsenentickets bezahlen können. Kindertickets enthalten keinen Artenschutz-Euro.
  • Wer den Artenschutz-Euro nicht bezahlen möchte, kann dies vor dem Kartenkauf an der Wilhelma-Kasse mitteilen. Der Beitrag wird dann nicht berechnet.
  • 100 Prozent der Einnahmen aus dem Artenschutz-Euro gehen an unsere Projekte im In- und Ausland.
  • Es gibt keine Abzüge für Verwaltungskosten.
  • Der Artenschutz-Euro ermöglicht den wirksamen Schutz von Berggorillas, Grevy-Zebras, Sumatra-Tigern, einheimischen Insekten und vielen anderen mehr.

Danke, dass auch Sie Teil der Allianz für die Natur sind.

Junges Sumatra-Nashorn