Zu den Hauptinhalten springen
Pflanzenvielfalt: Baum-Hasel

Baum-Hasel

Schon im 16. Jahrhundert wurden erste Baum-Haseln aus der Türkei nach Mitteleuropa eingeführt und angepflanzt – weshalb sie auch unter den Namen Türkische Hasel oder Byzantinische Hasel bekannt sind. Aber es sieht so aus, als käme ihre große Zeit erst noch. Denn die Baum-Hasel zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Toleranz sowohl gegenüber Dürren als auch Überschwemmungen aus und wird deshalb als besonders widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels betrachtet.

Die Baum-Hasel ist die einzige Vertreterin der Haseln, die als einstämmiger Baum wächst, also mit männlichen und weiblichen Blüten am selben Baum. Sie erreicht eine Wuchshöhe von über 20 Metern in unseren Breiten. Im natürlichen Verbreitungsgebiet sind Höhen bis 40 Meter bekannt. Aufgrund ihres geraden, aufrechten Wuchses und der schmalen Krone wird sie gerne als Straßenbaum gepflanzt. Die Baum-Hasel ist sommergrün, ihre ovalen bis fast kreisförmigen Blätter haben einen gezahnten Rand.

Besonders auffällig sind die gelblich braunen männlichen Blüten, die Kätzchen. Sie sind zwölf Zentimeter lang. Die weiblichen Blüten sind zwar purpurfarben, aber unauffällig. Die reichlich produzierten Nüsse stehen in Reihen von drei bis fünf Stück auf einem langen Stiel und sind an der Basis mit der korallenartig aufgespaltenen, sie deutlich überragenden Fruchthülle zu einer Art Bällchen verwachsen. Die Nüsse reifen ab September, sind essbar und ähneln der klassischen Haselnuss, sind aber kleiner und schmecken weniger nussig. Das Holz der Baum-Hasel ist mittelhart, wertvoll und gehörte einst zu den beliebtesten Möbelhölzern.

Baum-Hasel - Corylus colurna

Familie:
Birkengewächse (Betulaceae)
Heimat:
von Südosteuropa bis zum Himalaya
Blütezeit:
März/April
Lebensraum:
in warmen Buchen- und Eichenwäldern an trockenen Mikro-Standorten
Besonderheit:
Die Fruchthüllen-Bällchen können sich klettenartig im Fell von Tieren verfangen und werden so verbreitet.