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Pflanzenvielfalt: Chinesischer Blauglockenbaum

Chinesischer Blauglockenbaum

Der Chinesische Blauglockenbaum, auch Kaiser-Paulownie oder Kiri-Baum genannt, ist mit seinen blauen Blüten eine Ausnahmeerscheinung unter den bei uns wachsenden Bäumen. Und er geizt nicht mit seiner Pracht: Er bringt massenhaft Blüten hervor, die intensiv auch über größere Distanzen duften. Sie sind vier bis fünf Zentimeter lang und stehen in bis zu 40 Zentimeter langen Rispen. Wie der Name ahnen lässt, sind sie glockenförmig und erinnern an den Fingerhut.

Die Blüten sind zwittrig und werden von Insekten bestäubt. Die daraus entstehenden Kapselfrüchte stehen in dichten Trauben an den Rispen und sind an der Außenseite mit zahlreichen Drüsenhaaren bestanden, wodurch sie sich klebrig anfühlen. Eine einzige Kapsel kann über 2.000 Samen enthalten – ein älterer Baum kann bis zu 20 Millionen Samen im Jahr produzieren, die mit dem Wind verbreitet werden. Die große Samenzahl trägt sicherlich dazu bei, dass dieser Baum sich auch bei uns gut verbreitet. Zudem ist er fähig, auch in ungünstigen Lebensräumen zu wurzeln. Selbst in kleinsten Mauerspalten oder Rissen im Beton kann er Fuß fassen.

Zum prägnanten Äußeren des Chinesischen Blauglockenbaums tragen auch die mit bis zu 35 Zentimeter Länge ungewöhnlich großen, eiförmigen und glattrandigen Blätter bei. Dank der großen Blattoberfläche kann der Baum effektiv Photosynthese betreiben und sehr schnell wachsen. Er erreichte eine Höhe von bis zu 15 Metern und hat eine breite Krone. Allerdings ist er für einen Baum recht kurzlebig und wird kaum älter als 70 Jahre.

Der Chinesische Blauglockenbaum liefert wertvolles Holz und wird deshalb in Asien in Plantagen angebaut.

Chinesischer Blauglockenbaum - Paulownia tomentosa

Familie:
Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae)
Heimat:
ursprünglich Mittel- und West-China
Ausstellungszeit:
ganzjährig
Blütezeit:
April bis Mai
Lebensraum:
offene Laub- und Mischwälder
Besonderheit:
In China zeigten blühende Blauglockenbäume vor einem Haus traditionell eine heiratsfähige junge Frau an, die dort wohnt. Denn anlässlich der Geburt eines Mädchens wurde ein solcher Baum gepflanzt, der ungefähr in der Zeit, in der es ins heiratsfähige Alter kommt, zu blühen beginnt. Zur Hochzeit wurde der Baum gefällt, um aus seinem Holz Geschenke für die Mitgift zu fertigen.