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Pflanzenvielfalt: Judasbaum

Judasbaum

Zur Blütezeit im Frühjahr fällt dieser Baum sofort durch seine Pracht ins Auge: Hunderte rötlicher bis rosafarbene Schmetterlingsblüten sorgen für ein echtes Farbspektakel. Erst auf den zweiten Blick bemerkt man eine Besonderheit: Die Blüten sprießen direkt aus dem Stamm und aus mindestens zweijährigen Ästen. Kauliflorie heißt diese Stammblütigkeit in der Botanik, und man kennt sie sonst eher von tropischen Bäumen wie etwa dem Kakao. In Europa dagegen gibt es nur zwei weitere Gehölze mit dieser Eigenart. Die ledrigen, braunen Hülsenfrüchte sind bis zu zwölf Zentimeter lang und schmal. Den Winter über verbleiben sie am Baum.

Der Judasbaum ist ein sommergrüner, großer Strauch oder bis zehn Meter hoher Baum. Als Rekordmaße gelten Wuchshöhen bis 14 Meter und ein Umfang bis zu 4,5 Metern. Seine Blätter sind herz- bis nierenförmig, bis elf Zentimeter lang und recht robust.

Sowohl die Hülsenfrüchte als auch die Blüten sind essbar, letztere werden nicht zuletzt aus dekorativen Gründen gern roh auf Salate gestreut. Das Holz ist hart, schön gemasert und wird als Furnier verwendet. Vor allem wird der Judasbaum aber aufgrund seiner Blütenpracht als Zierbaum gepflanzt. Es wurden drei Sorten gezüchtet, mit weißen, dunkelrosa und dunkelroten Blüten.

Judasbaum - Cercis siliquastrum

Familie:
Caesalpiniengewächse (Caesalpiniaceae)
Heimat:
ursprünglich östlicher, heute gesamter Mittelmeerraum bis in den Iran
Blütezeit:
März/April
Lebensraum:
Wälder, Flussufer und trockene Berghänge in sonniger, geschützter Lage und mit kalkhaltigen Böden
Besonderheit:
Der Legende nach soll sich Judas nach seinem Verrat an Jesus an einem Baum dieser Art aufgehängt haben – der daraufhin rot vor Scham wurde.