
Brillenbär
Der Name Brillenbär rührt von der hellen Fellzeichnung um die Augen, die häufig einer Brille ähnlich sieht. Die Tiere lassen sich anhand dieser Fellmuster im Gesicht individuell unterscheiden.
Die relativ kleinen Brillenbären bewohnen die Andenregionen von Venezuela über Kolumbien, Ecuador und Peru bis Bolivien und nutzen ein breites Spektrum von Lebensräumen – von wolkenverhangenen Bergwäldern über trockene Andensteppen bis zu tropischen Hügeln auf bis zu 4.000 Metern Höhe.
Sie verbringen viel Zeit in Bäumen und sind fantastische Kletterer. Mit ihren kräftigen Krallen meistern sie schwierige Hänge, bauen Schlafnester hoch oben in Bäumen und gehören zu den wenigen Bärenarten, die bevorzugt pflanzliche Kost zu sich nehmen. Mit ihrer kräftigen Kaumuskulatur können sie auch harte Pflanzenteile zerkleinern. Nur in seltenen Fällen ergänzen sie ihre Ernährung mit tierischer Kost wie zB. kleinen Säugern, Vögeln oder Insekten.
Brillenbären gelten als Einzelgänger. Männchen haben größere Reviere (bis zu etwa 27 km²), während die Lebensräume der Weibchen im Durchschnitt deutlich kleiner sind. Erwachsene Tiere begegnen sich im Alltag selten; ihre Reviere überlappen oft, aber direkte Interaktionen bleiben die Ausnahme. Während der Paarungszeit hingegen suchen Männchen und Weibchen gezielt Kontakt – und nur dann teilen sie für kurze Zeit ein gemeinsames Territorium
Brillenbär - Tremarctos ornatus
- Systematik:
- Großbären, Kurzschnauzenbären
- Lebensraum:
- verschiedene Vegetationszonen der Anden in 200 - 4000 m Höhe
- Verbreitung:
- Andenregion Südamerikas
- Nahrung:
- Früchte, Beeren, Nüsse, Samen Triebe, Insekten, Kleintiere, Aas
- Bestand:
- gefährdet durch Bejagung und Zerstörung des Lebensraumes
Gefährdung
Die 1964 erstellte Rote Liste bedrohter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat sich zur umfassendsten Informationsquelle über den globalen Erhaltungszustand von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten entwickelt. In ihr sind mittlerweile über 40.000 Spezies gelistet und gibt Auskunft über deren Verbreitungsgebiet, Populationsgröße, Lebensraum und Ökologie, Nutzung und/oder Handel, Bedrohungen und Erhaltungsmaßnahmen. Sie ist ein wichtiges Indikator für den Zustand der biologischen Vielfalt unserer Welt und ist zudem ein Instrument, um diese Vielfalt dauerhaft zu erhalten.

