
Europäische Sumpfschildkröte
Unsere einzige heimische Wasserschildkröte ist durch Habitatzerstörung und Wasserverschmutzung gefährdet und in einigen Regionen Europas, so auch in Deutschland, vom Aussterben bedroht. Eine weitere Gefährdung besteht durch ausgesetzte invasive amerikanischen Rotwangen-Schmuckschildkröten, die sich in unseren Gewässern mehr und mehr ausbreiten, eine Futterkonkurrenz darstellen und Karankheiten Übertragen können. Die scheuen Tiere gehen fast nur zum Sonnenbaden und zur Eiablage an Land. Die Weibchen vergraben bis zu 20 Eier an geeigneten Plätzen, wo sie durch die Umgebungswärme in 50 bis 90 Tagen ausgebrütet werden. Wie bei den meisten Schildkröten wird das Geschlecht der Jungen nicht genetisch, sondern durch die Bruttemperatur der Eier bestimmt. Die Tiere werden erst mit fünf bis zehn Jahren geschlechtsreif und können ein Alter von bis zu 70 Jahren erreichen.
Europäische Sumpfschildkröte - Emys orbicularis
- Systematik:
- Sumpfschildkröten (Emydidae)
- Lebensraum:
- stehende Gewässer
- Verbreitung:
- Mittel-, Süd- und Osteuropa sowie Nordwest-Afrika und Westasien
- Nahrung:
- Kleintiere, Insekten, Weichtiere
Gefährdung
Die 1964 erstellte Rote Liste bedrohter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat sich zur umfassendsten Informationsquelle über den globalen Erhaltungszustand von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten entwickelt. In ihr sind mittlerweile über 40.000 Spezies gelistet und gibt Auskunft über deren Verbreitungsgebiet, Populationsgröße, Lebensraum und Ökologie, Nutzung und/oder Handel, Bedrohungen und Erhaltungsmaßnahmen. Sie ist ein wichtiges Indikator für den Zustand der biologischen Vielfalt unserer Welt und ist zudem ein Instrument, um diese Vielfalt dauerhaft zu erhalten.