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Pflanzenvielfalt: Feingliedriger Moosfarn

Feingliedriger Moosfarn

Im Wintergarten wächst unter Palmen eine kleine, bodenbedeckende Pflanze: Der Feingliedrige Moosfarn. Was wie ein schöner Rasen anmutet, wurde an dieser Stelle schon zur Zeit König Karls von Württemberg als flächige Unterpflanzung kultiviert. Der deutsche Name ist ein wenig verwirrend, denn die Pflanze gehört weder zu den Moosen noch zu den Farnen.Vielmehr zählen die rund 700 Arten der Moosfarne zu den Gefäßsporenpflanzen.

Der Feingliederige Moosfarn ist ein krautig wachsender, Matten bildender Bodendecker, der bis zu 5 Zentimeter hoch werden kann. Die Sprossachsen werden etwa 30 Zentimeter lang und liegen flach auf dem Boden. An ihren Gabelungsstellen bildet die Pflanze oft Wurzeln aus. Die kleinen, hellgrünen Blätter sind farnähnlich gebaut und wachsen rings um die Sprossachsen. An der Blattspitze sitzen die Sporenblätter. Moosfarne bilden verschiedenartige Sporen: große, weibliche Megasporen und kleine, männliche Mikrosporen. Sie gelten als sehr urtümliche Pflanzen. Die Bärlapppflanzen, zu deren Verwandtschaft sie zählen, lebten schon vor 420 Millionen Jahren auf der Erde.

Die Bezeichnung Selaginella kraussiana ehrt den Forscher Christian Ferdinand Friedrich von Krauss. Der spätere Leiter des Königlichen Naturalienkabinetts, des Vorgängers des Naturkundemuseums in Stuttgart, sammelte 1839 auf Expedition am Kap im Gebiet des heutigen Tsitsikamma-Nationalparks zahlreiche Tiere und Pflanzen. An den Südhängen des Outeniqua-Gebirges entdeckte der Stuttgarter den zierlichen Moosfarn und brachte ihn zur näheren Bestimmung durch befreundete Wissenschaftler mit. Da Ferdinand Krauss in seiner Funktion als Direktor des Stuttgarter Naturalienkabinetts auch Vorgesetzter der Hofgärtner war und über das pflanzliche Inventar in der Wilhelma somit mitbestimmt hat, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er persönlich den von ihm entdeckten Feingliedrigen Moosfarn schon damals an seinem heutigen Standort im Wintergarten hat anpflanzen lassen.

Feingliedriger Moosfarn - Selaginella kraussiana

Familie:
Moosfarne (Selaginellaceae)
Heimat:
Süd- und Ostafrika, Azoren
Ausstellungszeit:
ganzjährig
Blütezeit:
keine Blüte
Lebensraum:
auf dem Boden feuchter Wälder
Besonderheit:
Zum Jahreswechsel wird der Feingliedrige Moosfarn häufig unter dem Namen Glücksmoos als Glücksbringer im Handel angeboten.
Nutzung:
Als Zimmerpflanze wird er in verschiedenen Kultivaren gezüchtet. Der Mossfarn überlebt selten als normale Zimmerpflanze, da er eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Es ist daher eine ideale Pflanze für Wintergärten oder Terrarien.

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