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Pflanzenvielfalt: Goldkugelkaktus

Goldkugelkaktus

Dieser geradezu idealtypische Kugelkaktus ist eine imposante Erscheinung: Alte Exemplare erreichen mit einem Durchmesser von über einem Meter und einer Höhe von 1,3 Metern die Ausmaße eines Fasses. In seiner kugelförmigen Sprossachse speichert dieser Kaktus Wasser. Seine bis über 30 Rippen können je nach Feuchtigkeitsgehalt wie eine Ziehharmonika schrumpfen oder sich ausdehnen. So ein Wasserspeicher muss in der Wüste gut geschützt sein – dafür sorgen die auf der ganzen Oberfläche wachsenden, sichelförmigen Dornen, die dem Kaktus seinen wenig feinfühligen, aber populären Kosenamen „Schwiegermuttersitz“ eingebracht haben.

Entgegen dem umgangssprachlichen Gebrauch sind Kakteen nicht durch Stacheln, sondern durch Dornen geschützt. Es handelt sich dabei um Blätter, die zum Schutz gegen Austrocknung, Verdunstung und Fraß stark reduzierte sind. Die Photosynthese übernimmt die derbe grüne Rinde, die den Goldkugelkaktus auch bestens vor der starken Sonneneinstrahlung und den oft kühlen Nächten schützt. Die Rippen sorgen zusätzlich je nach Sonnenstand für eine teilweise Beschattung mit entsprechender Abkühlung der Oberfläche. Auf der Oberseite der Kugel stehen zahlreiche gelbliche Härchen zum Schutz vor Sonnenbrand. Hier sprießen bei älteren Exemplaren auch die glockenförmigen, gelben Blüten.

Der wissenschaftliche Name Echinocactus grusonii (nach neuerer taxonomischer Auffassung: Kroenleinia grusonii) ehrt den Magdeburger Sammler Hermann August Gruson (1821–1895), der zu seinen Lebzeiten die größte Kakteensammlung Europas besaß.

Der Goldkugelkaktus kommt nur noch in zwei bis vier kleinen Gebieten in den mexikanischen Staaten San Luis Potosí und Hidalgo vor und gilt als stark vom Aussterben bedroht. Eine ganze Population wurde durch ein Staudammprojekt vernichtet. Obwohl er international und national in seiner Heimat Mexiko geschützt und weltweit eine häufig in Gärtnereien gezüchtete Art ist, stellt das illegale Absammeln im natürlichen Lebensraum immer noch einen der Hauptgründe für die anhaltende Gefährdung dar.

Goldkugelkaktus - Echinocactus grusonii

Familie:
Kakteengewächse (Cactaceae)
Heimat:
Zentral-Mexiko
Ausstellungszeit:
ganzjährig
Blütezeit:
ca. Mai bis Juli
Lebensraum:
auf steinig-mineralischem Substrat in trockenen Wiesengeländen und auf Geröllhalden
Besonderheit:
Die Kugelform ist eine Anpassung an den trockenen Lebensraum, denn sie bietet das größtmögliche Speichervolumen bei kleinster Verdunstungsoberfläche.

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